Flixtrain zwischen Berlin und Stuttgart startet im April

Flixtrain zwischen Berlin und Stuttgart startet im April

Der Fernbusanbieter Flixbus betreibt zukünftig unter dem Namen "Flixtrain" eigene Fernzugverbindungen in Deutschland.

Locomore-Fernzug

© dpa

Eine Frau steigt in den Locomore-Fernzug von Berlin nach Stuttgart.

Flixbus übernimmt im April 2018 die ehemalige Strecke des privaten Fernzuganbieters Locomore, der im Mai 2017 Insolvenz anmeldete. Anstatt des Locomore-Zuges setzt Flixbus in Zukunft seinen eigenen Flixtrain ein. Die Züge werden im firmeneigenen Grün unterwegs sein. Es soll kostenloses WLAN, Steckdosen zum Aufladen elektronischer Geräte, eine Sitzplatzgarantie für jeden Fahrgast sowie ein Snack- und Getränkeangebot geben.

Hamburg-Köln ab März

Vom 24. März an soll der Zug täglich außer mittwochs im Regelbetrieb zwischen Hamburg und Köln pendeln. Fahrgäste sollen zahlreiche Umsteigemöglichkeiten in Fernbusse erhalten. Auf der Strecke von Berlin nach Stuttgart wird der Zug unter anderem in Hannover und Frankfurt am Main halten. Flixbus hatte zuletzt zur Weihnachtszeit für zwei Wochen den früheren HKX (Hamburg-Köln-Express) fahren lassen. «Von Düsseldorf, Essen oder Köln ist man per Flixtrain ohne Umstieg genauso schnell in Hamburg wie mit dem ICE», versprach Flixbus-Gründer André Schwämmlein. Mit Sparpreisen von knapp zehn Euro wird die Deutsche Bahn unterboten - jedoch bleibt zunächst offen, wie groß das Sparpreis-Kontingent sein wird.

Flixbus übernimmt Ticketvertrieb

Die Züge stellt und betreibt wie beim HKX das Nürnberger Unternehmen BahnTouristikExpress, Flixbus übernimmt wie beim Bus nur den Vertrieb. Auch auf der Strecke Berlin-Stuttgart über Hannover und Frankfurt fährt Flixbus nicht selbst. Das Bus-Unternehmen hatte die Zugverbindung im August wiederbelebt, nachdem der Betreiber Locomore sie im Mai wegen Insolvenz eingestellt hatte. Betreiber ist seither das tschechische Unternehmen Leo Express. Gefahren wird von Donnerstag bis Montag.

Strecke mit Bus und Bahn beliebt

Der Regelbetrieb auf der Strecke Berlin-Stuttgart hatte sich abgezeichnet, denn Flixbus stimmte sein Busangebot nach und nach stärker auf den Zug ab. Auf der Strecke hat Flixbus nach eigenen Angaben seit August mehr als 150 000 Zugtickets verkauft. Zum Vergleich: Die Bahn verkauft innerhalb eines halben Jahres etwa 70 Millionen Fahrkarten für ihre Intercity- und ICE-Züge. «Unser Ziel sind eine halbe Million Passagiere in diesem Jahr», sagte Schwämmlein der «Wirtschaftswoche». «Wir fahren bis Sommer drei Züge. Unsere ersten Angebote sollten eigentlich keine Panik im Bahntower auslösen.»
Baustelle
© dpa

Verkehrsnachrichten

Nachrichten zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und zum Individualverkehr auf den Berliner Straßen. mehr

| Aktualisierung: 7. März 2018