Der Dämon ist ein umgedrehter Gott

Mariacron: „Sternstunden der Mittelschicht“

Der Dämon ist ein umgedrehter Gott

Ein Beziehungsbestinarium nach Harold Pinter, Franz Xaver Kroetz, David Foster Wallace, Henry Rollins und August Strindberg

Regie: Cornelius Schwalm | Dramaturgie: Sophie Nikolitsch
Bühne: Hovi-M | Kostüm: Andrea Göttert
Spiel: Katja Uffelmann, Verena Unbehaun, Merle Wasmuth

Premiere: 15. Februar 2013

Der Dämon ist ein umgedrehter Gott
Bild: Cornelius Schwalm

„Eine Verständigung der Menschen untereinander ist etwas so Schreckliches, dass sie lieber dauernd aneinander vorbeireden, ständig über etwas anderes sprechen, als über das, was ihren Beziehungen zugrunde liegt.“ (Harold Pinter)

Die Zeit läuft rückwärts. Retrospektiv begleiten wir das Ehepaar Emma (Merle Wasmuth), Robert (Katja Uffelmann) und Arndt (Verena Unbehaun) durch wechselseitigen Betrug und Verrat.
Emma hat vor Jahren ihrem Mann Robert gestanden, dass sie eine Affäre mit seinem besten Freund Arndt hat. Robert trifft sich, als sei nichts geschehen, weiterhin mit Arndt, der von der totalen Ahnungslosigkeit seines Freundes ausgeht. Bei diversen Mittagessen plaudert man über kunstästhetische Fragen, die monogame Matrix, ein gemeinsames Literaturprojekt, während das Nicht-Gesagte überlaut durch die eher knappen Dialogzeilen dringt. Während Robert, Emma und Arndt immer verzweifelter versuchen, ihr Innerstes über den Verstand zu kontrollieren, lässt das archaisch triebhafte sich immer weniger verbrämen. Der Entwurf einer zweiten Welt, welche die erste erträglicher machen sollte, misslingt vollkommen – schluss­endlich sind beide Welten nicht auszuhalten.