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Mann aus Obst: Geldwäsche

Von und mit:
Anton Wassiljew – Balalaika, Elektronik
Edith Steyer – Saxophon, Klarinette
Laia Ribera Cañénguez – Stimme, Performance
Maja von Kriegstein – Klavier, Trompete
Wieland Möller – Drums, Percussion

Premiere: Freitag, 30. August 2019

Bildvergrößerung: Mann aus Obst: Geldwäsche
Bild: Nicole Masseit

Wenigstens mal einen Euro richtig sauber machen. Wenigstens ein bisschen. Fünf Musiker*innen und Performer*innen unternehmen den Versuch, sich aus der persön­lichen Verstrickung in weltweite Kapital­ströme zu befreien, in dem sie ihr eigenes Geld waschen. Am liebsten würden sie alles Geld aus allen Banken aus­leihen, waschen und zurück­bringen. Und am besten auch gleich noch für die großen inter­nationalen Geld­ströme im virtuellen Raum irgendwo ein Klärwerk bauen. – Doch schon beim ersten harmlosen Cent aus einer Kinderspar­büchse lassen sich die Spuren von Korruption, Krieg, Kolonialis­mus, Ausbeutung, Waffen­exporten und Genozid nicht entfernen. Trotzdem wird alles versucht: So schön singen, dass jede Münze davon einfach sauber werden muss. Waschgänge in Maschinen verschiedener Jahrgänge – darunter eine Miele von 1903. Kritische Auseinander­setzung mit dem Glauben ans Geld. Reflexion der eigenen finanziellen Biografie. Scheine lieber für eine Weile vergraben. Münzen­schütteln in einer Balalaika.

Ein Abend zwischen Komik und Ver­zweiflung, absurdem Theater und Klang­installation – für all diejenigen, die die Sehn­sucht nach einer noch besseren Idee als der des globalen Kapi­talis­mus immer noch nicht aufgegeben haben.