Der Reservist

von Thomas Depryck

Aus dem belgischen Französisch übersetzt von Frank Weigand.

Inszenierung: Suzanne Emond
Es spielen: Helge Gutbrod, Thorsten Hierse, Carla Weingarten
Live Musik: Tobias Vethake

Premiere: 7. Februar 2019

Bildvergrößerung: Der Reservist
Bild: Joachim Gern

„Perfekt, sage ich mir …nachdem es wirklich nichts für mich zu tun gibt, gehöre ich eben zur Reserve!“

Das ist die Geschichte von einem Typen, der nach einer Alternative zu dem Modell sucht, das man ihm vorgibt.
Ein Naivling halt.
Oder ein Parasit.
Aber das klappt nicht.
Am Ende ist er auf jeden Fall der Gelackmeierte.

Das ist die Geschichte von einem Mann, der sich nicht zu­ge­hörig fühlt. Ein Mann, der seinen Platz nicht findet. Der keine Arbeit hat. Dem man aber erklärt hat, dass er eine Arbeit finden muss. Ein Mann, der sich umschaut, wenn er zum Job­center geht, ohne wirklich zu verstehen, was er dort soll. Eines Tages macht er einen Schritt zur Seite und be­schließt sich selbst als Teil der Reserve an verfügbarer Arbeits­kraft zu betrachten. Ein Reservist. Wie bei der Armee. Und an dem Tag, an dem man ihm den Job anbietet, der hundert­prozentig zu ihm passt, wird er bereit sein.

“Der Reservist” ist eine satirische und impertinente Parabel über Arbeit und Sozialpolitik. Aber Sie werden auch dem Tod von Madonna und ein Porno­spazier­gang in einem Brüsseler Park bewohnen. Das Stück des belgischen Autors Thomas Depryck gewann 2016 den Inter­natio­nalen Autoren­preis beim Heidelberger Stücke­markt.