Die Ausstellung »Golden Notebooks. Frauen in Kunst und Kunstgeschichte«, deren Titel von einem Werk der Schriftstellerin Doris Lessing inspiriert ist, setzt Arbeiten von internationalen Künstlerinnen mit kunsthistorischen Lesarten zur Genderkritik ins Verhältnis.
Ausgangspunkt für die Ausstellung ist die erste Kunsthistorikerinnentagung in der DDR, die im November 1989 stattfand und danach aus dem Diskurs feministischer Kunstgeschichtsschreibung weitgehend ausgeblendet wurde. Die dort diskutierten Fragestellungen zu Korrespondenzen und Differenzen von Lesarten feministischer Kunst sowie deren Voraussetzungen, Interessen und Perspektiven berühren grundsätzliche Fragestellungen genderkritischer Kunstgeschichte.
Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstler:innen-Paaren unterschiedlicher Generationen und Wirkungskreise werden nun in der Ausstellung mit einer Neu-Lektüre von Themen der frühen Frauenkunstgeschichte verbunden und durch Videointerviews mit damaligen Protagonistinnen ergänzt. Sie machen einmal mehr deutlich, dass es kein einheitliches Verständnis feministischen Denkens, weder im Osten noch im Westen, gab bzw. gibt. Es existieren jedoch durch Erfahrungen geformte Projektionen, die es nachträglich zu überprüfen gilt. Die Ausstellung ist gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Sichtbarkeit für die Kunst von Frauen, die nach wie vor nicht selbstverständlich ist.