Polizei bedauert Aufhebung von Raser-Mordurteil

Polizei bedauert Aufhebung von Raser-Mordurteil

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bedauerte, dass der Bundesgerichtshof (BGH) das Mordurteil gegen zwei Berliner Raser aufgehoben hat. «Die jetzt kassierten lebenslangen Haftstrafen für solch rücksichtlose Raser hätten ein unmissverständliches Signal dargestellt», sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert am Donnerstag.

Arnold Plickert

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Arnold Plickert in der Staatskanzlei in Düsseldorf. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

«Wer bei extremer Geschwindigkeitsüberschreitung über mehrere rote Ampeln rast, nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf und setzt sein Fahrzeug als gemeingefährlichen Gegenstand ein.» Ähnlich äußerte sich der Berliner GdP-Sprecher Benjamin Jendro und sprach mit Blick auf die Gerichtsentscheidung von einer «verpassten Chance».
Zuvor hatten Deutschlands höchste Strafrichter in Karlsruhe der Revision der zwei Raser stattgegeben (4 StR 399/17). Die damals 24 und 26 Jahre alten Männer waren in der Nacht zum 1. Februar 2016 auf dem Kurfürstendamm im Stadtzentrum Berlins mit bis zu 170 Kilometern pro Stunde unterwegs. Sie rasten über elf Kreuzungen mit mehreren roten Ampeln und fuhren dabei einen Mann tot. Nach dem illegalen Autorennen verurteilte das Landgericht Berlin die Männer zu lebenslanger Haft wegen Mordes. Der BGH sah jedoch den dazu notwendigen Vorsatz nicht. Die beiden Raser können nun auf eine wesentlich mildere Strafe hoffen.
Die GdP betonte, illegale Straßenrennen seien keine Bagatelldelikte. «Das gedankenlose Imponiergehabe zumeist junger Raser muss die Justiz jetzt mit hohen Haftstrafen konsequent ausbremsen», forderte der Vize-Vorsitzende Plickert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. März 2018