Hanns Schimansky (*1949) gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Zeichner. In seinem Werk befreit er die Linie von der Pflicht zur Abbildung: Sie wird bei ihm zum reinen Ausdruck von Rhythmus, Geschwindigkeit und Energie, die sich in minimalistischen Kompositionen ebenso wiederfindet wie in seinen Faltungen.
Für diese benutzt er oftmals großformatige Papiere, die er mit Tusche, Kreide oder Grafit bearbeitet, bevor er die Bögen einem Prozess der Faltung unterzieht. Durch diese Papierfaltungen entstehen reliefartige Oberflächen, die die Zeichnung von der Zweidimensionalität in den Raum erweitern und zu plastischen Gebilden werden lassen. Schimanskys Kunst ist ein stilles, aber intensives „Hörbar-Machen“ visueller Impulse – ein Abenteuer auf Papier, das zwischen strenger Konstruktion und tänzerischer Freiheit changiert.
Die Galerie Pankow widmet dem Künstler eine Einzelausstellung, in der überwiegend neue Zeichnungen und Faltungen präsentiert werden und der unerschöpfliche Kosmos seines zeichnerischen Vokabulars für ein interessiertes und „sehendes“ Publikum geöffnet wird.