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bartnig - konkret

Ausstellung vom 13.03. bis 28.04.2013

„Konkrete Kunst äußert sich nicht in Formeln, sondern in Bildern, in abstrakten Linien und in Farben, die allein durch das von Paul Klee so genannte bildnerische Denken konstituiert werden und deren Ziel die Anschauung der reinen Idee ist.“ (Eugen Blume)

Die Galerie Parterre liegt im Berliner Bezirk Pankow und befindet sich in einem denk­mal­ge­schützten Gebäude der ehemaligen IV. Städtischen Gasanstalt im Ortsteil Prenzlauer Berg. Die eigens für diesen Ort konzipierte Ausstellung macht Bartnigs Umgang mit Räumen neu erfahrbar. Als erster der hier ausstellenden Künstler thematisiert er dabei, die den Hauptraum beherrschende Säulensituation, die während des Umbaus der ehemaligen Direktorenvilla in ein Kulturzentrum im Jahr 1984 entstand. Die authentischen, schlanken, gusseisernen Säu­len des Industriegebäudes wurden mit einer historisierenden und überdimensionierten Gips­fassade umbaut. Das war schon zum damaligen Zeitpunkt verstörend rückwärts ge­wandt. Doch bis heute bestimmt diese Umbauung die Ausstrahlung der Räume.
Bartnigs künstlerische Intervention – in der für ihn charakteristischen Arbeitsweise der Ent­wicklung von Variationen und Folgen – wird den Raum vollständig verwandeln und mit Sicherheit das Gespräch über den Umgang mit Architektur anregen.
Zu sehen waren außerdem Bilder und Grafikfolgen aus den Jahren 1998-2013.

Seit 1976 sind Bartnigs Werke im In- und Ausland zu sehen. Seine Arbeiten befinden sich in deutschen und internationalen Museen und Sammlungen darunter in der Kunstsammlung der Bundesrepublik Deutschland; der Berlinischen Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst; der Sammlung Francisco Chagas Freitas, Brasilien und im Museum für konstruktive und konkrete Kunst, Zürich.

Horst Bartnig wurde 1936 in Militsch (Schlesien) geboren. Er studierte 1954-57 an der Fach­schule für Angewandte Kunst, Magdeburg. Seit 1979 entstanden erste Computer­grafiken in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für Informatik und Rechentechnik Berlin-Adlershof. 1984 erhielt er den Biennale Preis der 7. Norwegischen Internationalen Grafik Biennale in Fredrikstad,1993 den Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin Brandenburg, 1994 den Kunstpreis der Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der Keissparkasse Ludwigsburg sowie 2001 den Hannah-Höch-Preis der Berlinischen Galerie. Seit 1959 lebt und arbeitet Horst Bartnig in Berlin.

Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unterstützung des Bezirksamtes Köpenick-Treptow.

Ausstellungseröffnung

  • Dienstag
    12.03.2013
    20.00 Uhr

    Zur Eröffnung sprachen: Dr. Eugen Blume (Leiter Hamburger Bahnhof) und Kathleen Krenzlin (Leitung Galerie Parterre)
    Der Künstler war zur Eröffnung anwesend.

32. Lange Nacht der Museen

  • Sonnabend
    16.03.2013

    Moderne Kunst in Berlin – Stationen der Verfemung

    Die 32. Lange Nacht steht im Zeichen des Themenjahres 2013 “Zer­störte Viel­falt”. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Januar 1933 begann in Deutschland die Verdrängung sämtlicher kultureller, politischer und wirt­schaft­licher Kräfte, die nicht den ideologischen Vor­gaben der NSDAP ent­sprachen. Das hatte die fast vollständige Zer­störung der kulturellen Vielfalt – für die insbesondere die Metro­pole Berlin in aller Welt bekannt war – zur Folge. 2013 nehmen et­li­che Museen die Zeit vor 1933, ihre Persönlichkeiten, Musik, Litera­tur, Kunst und Wissenschaft besonders in den Blick, um an diese Vielfalt zu erinnern.

    Wie gewohnt präsentieren sich alle knapp 80 beteiligten Museen und Insti­tu­tionen mit einer einzigartigen Auswahl an Ausstellungen, Füh­run­gen, Kon­zer­ten, Lesungen und Tanz, Workshops, Spielen sowie Mitmach- und Familien-Programmen.

    Dr. Andreas Hüneke

  • 19.00 Uhr

    Vortrag: 1933
    Der Streit um die “deutsche Kunst”; Alois Schardt und das Kron­prinzen­palais; die Kundgebung “Jugend kämpft für deutsche Kunst” und die Ausstellung “30 deutsche Künstler” in der Galerie Ferdinand Möller

  • 19.30 Uhr

    Vortrag: 1938
    Die Ausstellung “Entartete Kunst” in Berlin; Görings Zugriff auf “entartete Kunst”; die Einlagerung der “international verwertbaren” beschlagnahmten Werke im Schloss Schönhausen

  • 20.00 Uhr

    Vortrag: 1941
    Venus vor Gericht – der Abschluss der “Verwertungsaktion”; die Über­führung von Restbeständen der beschlagnahmten Werke u.a. in ein Lager des Propagandaministeriums in der Königstraße, wo einige davon kürzlich als “Berliner Skulpturenfund” wieder auftauchten

  • 22.00 Uhr

    Konzert: Zigan-tzigan
    Musik aus Ungarn und anderen europäischen Ländern
    Thomas Espanner (Solo-Geige)
    Dejan Jovanovic (Akkordeon)
    Muff Potter (Kontrabass)
    Pedro el Capitan (Gipsy und Flamenco-Gitarre)

Veranstanstaltungen

  • Donnerstag
    11.04.2013
    19.00 Uhr

    Film: Galerie Teufel mit einer Einführung des Regisseurs Christian Asbach

    Heinz Teufel (1936 –2007) zählte zu den international renommier­testen Gale­ris­ten für Konkrete Kunst und hat seit 1966 am Aufbau einiger der wichtigsten institutionellen und privaten Sammlungen mitgearbeitet. Vier der Künstler, die er über Jahrzehnte hinweg ver­treten hat, besuchte er für diesen Film, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Werke zu sprechen. In spontanen, impro­vi­sier­ten Be­geg­nungen erhält der Zuschauer Einblick in die Arbeit und Ateliers von Andreas Brandt in Niebüll, Zdeněk Sýkora in Louny bei Prag, Horst Bartnig in Berlin und Manfred Mohr in New York. Entstanden ist zugleich ein Dokument der Geschichte der Galerie Teufel und der Konkreten Kunst.
    Regie: Christian Asbach, D 2008, 70 Minuten

    Christian Asbach, 1976 in Altenkirchen/Westerwald geboren, stu­dier­te Kunst- und Kulturwissenschaften in Leipzig, Cluj, Lissabon und Berlin. Er ist u.a. als freier Regisseur, Kameramann und Cutter tätig. Seit der Bartnig Ausstellung in Leipzig 1999 ist er Fan der Konkreten Kunst.

  • Sonntag
    28.04.2013
    ab 18.00 Uhr

    Finissage
    Film: konkret malerei grafik plastik in Anwesenheit von Horst Bartnig

    Der Film begleitet Horst Bartnig seit seiner Einzel­ausstellung in der Galerie im Pferdestall in der Berliner Kulturbrauerei im Jahr 1998 bis zur Installation der „136 Bilder“ auf der bisher größten Wand in der Berlinischen Galerie im Jahr 2006.
    Regie: Ute Wenzel-Spoo, D 2006, 56 Minuten

    Ute Wenzel-Spoo hat an der Filmhochschule in Babelsberg studiert. Sie ar­bei­te­te als Cutterin im DEFA Studio für Dokumentarfilme, ab 1980 beim ZDF und in freien Produktionen. Seit 1996 ist sie als freie Filmemacherin tätig. Horst Bartnig ist sie 1998 anläßlich einer Dis­kus­sions­runde über Konkrete Kunst in der Galerie Heinz Teufel be­ge­gnet, die damals eine Depen­dance in der Berliner Friedrich­straße hatte. Bis heute dokumentiert Ute Wenzel-Spoo Bartnigs Aus­stel­lungen und Werk. In Zusammenarbeit mit Sabine Schmager entstand aus dem im Laufe der Zeit gesammelten Filmmaterial der hier vor­ge­stellte Dokumentarfilm.

Während der Ausstellung wurde Horst Bartnig. Atelier 2007 – Entstehung eines Bildes – eine Video-Dokumentation von Ute Wenzel-Spoo (20 Minuten) gezeigt.

Kunstblatt

bartnig – konkret
Eugen Blume: “Das befreite Nichts als Bild einer Ursprungsordnung”
10 Abbildungen, Berlin 2013; vergriffen

Kunstblatt: Bartnig - Konkret (Plakat-Seite)

PDF-Dokument (220.6 kB) Dokument: Galerie Parterre Berlin

Kunstblatt: Bartnig - Konkret (Text-Seite)

PDF-Dokument (327.5 kB)