Kontainer Berlin

Einar Schleef. Zeichnungen

Ausstellung vom 23.10.2013 bis 19.01.2014

„Die Fülle seiner Gaben legt die Vermutung nah, dass er viele unterschiedliche Wege hätte beschreiten können. Hingegen verlangt die Realität, dass er auf keinem von ihnen sich selber entronnen wäre.“
Sibylle Wirsing

Einar Schleef (1944-2001) war ein ruheloser Künstler. Er hat in fast allen künstlerischen Metiers gearbeitet: am Theater ebenso, wie er als Schriftsteller, Filmemacher, Fotograf und Maler tätig war. Die Ausstellung der Galerie Parterre lenkt den Blick auf den Zeichner und damit auch auf die künstlerischen Anfänge des universellen Einzelgängers. Versammelt werden 150 Zeichnungen aus dem Bildernachlass Einar Schleef des Kunstmuseums der Stiftung Moritzburg Halle aus den 1960er bis 1980er Jahren. Sie sind in Berlin entstanden oder haben die Stadt Berlin zum Thema. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie bisher un­ver­öffent­licht. Berlin – Anfangs Ost, später West – ist einer der existentiellen Lebensorte Schleefs gewesen. Seit seinem Tod im Jahr 2001 werden Schleefs bildkünstlerische Arbeiten – sieht man von der Ausstellung seiner Fotografien in der Akademie der Künste im Jahr 2006 ab – in dieser für ihn so bedeutungsvollen Stadt das erste Mal wieder zu sehen sein.

Ausstellungseröffnung

  • Dienstag
    22.10.2013
    21.00 Uhr

    ERSTAUFFÜHRUNG der 20-minütigen Klang-Text-Performance was dich be­drängt, schreibe auf, leichter fühlst du dich, schweres zu ertragen
    Einar Schleef. Bruchstücke aus den Tagebüchern der Jahre 1964 bis 1976
    Mit Improvisationen von Willi Kellers (D) Schlagzeug, Stimme | Tom Arthurs (GB) Trompete, Stimme, Chor | Klaus Kürvers (D) Kontrabass, Stimme, Chor

Begleitprogramm im Rahmen der Ausstellung

  • Donnerstag
    31.10.2013
    20.00 Uhr

    Droge Faust Parsifal
    LESUNG
    mit Jutta Hoffmann und Wolfgang Behrens

  • Donnerstag
    14.11.2013
    20.00 Uhr

    Fräulein Julie
    BILD-TON-COLLAGE und GESPRÄCH
    mit Marko Kloß (Collage und Einführung), Annemone Haase, Jutta Hoffmann, Jürgen Holtz und B. K. Tragelehn
    Moderation: Friedrich Dieckmann

  • Donnerstag
    28.11.2013
    20.00 Uhr

    Kontainer Berlin
    LESUNG
    mit Sophie Rois und einer Einführung von Hans-Ulrich Müller-Schwefe

  • Donnerstag
    12.12.2013
    20.00 Uhr

    ver_SCHLIMM_bessern
    Premiere | PUPPENSPIEL
    Regie und Text: Roscha A. Säidow
    Ausstattung: Magdalena Roth, Franziska Dittrich
    Spiel: Magdalena Roth, Franziska Dittrich, Johannes Hubert

  • Freitag
    17.01.2014
    20.00 Uhr

    Nie mehr zurück.
    Der Theatermacher Einar Schleef
    FILM | GESPRÄCH
    Regie: Heiner Sylvester; Kamera: Wolfgang Lindig
    D, 1994, 30 min

  • Sonntag
    19.01.2014
    18.00 Uhr

    Entweder bin ich irr oder die Welt
    HÖRSPIEL von Matthias Baxmann nach Tagebuch Sangerhausen (1953–1963) und anderen Texten von Einar Schleef
    Sprecher: Sylvester Groth und Angelika Domröse
    Regie: Ulrich Lampen
    Produktion: SWR 2006, 73 min

Kunstpädagogische Angebote

  • Füttern erlaubt

    Während des dreistündigen Projekttages waren die Schülerinnen und Schüler aufge­fordert, den manchmal auch hemmungslosen Zeichnungen von Einar Schleef nach­zu­spüren und sich von seinem kraftvollen Temperament anstecken zu lassen. Gearbeitet wird mit Bleistift, Kreide, Tusche und Wasserfarbe auf unterschiedlichen Papieren. Bei einem Parcours durch die Ausstellung füttern wir unseren Kopf mit der Gedankenwelt des Künstlers und der Themenvielfalt der ausgestellten Blätter. Dabei lernen wir vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten kennen. Es entstehen Skizzen, Zeich­nun­gen und auch Verworfenes. Anschließend wird alles zu einem eigenen Arbeitsheft gebündelt.
    Für Schüler ab Altersstufe 6 | Kursleiterin: Daniela Herr
    In Zusammenarbeit mit Jugend im Museum e.V. während der Ausstellung Kontainer Berlin. Einar Schleef. Zeichnungen

Publikation

Arbeitsheft II | Kontainer Berlin

Mit dem Band Kontainer Berlin erscheint das Arbeitsheft II der Galerie Parterre im Verlag Theater der Zeit. Es ergänzt alle bisher vorliegenden Publikationen zu Schleefs Werk.
Die Textbeiträge von Kathleen Krenzlin, Sibylle Wirsing, Florian Havemann, Ricarda Bethke, Manfred Butzmann, zu denen auch ein Gespräch mit Lothar Trolle gehört, suchen den Künstler aber auch den schwierigen Menschen – zum Teil auf sehr persönliche Weise – zu fassen. In der in Berlin spielenden Erzählung Unruhe kommt Schleef selbst zu Wort.

144 Seiten, 150 Abbildungen | ISBN 978-3-943881-68-4 | 18,- € + Versand 1,47 €

Ausstellung und Publikation wurden konfinanziert mit Mitteln des Bezirkskulturfonds.