Chancengleichheit in Kunst und Kultur

Kunst- und Kulturschaffende bereichern unser Leben in vielfältiger Weise durch ihre künstlerische Perspektive, ihre Lebensentwürfe, ihr Denken und Fühlen sowie ihre Kreativität. Nach wie vor sind die Chancen, ihre künstlerischen Wertvorstellungen zu präsentieren und durchzusetzen und somit an der Gestaltung kultureller Prozesse mitzuwirken, zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt.
Die Genderperspektive ist daher in den aktuellen und zentralen Fragen der Kulturpolitik und der Kunst- und Kulturförderung stärker zu berücksichtigen. Grundlage eines verantwortungsvollen politischen Handelns sind fundierte Daten zum jeweiligen Handlungsfeld. Sie erlauben es, Konzepte zur Umsetzung der Chancengleichheit für Frauen und Männer in künstlerischen Berufen zu erarbeiten.

Kultur- und Kreativwirtschaft

Kultur und Kreativität sind bedeutende Wirtschafts- und Standortfaktoren für die Metropole Berlin. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist aufgrund der häufig projektbezogenen Arbeit und der damit verbundenen Möglichkeiten, Erwerbstätigkeit und Familie zu vereinbaren, ein Betätigungsfeld, das für viele Frauen attraktiv ist. Sie zeichnet sich insgesamt als auch in den einzelnen Teilmärkten durch einen vergleichsweise hohen Anteil an weiblichen Beschäftigten aus. Die Beteiligung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt Kunst und Kultur bzw. in der Kultur- und Kreativwirtschaft weist in Einzelbranchen jedoch eine deutliche Geschlechtersegregation auf.

Fördermöglichkeiten / Frauenkulturinitiativen / Frauenprojekte

  • Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT ist ein einjähriges postgraduales Professionalisierungsprogramm für Bildende Künstlerinnen. Es fördert die Durchsetzung herausragender künstlerischer Positionen von Frauen und vermittelt berufsspezifische Kenntnisse, unterstützt individuelle Vermittlungsstrategien und die Bildung von Netzwerken.
  • Im Rahmen der Künstlerinnenförderung des Berliner Senats werden verschiedene Projekte und Frauenkulturinitiativen unterstützt sowie Stipendien vergeben. Nähere Informationen zu den Fördermöglichkeiten sind bei der für Kultur zuständigen Senatsverwaltung erhältlich.
  • Die Universität der Künste (UdK) initiierte im Jahr 2002 als bundesweit erste Kunsthochschule ein Mentoring-Programm für Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen. Im Mentoring-Programm Berufsziel: Professorin an einer Kunsthochschule wurden bis zum Jahr 2016 in acht Durchgängen 86 Mentees in ihrer beruflichen Karriere unterstützt. Seit 2014 wird das von der UdK finanzierte Programm in Kooperation mit der Kunsthochschule Berlin (Weißensee), der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” Berlin, der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ durchgeführt.
  • Die GEDOK, der Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V., ist das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten. Der Verein unterstützt bei der Organisation von Ausstellungen, Autorinnenlesungen und Kammerkonzerten, organisiert Wettbewerbe und vergibt renommierte Preise. Die GEDOK vertritt die Interessen von Künstlerinnen über ein Netzwerk an Kontakten zu Medien, Politik und Kultur und fördert den Austausch und die Begegnung mit Künstlerinnenverbänden anderer Länder.
    Kontakt: GEDOK Berlin
  • Die Inselgalerie ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Berliner Fraueninitiative Xanthippe e.V., das verschiedene Kunstgattungen und Kunstgenres zusammenführt. Neben der Galerietätigkeit finden in der Inselgalerie auch Lesungen, Musikabende, Diskussionsrunden sowie Kurse und Workshops statt.

Link-Tipps/ Literaturtipps/ Materialtipps

  • Birgit Fritzen, Ursula Kneer, Elisabeth Sasso-Fruth (Red.): Künstlerinnen auf dem Weg in Professuren. Ergebnisse einer Befragung von Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an künstlerischen Hochschulen im Mai/Juni 2009, hrsg. von der Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen – BuKoF e. V., 2010
  • Gender Datenreport Berlin 2015, hrsg. von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Berlin 2016