Unter den Linden soll autofrei werden

Unter den Linden soll autofrei werden

Zwischen Brandenburger Tor und neuem Stadtschloss leben Berliner und Touristen gefährlich - weil sie sich den Raum täglich mit tausenden Autos teilen. Das soll sich ändern.

Unter der Linden

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Der Berliner Boulevard Unter den Linden.

Auf dem Berliner Boulevard Unter den Linden sollen ab 2019 keine normalen Autos mehr fahren. Zwischen Brandenburger Tor und dem neuen Humboldtforum sollen dann nur noch Fußgänger, Radfahrer und Busse, Taxen und diplomatischer Verkehr unterwegs sein. Darauf haben sich SPD, Linke und Grüne in den Koalitionsverhandlungen in Berlin geeinigt. Ob die bundesweit erste rot-rot-grüne Landesregierung unter SPD-Führung zustande kommt, entscheidet sich allerdings erst Anfang Dezember.

Drei Millionen Besucher prognostiziert

Sobald das Stadtschloss fertig sei, werde sich der Besucherstrom Unter den Linden auf drei Millionen im Jahr verdoppeln, sagte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) am Samstag. Die vielen Reisebusse müssten irgendwo untergebracht werden. Allein aus Platzgründen müsse der Verkehr dann anders geführt werden. SPD, Linke und Grüne erwarten einen «deutlichen Attraktivitätsgewinn» in der Mitte der Stadt.

Autofahrer sollen umgeleitet werden

Bevor die berühmte Straße für U-Bahn-Bauarbeiten aufgerissen wurde, seien Unter den Linden täglich 30 000 Autos unterwegs gewesen, sagte Geisel. Seit Beginn der Bauarbeiten seien es nur noch 8000. Von der Umgestaltung seien also weniger Autofahrer betroffen, als man annehmen könne. Sie sollen künftig südlich und nördlich des Boulevards geführt werden. Dafür müssten einige Einbahnstraßen geschaffen werden. An der Friedrichstraße, die Unter den Linden quert, soll die autofreie Zone unterbrochen werden.

Verkehrsführung Unter den Linden soll neu durchdacht werden

Der Straßenraum könne ab 2018 neu gestaltet werden, weil an der neuen U-Bahn dann nur noch unterirdisch gebaut werde, sagte Geisel. Einen Großteil der Kosten für die Umgestaltung müssten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als Verursacher der großen Baustelle tragen. Die Verkehrsführung auf beiden Seiten des Boulevards muss neu gedacht werden - unter anderem könnte es eng werden für die Straßenbahn, die bislang zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz über die Leipziger Straße geführt werden soll.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 5. November 2016 20:07 Uhr

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