Andrea Pichl setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit, die Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien oder Film umfasst, intensiv mit Architektur und Gestaltungsformen der Nachmoderne auseinander. In der Ausstellung „Geschichte findet statt“ untersucht die Künstlerin das Verhältnis von Geschichte zu städtischem und ländlichem Raum. Sie begreift den Titel als Formel, aus dem sich für sie folgende Fragen ergeben: Wie manifestiert sich Geschichte im Raum? Wie besetzt sie Räume und wie wird dieses Besetzen von Räumen zum Ziel von Geschichte? 2023 hatte Andrea Pichl die Gelegenheit, sich während eines Stipendienaufenthaltes im polnischen Krzyżowa, ehemals Kreisau, intensiv mit der Geschichte der Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus, dem Kreisauer Kreis, und den Spuren der sich überlagernden Gesellschaftsordnungen und Zeiten zu beschäftigen.
Ihre Beobachtungen im Ort und in seiner näheren Umgebung bilden das Material für die in der Galerie Pankow gezeigte raumgreifende Installation und einen Film. Anhand der Aufnahmen aus dem heutigen Krzyżowa und deren künstlerischer Präsentation, untersucht sie im Detail, wie sich die im Raum sichtbaren Überlagerungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Zustände im Sinne von Geschichtsspeichern bzw. eines Palimpsests offenbaren und zugleich in private Gestaltungen einfließen.