dramagraz: Körper und Frau

von Elfriede Jelinek

Mit: Juliane Werner | Dramaturgie: Alexandra Rollett
Bühne: Carlos Schiffmann | Kostüme: Andrea Plabutsch / Lisa D.
Toncollage: Joseph Homp | Licht: Geari Schreilechner | Ton: Andreas Thaler

Berlin-Premiere: 26. April 2013

dramagraz: Körper und Frau
Bild: Juliane Werner

Die Frau als Lustobjekt, als identitätslose Projektionsfläche für männliche Weib­lich­keits­ima­gi­na­tionen, durch die Mode mit ihren artifiziellen Kleidungs­normen zur seelen­losen Anzieh­puppe reduziert, durch die vorherr­schende Werbe­ästhetik zum Übermittler überzogener Schön­heits­ideale stilisiert. Doch es wäre nicht Elfriede Jelinek, wenn sie diese schon oft thematisierte Opfer-Täter-Dialektik in Sachen Mode nicht auf subtile Weise untergraben würde. In ihrem Monolog „Körper und Frau“ mit dem bezeichnenden Untertitel „Claudia“ meldet sich ein Unter­wäschen­model zu Wort, das sich seiner Rolle in der Welt der männ­lichen Begierden, aber auch ihrer Bedeutung für die weibliche Selbst­anschauung durchaus bewusst ist. In der für Jelinek so typischen bildgewaltigen, obsessiven Sprache und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Selbstironie, führt sie ihren Zuhörern die ganze Perversität der Modewelt vor Augen.