Friedrich B. Henkel – Tektonik der Stille

Dimensionen der Collage

Ausstellung vom 11. Februar bis 22. März 2026

Friedrich B. Henkel: Römische Wand, 1981, Collage, 24 x 19 cm

Friedrich B. Henkels vielseitiges Werk ist von Anregungen, Ent­deckungen und Materialien seiner aus­gedehnten Reisen – etwa nach Georgien, Italien, Kappadokien, die Kykladen, Rom oder Bornholm – oder zentralen Orten seiner Biografie – die Rhön, der Barnim – geprägt. Gesehenes, ins­besondere Gestein wird zum wieder­kehrenden Motiv in seinem plasti­schen Werk ebenso wie in seinen Zeich­nungen und Collagen. Land­schaften und Architek­turen werden ab­strahiert und ver­dichtet zu Zeichen, Fläche, Textur, Figur – zur „Landschafts­figur“. Friedrich B. Henkel bleibt dabei nah an den Quellen und geht zugleich mit Präzision und Klarheit darüber hinaus, indem er organi­sches Material im Dialog mit architek­tonischen Phäno­menen zu etwas ganz Eigen­ständigem weiter­entwickelt.

In der Galerie Pankow stehen erstmalig seine Collagen aus den Jahren von 1967 bis 2025 im Zentrum der Ausstellung. Im Dialog mit aus­gewählten Skulp­turen schaffen die vielschichtigen Experimente auf Papier neue Zugänge zu dem Gesamt­werk Henkels, der 2026 auf neunzig Jahre Leben und Schaffen zurück­schauen kann.

Friedrich B. Henkel, 1936 in Zella in der Rhön geboren, studierte nach einer Lehre zum Holzbild­hauer von 1953 bis 1956 Plastik an der Fach­schule für an­gewandte Kunst Leipzig und von 1956 bis 1958 an der Kunst­hochschule Berlin-Weißensee bei Theo Balden und Waldemar Grzimek. Von 1966 bis 1969 war er Meister­schüler bei Fritz Cremer an der Akademie der Künste in Berlin. 1969 folgte eine Assistenz an der Kunst­hoch­schule Berlin-­Weißensee, von 1978 bis 1980 hatte er dort einen Lehr­auftrag für Plastik inne. Ab 1970 war Henkel frei­schaffend als Bild­hauer und Grafiker in Berlin tätig. Für sein Werk wurde er u. a. mit dem Will-Lammert-Preis (1971), dem Kunstpreis der DDR (1976) und dem Brandenburgischen Kunst­preis (2007, 2008, 2013) aus­ge­zeichnet. Viele seiner Arbeiten befinden sich in Museums­sammlungen und im öffentlichen Raum. Henkel lebt und arbeitet in Bernau bei Berlin.

Eröffnung

Dienstag, 10.02.2026, 19.00 Uhr

Es sprechen:
Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Anita Kühnel, Kunsthistorikerin, Berlin

Kunstpädagogische Veranstaltungen

„Das Gebaute Blatt“

Fokus: Räumliches Denken in der Fläche nach Friedrich B. Henkel.

Friedrich B. Henkel (*1936) ist primär Bildhauer. Seine Collagen sind keine bloßen Dekorationen, sondern „gebaute Bilder“. Er nutzt das Papier, um räumliche Probleme zu lösen, Gewichte zu verteilen und Spannungs­felder zu erzeugen. Ein Workshop zu den Collagen von Friedrich B. Henkel bietet die wunderbare Gelegenheit, die Arbeitsweise eines Bildhauers auf die zweidimensionale Fläche zu übertragen. Henkels Collagen sind geprägt von Tektonik, Struktur und dem Dialog zwischen architektonischen Formen und organischen Spuren. Bevor wir beginnen, analysieren die Schüler*innen Henkels spezifischen Stil. Seine Collagen sind keine bunten Schnipselbilder, sondern „Papier-Konstruktionen“. „Ich baue ein Bild, wie ich eine Skulptur baue – Teil für Teil, bis das Gleichgewicht stimmt.“ Die Schüler*innen erforschen dazu die unterschiedlichen Möglichkeiten, wie Kontraste nutzen und Transparenz herzustellen, um darunter liegende Schichten sichtbar zu machen (Erzeugung von Tiefe und Schatten). Wir werden uns praktisch mit der Farbigkeit seiner Collagen auseinandersetzen. Wie benutzt man Farbe, um dem Bild “Gewicht” zu geben? Wie erzeugt man mit einfachen Mitteln eine Patina auf der Fläche? In der praktischen Phase entwickeln die Teilnehmer*innen Landschafts-Reliefs aus Papierschichten, ergänzt mit zeichnerischen Spuren aus Kohle und Grafit, die die Flächen miteinander verbinden. Zum Schluss betrachten wir die entstandenen Arbeiten wie Skulpturen im Raum : Wirkt die Komposition stabil? Wie verändert das Licht die Wirkung? „Weniger ist mehr.” Henkels Meisterschaft liegt im Weglassen. Was bedeutet das für unsere Komposition? Warum gehört das Zerstören und das Neuaufbauen zum bildnerischen und bildhauerischen Prozess?

Termine: Donnerstag und Freitag, jeweils 10.00 – 13.00 Uhr
12.02. / 13.02. / 19.02. / 20.02. / 26.02. / 27.02. / 05.03. / 06.03. / 12.03. / 13.03. / 19.03. / 20.03. / 26.03. / 27.03.2026
Anmeldung: bei Jasmin Grakoui, schule@jugend-im-museum.de
Konzept, Durchführung: Bettina Albrecht, Malerin
Kosten: kostenfrei, Material wird gestellt
Teilnehmer*innen: GS, Sek I+ II, inklusiv; bis 28 TN

Galerie Pankow

Ansprechpartnerin:
Annette Tietz

Zugang nicht rollstuhlgeeignet

Verkehrsanbindungen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag
12.00 – 20.00 Uhr
Sonnabend und Sonntag
14.00 – 20.00 Uhr

KGB – Der Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin

Newsletter des Amtes für Weiterbildung und Kultur Pankow