Das lange Nachspiel einer kurzen Mitteilung

von Magne van den Berg

Deutsch von Eva M. Pieper

Regie: Johanna Hasse
Ausstattung: Francoise Hüsges
Licht: Thomas Schick
Spiel: Thomas Georgi, Peter Johan, Melissa Anna Schmidt, Marco Wittorf

Premiere: 10. Januar 2019

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Bild: Johanna Hasse

Ein Mann, eine Frau, ein Freund und ein Liebhaber. Vier Freunde seit ewigen Zeiten. Jeder von ihnen hat seinen festen Platz. Bis eines Tages Jon zu Louise sagt: „Ich trage mich mit dem Gedanken, von hier wegzugehen.“ Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Wie ein Lauf­feuer verbreitet sich Jons Mit­teilung unter den Freunden und setzt Dinge in Bewegung, die möglicher­weise nie in Gang gekommen wären. Das gesamte Beziehungs­geflecht wird in Frage gestellt, bekommt Risse und Brüche. Warum will Jon weg, wann und wohin eigentlich? Ist es wegen Louise? Und was soll Louise jetzt tun? Will Jon sich oder den anderen etwas beweisen? Will er wiederkommen?

Jons kurze Mitteilung löst eine Diskussion aus, die die gewohnten und zu­ver­lässigen Freund­schafts­struk­turen auf den Prüfstand stellt: Wer ist wirklich ein Freund und wer tut nur so? Und weil Jon scheinbar sich selbst gar nicht so sicher ist und wider­sprüch­liche Angaben macht, wird das Ganze immer verworrener. Eine Emotions­lawine aus Mut­maßungen, Verdächti­gun­gen und Unter­stel­lungen wird losgetreten, die alle bisherigen Gewohnheiten und Gewiss­heiten unter sich begräbt. Enttäuschte Hoffnungen, erloschene Liebe und nüchterne Gleich­gültig­keit kommen zum Vorschein, und ein ganzes Gefüge zwischen­menschlicher Be­zie­hun­gen gerät ins Wanken.

„Das lange Nachspiel einer kurzen Mitteilung“ rast im Sprach-Stakkato über die Gefühls­klaviatur. Kunstvoll und mit einem feinen Gespür für Komik und Tragik formt die nieder­ländische Autorin Magne van den Berg die Dialoge zwischen ihren Figuren und lenkt den Blick auf die Fragilität unseres sozialen Mit­ein­ander. In den kurzen Dialogen werden die großen Fragen der Selbst­findung, von Liebe, Begehren Freund­schaft, Eifer­sucht und Verlust sichtbar gemacht. Wie nah darf Nähe sein? Wann gefährdet sie die Freiheit? Wenn einer geht, was passiert mit denen, die bleiben?

Eine Koproduktion zwischen dem Theater unterm Dach Berlin und dem monsun.theater Hamburg.
Gefördert von der Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung.