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Patentöchter

Theaterfassung des gleichnamigen Buches von Corinna Ponto und Julia Albrecht

Premiere: 2. November 2013

Patentöchter
Bild: André Vetters

Regie / Textfassung: Mirko Böttcher
Dramaturgie: Katja Kettner
Ausstattung: Anja Kreher
Musik: Michael Kessler
Produktion: Tine Elbel
Mit: Claudia Wiedemer und Silke Buchholz

30. Juli 1977: Jürgen Ponto empfängt Susanne Albrecht, die Tochter seines Jugendfreundes Hans-Christian Albrecht in seinem Haus in Oberursel. Ihre Begleiter Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar schießen auf Ponto. Corinna, seine Tochter ist zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt, Julia, Susannes Schwester 13 Jahre.
Nach dem tödlichen RAF Attentat war das Band zwischen den Familien durch­schnitten. Erst mehr als dreißig Jahre später nimmt Julia, die Patentochter von Jürgen Ponto, Kontakt auf zu Corinna Ponto, der Patentochter von Hans-Christian Albrecht. Ihr Briefwechsel erschien im Jahr 2011. Er zeigt nicht nur den Versuch der Aufarbeitung zweier Angehöriger. Vielmehr bietet er ein ebenso umfassendes wie bewegendes Bild bundesrepublikanischer Geschichte. Die subjektive Erzählform, verlässt die vorgezeichneten Spuren früherer Diskurse und setzt dem hartnäckigsten Symptom der Gewalt des Terrors, der Sprach­losigkeit, ein suchendes, fragendes, unsicheres Sprechen entgegen. Trotz scheinbar unüberwindbarer innerer Wider­stände wagen beide Frauen den ersten, notwendigen Dialog von Angehörigen der Opfer- und der Täterseite.