Anfang der 1990er Jahre wird Laura entführt, missbraucht und ermordet. Jetzt ist sie wieder da. Aus Fleisch und Blut. Nicht tot zu kriegen. Mit ihr lebt die Geschichte wieder auf. Und die offene Frage, wer der Täter ist. Der Blick weitet sich auf die Gesellschaft, in der solche Verbrechen möglich sind. Wieviel Angst müssen wir haben? Wie können Mädchen geschützt werden? Wann schadet Angst? Wie viel Missbrauch findet schon in Gedanken und Worten statt?
Für junge Frauen hat María Velasco dieses Stück geschrieben. Für alle Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden oder werden könnten. Diese unmittelbar politische Dimension wird ergänzt und untermauert von dem Drama des Erwachsenwerdens. „Erstes Blut“ beschreibt die Tiefen und Höhen von Mädchen-Freundschaften, zwischen Konkurrenz und Solidarität, zärtlich und ruppig zugleich. Wie wird man Frau?
Im Anschluss fand ein Zoom-Gespräch mit der Autorin statt.
Zum Format: Ambigú ist eine spielerische Entdeckungsreise, die einer ersten Leseprobe nachempfunden ist. Mithilfe von Spielkarten untersuchen wir Theatertexte, prüfen sie auf ihre Bühnentauglichkeit und lassen im Raum eine Ahnung von dem Stück entstehen, wie es in seinen verschiedenen Varianten auf der Bühne Gestalt annehmen könnte.