Christa Böhme - Zum 20. Todestag

Malerei und Zeichnungen

Ausstellung vom 23.03. bis 23.04.2011

Bildvergrößerung: Christa Böhme: Interieur, 1990, Öl auf Leinwand, 118,0 x 119,5 cm
Christa Böhme: Interieur, 1990, Öl auf Leinwand, 118,0 x 119,5 cm
Bild: Im Besitz der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

Christa Böhme zählte zu ihren Lebzeiten zum Kreis der Berliner Schule, einem Kreis befreundeter Künstler mit gemeinsamen bildnerischen Auffassungen im ehemaligen Ost-Berlin, zu dem u.a. die Künstler Werner Stötzer, ihr Ehemann Lothar Böhme, Wolfgang Leber, Manfred Böttcher und Harald Metzkes gehörten. Für diesen Kreis bildete die Orientierung am Gesehenen den Ausgangspunkt ihrer künst­lerischen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Der „Cézannismus“ mit seiner Bild­strenge und Gesetzlichkeit des Bildes war Orientierungspunkt. Die erneute Formulierung der klassischen Genres Akt und Portrait, Interieuer und Still­leben, Mensch und Stadt verband die Künstler miteinander und gab ihnen in ihrem Bemühen, abseits des offiziellen Kunst­betriebes nur den Gesetzen der Kunst verpflichtet zu sein, Glaub­würdigkeit. Innerhalb dieses Freundes­kreises von Künst­lern war Christa Böhme eine besondere Erscheinung. Ihr künst­lerisches Werk entwickelte sich eher unbemerkt vom offiziellen Kunst­betrieb. Es gab einige Ausstellungen in kleineren Galerien, hin und wieder eine Beteiligung. Im Gegensatz dazu wurden ihre Bilder aber von Künstlern hoch geschätzt.

„Denn ihr Werk zählte zu jenen in sich geschlossenen Oeuvres, die sich der öffentlichen Auf­merksam­keit gleich doppelt entzogen, weil sie sich auf keine andere Weise am sozialen Um­feld definierten als durch die Bestimmung des Eigenen. Ihr Werk ist nicht erzählerisch, hat sich von den Bedingungen seiner Entstehung völlig gelöst und will nichts anders sein als Kunst.“ (Matthias Flügge, Katalog zur Ausstellung „Christa Böhme“, Akademie der Künste, 1994)

Aus Anlass des 20. Todestages der Künstlerin soll anhand ihrer wichtigsten Werke das OEuvre der leider früh durch Freitod aus dem Leben geschiedenen Künstlerin erneut in das Blickfeld der interessierten Öffentlichkeit gerückt werden. Die Ausstellung wird neben Bildern und Zeichnungen aus dem Nachlass auch einige ihrer Hauptwerke präsentieren.

Eröffnung: Dienstag, 22.03.2011, 19.00 Uhr
Es sprach: Fritz Jacobi