CDU fordert Stopp von Ausschreibung im Regionalverkehr

CDU fordert Stopp von Ausschreibung im Regionalverkehr

Die oppositionelle CDU im Brandenburger Landtag fordert einen Stopp der aktuellen umfangreichen Ausschreibung im Nah- und Regionalverkehr im Raum Berlin und Brandenburg. Grundlage für das Vergabeverfahren eines Großteils des regionalen Bahnnetzes sei der Landesnahverkehrsplan, der aber noch gar nicht endgültig abgestimmt sei, kritisierte Fraktionschef Ingo Senftleben am Dienstag. Mit Blick auf fehlende aktuelle Fahrgastzahlen sagte er: «Wir planen offensichtlich mal wieder an den Realitäten vorbei.» CDU-Verkehrsexperte Rainer Genilke ergänzte: «Wir bestellen im Grunde die Stehplätze von morgen.» Nötig sei eine zukunftssichere Planung.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hatte im November das Vergabeverfahren für zahlreiche Strecken in der Hauptstadtregion gestartet. Der Zuschlag soll in vier Teilen im Herbst erteilt werden.
Vorgesehen sind etwa mehr Züge, mehr Plätze in den Zügen und auch dichtere Takte. Der frühere Bahnmanager und heutige Berater Hans Leister, der auch für den Fahrgastverband Pro Bahn aktiv ist, hat das hinter der Ausschreibung stehende Konzept für die CDU analysiert: «Das ist kein stimmiges Fahrplankonzept, was da heraus kommt», meinte er. Auf der Achse Falkensee beispielsweise würden drei Züge innerhalb von zehn Minuten fahren und dann 50 Minuten lang keiner. Auch er forderte ein Moratorium, um einen besseren Plan auszuarbeiten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 17. April 2018