Kritik an Plänen zur Ausweitung von Tempo-30-Versuch

Kritik an Plänen zur Ausweitung von Tempo-30-Versuch

Die Diskussion um den Berliner Tempo-30-Versuch reißt nicht ab. Aus Sicht der Berliner CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus geht die Akzeptanz für das Tempolimit auf einem Teil der Leipziger Straße «gegen Null». Ob es zur Luftverbesserung beitrage, sei nicht nachgewiesen, betonte der verkehrspolitische Sprecher Oliver Friederici am Samstag. Plänen des Bezirks Mitte, die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Straße von der Markgrafenstraße bis zum Spittelmarkt zu verlängern, erteilte er eine Absage. Mit einem entsprechenden Beschluss wolle der Bezirk «die rot-rot-grüne Gängelung des Auto- und Wirtschaftsverkehrs weiter verschärfen».

Tempo 30

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Ein Verkehrszeichen «Beginn einer Tempo-30-Zone» ist zu sehen. Foto: Jens Kalaene/Archiv

Wegen der hohen Luftverschmutzung müssen Autofahrer seit knapp zwei Wochen auf der Hauptstraße ab dem Potsdamer Platz Tempo 30 fahren. Ein Jahr lang soll getestet werden, ob Autos so weniger bremsen und anfahren müssen. Zudem wurde die Ampelschaltung verändert - das soll die Belastung mit gesundheitsschädlichem Stickoxid senken. Wie andere Städte auch überschreitet Berlin an vielen Stellen den EU-Grenzwert.
Kritiker des Versuchs sehen sich nun durch eine Stellungnahme des Bundesverkehrsministeriums bestätigt, wie die «Berliner Morgenpost» (Samstag) berichtet. «Erfahrungsgemäß nutzen Kfz-Führer bei Tempo 30 vielfach den zweiten Gang und fahren damit zu hochtourig», heiße es in einer Antwort auf eine Anfrage des Berliner Bundestagsabgeordneten Kai Wegner (CDU). Da der dadurch erhöhte Kraftstoffverbrauch auch zu höherem Schadstoffausstoß führe, würden viele Straßenverkehrsbehörden aus Luftreinhaltungsgründen Abstand davon nehmen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 21. April 2018