Polka

Ausstellung vom 8. Juli bis 16. August 2026

Polka, Einladungskarte
  • Mariona Berenguer
  • Gritli Faulhaber
  • Elena Francalanci
  • Aglaia Gronas
  • Pauline Kraneis
  • Niclas Riepshoff
  • Fiene Scharp
  • Julija Zaharijević

Wir suchen nach Mustern in unserem Alltag, etwa zur Bewältigung von existenzieller Komplexität, finden sie, erkennen sie, verlieren sie, oder verlieren uns in ihnen. Wir erforschen wiederkehrende Bilder, sehnen uns nach dem Neuen, erwarten etwas und werden in unserer Erwartung irritiert: Fortschritt, Rückschritt, Gleichschritt, Umdrehung. Foxtrott, Polka, Tiktok-Tanz: Choreomanie. Ein Muster tanzt sich selten allein. Der Titel der Ausstellung enthält so ein Augenzwinkern in Richtung Tanz – Polka — und eines in Richtung Muster – Polka Dot, der tanzende Punkt. Es geht um Schnittmuster, es geht um Schrittmuster.

Die Ausstellung POLKA beschäftigt sich mit der metaphorischen Begrifflichkeit und den formalen Komponenten des Systems Muster. Muster dienen als System, das es uns erlaubt, heterogene Positionen in den Dialog zu bringen. Das System lässt sich in diverse Komponenten und Modi, unter anderem Wiederholung, Rotation, Sequenz, Intervall, Raster und Ornament, zerlegen. Und doch ist das System Muster nicht einfach auf seine Einzelteile reduzierbar: Isoliert betrachtet, eröffnet jedes dieser Beispiele ein eigenes Netzwerk an Assoziationen und flüchtigen, tanzenden Referenzpunkten.

Im Rahmen der Ausstellung zeigt JULIJA ZAHARIJEVIĆ die Serie Landmines. In den großformatigen Gemälden wird die Spannung zwischen den konzentrischen und ornamental anmutenden Oberflächen der stark vergrößerten Kartuschen und der ihnen inhärenten, abstrakt-latenten Gewalt untersucht. Auch NICLAS RIEPSHOFF beschäftigt sich subtil-kritisch mit Musterung, Mustererkennung und Abstraktion.
FIENE SCHARP legt mit feinen Eingriffen, bewusster Abweichung und provoziertem Zufall die strukturellen Elemente von Papieren frei, die sie aus ihrem ursprünglichen Nutzungszusammen- hang herausgelöst hat. Mit Ordnung und Abweichung beschäftigt sich ebenso AGLAIA GRONAS. Sie lässt ihre Charaktere, die Inspiration aus dem Stadtraum und der slawischen Folklore schöpfen, in Situationen agieren, in denen Normen des kollektiven Unbewussten untersucht werden.

Um das Kollektiv, diesmal im Kontext der (künstlerischen) Produktion, geht es auch bei den seriellen Tapisserien aus gesammelten Arbeitsoveralls von MARIONA BERENGUER. In der Bleistiftzeichnung Gardine #3 (Gerd) von PAULINE KRANEIS wirkt die Struktur der Spitzentextilie als lichtdurch- lässige Membran, die den reziproken Austausch zwischen Außen und Innen, Sehen und Gesehen- Werden bricht.
ELENA FRANCALANCI zeigt die Dokumentation ihrer Performance Lento Violento. Diese nimmt den traditionellen italienischen Paartanz Ballo Liscio mit seinen wiegenden Rhythmen und gleitenden Wiederholungen, von Schrittmustern der Wiener Balltraditionen (und damit indirekt von der pan-europäischen Polka) geprägt, als Basis für ein Tauziehen aus Nähe und Distanz. GRITLI FAULHABER greift die Strategie der Wiederholung in ihren seriellen Punktebildern auf, die ästhetisch-unmittelbare Übungen im Kontext der Erkrankung an Myalgischer Enzephalomyelitis darstellen und entstehen, wenn alles andere unmöglich ist. Faulhabers Arbeit führt auch zurück zum nominellen Ursprung der Ausstellung: dem Punkt, dem tanzenden Punkt.

Eröffnung

Dienstag, 07.07.2026, 19.00 Uhr

Es sprachen:
Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Cara June Michel, wissenschaftliche Volontärin in der Galerie Pankow und Kuratorin der Ausstellung

Performance

Donnerstag, 06.08.2026, 19.00 Uhr

Mit: Elena Francalanci, Künstlerin und Choreografin

Galerie Pankow

Ansprechpartnerin:
Annette Tietz

Zugang nicht rollstuhlgeeignet

Verkehrsanbindungen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag
12.00 – 20.00 Uhr
Sonnabend und Sonntag
14.00 – 20.00 Uhr

KGB – Der Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin

Newsletter des Amtes für Weiterbildung und Kultur Pankow