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Strichwärts

Zeichnungen

Anton Schwarzbach, Andreas Koletzki, Jerome Chazeix, Susanne Britz, Matthias Wohlgenannt

Gemeinschaftsausstellung vom 14.01. bis 14.02.2009

Fünf junge Künstler, fünf Blick­winkel, ein gemein­sames Medium: die Zeich­nung. Im Zeitalter digitaler Repro­duzier­barkeit erhält das Medium Zeich­nung eine neue, ein­dring­liche Wertig­keit und Bedeu­tung. Während die modernen Medien jederzeit Korrektur­möglich­keiten zu­lassen zählt hier jeder Strich der, einmal gesetzt, nicht ver­ändert oder „ver­bessert“ werden will. Es gilt das Medium und den Prozess der Her­stel­lung selbst zu be­sprechen und zu hinter­fragen.

Anton Schwarzbach benutzt als Arbeits­medium den Computer, in dem er das klassi­sche Programm Microsoft Paint als Teil des medialen Hinter­fragungs­prozesses benutzt. In dem er den Computer­zeich­nungen eigene Texte hinzu­fügt versucht er der Über­lage­rung beider Aus­drucks­ebenen Atmos­phäre und Wirk­richtung eines Blattes zu steigern

Matthias Wohlgenannt arbeitet als scharfer Natur- und Gegen­stands­beobachter an der Inbe­ziehung­setzung der Seins­form linearer Zeichen zu zeich­nerisch etablier­ten Ereignis­formen. Er bewegt sich ständig in einer Grenz­situation, um heraus­zu­bekommen, wann z.B. eine Linie als Zeichen fungiert oder wie ein ein­facher Strich Bild­raum schafft.

Fotografien, über­zeichnete Fotografien und Zeich­nungen nehmen in den wand­füllenden In­stalla­tionen von Susanne Britz gleich­berech­tigte Rollen ein, die Organi­sches und An­organi­sches ihrer Werk­komplexe als Versuchs­anlagen versteh- und inter­pretier­bar machen.

Jérôme Chazeix ist ein moderner Enzyklopädist, einer mit Hang zur maxi­malen Wissens­anhäufung und -verarbei­tung im gestal­teten Diskurs. Mit diebischer Freude schreddert und puzzelt er, reißt Versatz­stücke aus ihren Kontexten und ver­arbeitet sie in neuen Ver­knüpfungs­zusammen­hängen in raum­füllenden Installationen.

Die Arbeiten von Andreas Koletzki zeigen Formen, die aussehen als ob sie in müh­seliger Klein­arbeit mit Filz­stiften erarbeitet worden seien, dabei wurden sie groß­formatig mit Pinsel und Öl produziert im Reflek­tieren des Verhält­nisses von Repro­duktion und Original. Mit Blick auf die Diskrepanz zwischen Erschei­nung und Aus­führung verweist Andreas Koletzki bewusst auf das Prinzip der Entschleu­nigung, welches in Zeiten von Bigger – Better – Faster – More als not­wendige künst­lerische Gegen­strategie zum verkürzten Zeit­takt ver­standen werden muss.

Fünf junge Positionen die ein altes Medium für sich (wieder-) entdeckt haben geben Auf­schluss über die Befind­lich­keit einer Generation, die im Zeit­alter maximaler Künst­lich­keit das Authen­tische erforscht um, wie Natur­wissen­schaftler, die Prozess­haftigkeit ihres Schaffens, schließlich das Ent­decken selbst zu dokumen­tieren und eben zu zeichnen.

Strichwärts - Collage: Schwarzbach, Koletzki, Chazeix, Britz, Wohlgenannt
Strichwärts - Collage: Schwarzbach, Koletzki, Chazeix, Britz, Wohlgenannt

Ausstellungseröffnung

Dienstag, 13.01.2009, 19.00 Uhr

Einführung: Christoph Tannert

Publikation

Anton Schwarzbach, Andreas Koletzki, Jerome Chazeix, Susanne Britz, Matthias Wohlgenannt “Strichwärts” – Zeichnung
Katalog zur Ausstellung; Text: Christoph Tannert; Galerie Pankow (Hrsg.); Preis: 7,- €