Brustgesundheit - Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs

Die weibliche Brust stand und steht einerseits für die Fülle des Lebens – für Liebe, Sexualität, Nahrung, Lust, Geborgenheit. Zunehmend assoziieren Frauen mit ihr aber auch Krankheit, Angst und lebensbedrohliche Situationen.

Brustgesundheit

Seit Sommer 2006 erhält jede in Berlin gemeldete Frau im Alter von 50 bis 69 Jahren in zweijährigem Abstand die Möglichkeit, an einem qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramm für Brustkrebs teilzunehmen. Die schriftliche Einladung zum Mammographie-Screening erfolgt unabhängig vom jeweiligen Krankenkassenstatus. In der Zeit von 2006 bis 2008 lag die Beteiligung in Berlin bei wenig über 50 %.
„Ich bin doch gesund – was bringt mir die Mammografie?“ Auf diese Frage finden viele Frauen angesichts widerstreitender Informationen über Studienergebnisse in den Medien nur unzureichende Antworten.
Für eine informierte Entscheidung benötigen Frauen eine möglichst genaue Aufklärung darüber, was das Programm leistet und wo Probleme und Risiken liegen.

Ausgewählte Zahlen zur Wirksamkeit des Mammographiescreenings

Hochrechnungen auf der Basis verschiedener Studien besagen, dass von 1000 Frauen, die über den gesamten Zeitraum von 10 Jahren hinweg regelmäßig am Screening teilnehmen,

  • ein bis zwei Frauen damit rechnen können, vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt zu werden
  • 2-3 Frauen unnötig zu Brustkrebspatientinnen werden, weil ihr Krebs ohne Früherkennung nicht auffällig geworden wäre
  • bei ca. 60 Frauen eine Gewebeprobe entnommen wird, die sich dann als unauffällig herausstellt.

In Deutschland erkrankt jede neunte Frau an Brustkrebs. Das sind jährlich etwa 47.000 Frauen. Etwa 17.000 Frauen sterben jedes Jahr an dieser Tumorart.
Handlungsbedarf besteht in Berlin im Bereich der Dokumentation und Auswertung von Angaben über das Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose von Brustkrebs sowie der Nachbeobachtung und der Dokumentation der Überlebensrate nach Brustkrebs.

Bekämpfung von Brustkrebs in Berlin

Brustkrebs ist die häufigste Todesursache bei Frauen, die an Krebs erkrankt sind. Rund 2.000 Frauen erkranken in Berlin jedes Jahr neu an Brustkrebs.
Im Jahr 2002 wurde das Gesetz zur Entwicklung von Disease-Management-Programmen – u. a. für Brustkrebs – beschlossen. Brustkrebspatientinnen sollen auf qualitativ höchstem Niveau behandelt werden. Für jede Patientin wird ein differenzierter Therapieplan erstellt.
Berlin verfügt über neun zertifizierte Brustkrebszentren nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft. Das Zentrum der Charite ist außerdem nach den europäischen Richtlinien (EUSOMA) zertifiziert.

Gebärmutterhalskrebs und seine Bekämpfung

Gebärmutterhalskrebs wird durch humane Papillom-Viren (HPV) ausgelöst. Diese Viren werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Viele Frauen sind Trägerinnen, doch nur relativ selten führen sie zu einer Krebserkrankung. Aktuell erkranken laut der Dachdokumentation Krebs am Robert Koch-Institut in Deutschland jedes Jahr rund 5.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1.700 sterben an den Folgen.
Insbesondere die seit 1971 von den Krankenkassen finanzierten jährlichen Vorsorgeuntersuchungen am Gebärmutterhals (PAP-Abstrich) haben zu einer erheblichen Senkung der Erkrankungs- und Sterberate geführt. Da die Zellveränderungen sehr langsam vor sich gehen, bestehen bei rechtzeitiger Diagnose gute Chancen auf Heilung. Vor diesem Hintergrund ist die jährliche Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen dringend anzuraten.
Insbesondere bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren und zwischen 60 und 64 Jahren tritt die Erkrankung gehäuft auf.

Nutzen und Risiken der HPV-Impfung

Seit 2007 wird – auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission – von den Krankenkassen für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren eine Impfung gegen die beiden am häufigsten Gebärmutterhalskrebs auslösenden Virentypen übernommen.
Die Berliner Ärztekammer informiert – gemeinsam mit Ärzteverbänden, Gesundheitsorganisationen und den für Jugend und Frauen zuständigen Senatsverwaltungen in einem Flyer über die Wirkungsweise der Impfung, ihren Nutzen und bestehende Informationsdefizite, die auch Risiken beinhalten.

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