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Unterm Teppich

Ein multimedialer Theaterabend von Ilona Schulz und Dania Hohmann

Konzept / Dramaturgie: Ilona Schulz / Dania Hohmann
Texte / Textbearbeitung: Ilona Schulz
Regie: Dania Hohmann
Ausstattung: Eva-Maria Henschkowski / Lolita Hindenberg
Schauspiel: Ilona Schulz
Musikalische Leitung: Manuel Weber
Produktionsleitung: Nanna Rohlffs

Premiere: 19. September 2019

Bildvergrößerung: Unterm Teppich
Bild: Produktion

„Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts ver­stan­den, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden.“ Soren Kierkegaard

1945, Stunde Null. Hinter „uns“ der zerstöre­rische Größen­wahn, vor „uns“ die Zerstörung.
Die Realität zeigt das Ausmaß und die unfassbare, perfide organisierte Ver­nichtung der jüdischen Bevölkerung. Das ist so ungeheuer­lich, dass daneben alles andere Leid verblasst. Aber es ist da.
Millionen Deutsche stehen vor dem Scherben­haufen ihres eigenen kleinen Lebens, Über­lebens, geplatzter Träume, zerstörter Heimat, Flucht, Vertrei­bung und den Verlust nahe­stehender Menschen.
Was passiert mit den Menschen der schuldi­gen Nation? Wohin mit Scham, Schuld­gefühlen, Trauer über Verlorenes, Wut über Verblendung, Ent­täuschung, Verletzung, Erschöpfung?
Keine Zeit: Wiederaufbau. Die keimende Hoffnung, doch noch einen kleinen Zipfel Glück zu erwischen oder wenigstens Frieden, ein bißchen „Normalität“ – Liebe vielleicht – man will nach vorne schauen und nicht zurück. Aber wohin mit der eigenen Not?
Unter den Teppich!

Auf der Grundlage einer Auswahl von Briefen der Eltern der Schauspielerin Ilona Schulz von Kriegsende 1945, Flucht, Gefangenschaft und Rückkehr, haben Dania Hohmann und sie eine Collage erstellt.