Kunstwettbewerb - Markierung der Fußgängerüberwege in der Wisbyer Straße

Kunstwettbewerb, 2008, Josefine Günschel, "innenhaut - aussenhaut"

Teilnehmende KünstlerInnen: Olf Kreisel, Josephine Günschel, Marc Schmitz, Andreas Pichl, Ricarda Mieth
Gewinnerin: Josefine Günschel „innenhaut – aussenhaut“
Realisierung: 2008

Den Kunstwettbewerb Wisbyer Straße hat die in Pankow leben­de Künstlerin Josefine Günschel mit ihrem Ent­wurf „innenhaut – aussenhaut“ gewonnen. Die Entscheidung des Preisgerichts unter Vorsitz von Prof. Rainer W. Ernst erfolgte einstimmig. In der Begründung heißt es über den Entwurf der Künstlerin: „Es handelt sich um einen unkonventio­nellen Entwurf, der überraschende Eingriffe benutzt, um die Fuß­gänger­über­wege zu markieren und für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer weithin sichtbar zu machen.

Der Entwurf sieht vor, Tapeten­muster aus verschiedenen Epochen (vom 19. Jahrhundert bis zur Moderne) stark vergrößert mit weißer Stamm­schutzfarbe auf die Rinden von sechs Stadt­linden an den Fuß­gänger­über­gängen aufzutragen.
Mit dem Entwurf thematisiert die Künstlerin „den verloren gegangenen Charakter der Wisbyer Straße als Wohngebiet. Durch ein anheimelnd-wohnliches Dekor verwandeln sich die die Bäume in son­der­bare Fremdkörper, die in der Unruhe des Großstadt­verkehrs eine son­der­bare Irritation dar­stellen“.

Im November 2007 hat das Bezirksamt Pankow, Abteilung öffentliche Ordnung in Kooperation mit der Abteilung Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung einen Kunst­wett­bewerb für die Wisbyer Straße ausgelobt. Zu dem anonymen Wettbewerb wurden insgesamt fünf Künstler und Künstlerinnen eingeladen. Im Zusammen­hang mit dem Umbau der Straße standen ins­gesamt 40 000 € für den Kunstwett­bewerb und die in diesem Jahr geplante Realisierung des Siegerentwurfes zur Verfügung.
Die Wisbyer Straße ist eine stark befahrene Haupt­verkehrsstraße, die den Autostrom der Autobahn ab Abfahrt Seestraße aufnimmt und in die Stadt weiterleitet. Die Hauptwirkung der Straße ist die eines unaufhaltsam durchfließenden Autostroms, einer Passage.
Ziel des Kunstwettbewerbes war es, durch künstlerische Zeichen Punkte des Innehaltens zu schaffen, die die Passage strukturieren und thematisch die Aufmerk­samkeit auf das Ver­schwin­den des ehemaligen Charakters der Straße lenken.