Klaus Elle – Experiment und Vision – Fotoarbeiten 1980-1989

Ausstellung vom 3. September bis 26. Oktober 2025

Kuratorin: Franziska Schmidt

Klaus Elle, aus der Serie: „Erleuchtungen“, 1986-1988, Silbergelatineabzug, getont, 50 x 60 cm

Klaus Elle, aus der Serie: „Erleuchtungen“, 1986-1988, Silbergelatineabzug, getont, 50 x 60 cm

Klaus Elle hat ausgehend von seinem Studium der Foto­grafie und an­schlie­ßend der experi­mentellen Malerei sehr früh einen forschen­den Um­gang mit der Foto­grafie ent­wickelt und dabei eine gattungs­über­greifende Arbeits­weise ent­wickelt. Seine Foto­installa­tionen und körper­be­zogenen Arbeiten stellten auch auf Grund ihrer expressiven Bild­sprache, durch Über­blendungen, Mehr­fach­belichtungen, Über­malungen die Er­wartungen an das tradierte Bild der Foto­grafie der damaligen Zeit in Frage. Nach Repressalien durch den Staats­apparat der DDR, Über­wachung durch die Staats­sicherheit und die Schließung von Aus­stellungen siedelte er 1988 mit seiner Familie nach Hamburg über.
Die Ausstellung präsentiert erstmals das Früh­werk von Klaus Elle und ordnet dieses in den kunst­historischen Kontext foto­grafischer Positionen seiner Gene­ra­tion in der DDR ein.
In seinen zwischen 1982 und 1989 ent­standenen Werk­serien setzt sich Elle intensiv mit zentralen Themen und Fragen wie Identität, Erinne­rung und Selbst­be­fragung aus­einander. Seine frühen über­malten „Selbst­porträts“ (1982/1984) spiegeln die Suche nach dem eigenen Ich und dessen Beziehung zur Welt wider. Mit „Erleuchtungen“ (1982-1989) ver­sucht Elle die komplexe Ver­bindung zwischen Raum, Zeit, Erlebtem und Ver­gessenem sichtbar zu machen. In der drei­teiligen Arbeit „Foto-Bio-Grafik“ (1986-1987) ver­binden hand­über­schriebene Foto­grafien die eigene Biografie mit der seiner Familie in ihrer histori­schen Ver­ortung und formu­lieren eine persön­liche Reflexion über Her­kunft und Ge­schichte. Das „Weihnachts­tagebuch“ (1987) doku­mentiert nach­denklich stimmende Gedanken und Gefühle zum Weih­nachts­fest, dem letzten gemein­samen Fest mit der Familie vor der be­vor­stehenden Ausreise in die BRD. Die Mappe „Meine Sprache der Foto­grafie“ (1980-1985) hin­gegen stellt eine medien­reflexive Aus­ein­ander­setzung des Künst­lers dar und zeigt in Form einer indi­vi­du­ellen Grammatik der Foto­grafie deren tech­nische, mediale und philoso­phische Aspekte auf.

Zum Künstler

Klaus Elle wurde 1954 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als Offset­retuscheur studierte er an der Hoch­schule für Grafik und Buch­kunst Leipzig ab 1976 Foto­grafie bei Joachim Jansong und absol­vierte dort von 1981 bis 1983 ein Meister­schüler­studium für experimen­telle Malerei bei Heinz Wagner und Hartwig Ebersbach.
Klaus Elle lebt und arbeitet in Hamburg.

Eröffnung

Dienstag, 02.09.2025, 19.00 Uhr

Begrüßung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Einführung: Franziska Schmidt, Kuratorin

Veranstaltungen

Donnerstag, 25.09.2025, 19.00 Uhr

Vortrag
„Der Künstler als Moderator von komplexen Systemen – Feldarbeit in den Arenen der gesellschaftlichen Veränderung“ – Vortrag von Klaus Elle

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Mittwoch, 15.10.2025, 18.00 Uhr

Führung
Die Kuratorin Franziska Schmidt und der Künstler Klaus Elle führen durch die Ausstellung.
Im Rahmen der Aktionswoche der Kommunalen Galerien Berlin

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Donnerstag, 16.10.2025, 19.00 Uhr

Artist Talk
Christoph Tannert, Kunsthistoriker, im Gespräch mit Klaus Elle
Im Rahmen der Aktionswoche der Kommunalen Galerien Berlin

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Sonntag, 26.10.2025, 17.00 Uhr

Finissage
„Das karmische Theater oder die Konstruktion meines Egos – Porträtüberarbeitungen aus 40 Jahren“ – Aktion und Präsentation von Klaus Elle

Galerie Pankow

Ansprechpartnerin:
Annette Tietz

Zugang nicht rollstuhlgeeignet

Verkehrsanbindungen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag
12.00 – 20.00 Uhr
Sonnabend und Sonntag
14.00 – 20.00 Uhr

KGB – Der Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin

Newsletter des Amtes für Weiterbildung und Kultur Pankow