Monarchie bis 1918

1809
Erster Berliner Polizeipräsident Justus von Gruner

Erster Berliner Polizeipräsident Justus von Gruner

 Am 25. März 1809 teilt der preußische König Friedrich Wilhelm III. mit, dass er für seine Haupt- und Residenzstadt Berlin Dr. Karl Justus Gruner (1815 geadelt) zum Polizey-Präsidenten ernennt. Das Königlich Preußische Polizeipräsidium zu Berlin ist gegründet.

1811
von Schlechtendahl

Dietrich Friedrich Karl von Schlechtendahl

 Am 12. Februar 1811 ernennt Friedrich Wilhelm III. den Direktor des Berliner Stadtgerichts Dietrich Friedrich Karl von Schlechtendahl zum Nachfolger Gruners. Das sechsköpfige Exekutivpersonal – Criminalsekretäre und Commissarien – wird in die Polizei überführt. Die Berliner Kriminalpolizei ist gegründet.

1848
Kabinettsordre

Allerhöchste Kabinettsordre 1848

Am 23. Juni 1848 erfolgte auf Anordung des Königs Friedrich Wilhelm IV. die Gründung der Königlichen Schutzmannschaft zu Berlin:
  • 1 Oberst, 1.800 Taler Jahresgehalt
  • 5 Hauptleute, 1.150 Taler
  • 16 Leutnants, 700 Taler
  • Wachtmeister, 300 Taler
  • 8 Schutzleute zu Fuß, 216 Taler,
    davon 1 Wachtmeister und 6 Schutzleute zu Pferde

Diese Schutzmannschaft ist ein direkter Vorläufer der heutigen Schutzpolizei. Erstmalig existierte eine bewaffnete bürgerliche Polizei.

1850
von Hinckeldey

Carl Ludwig von Hinckeldey

Durch die Eingliederung der Revierpolizei in die Schutzmannschaft unter Polizeipräsident Carl Ludwig von Hinckeldey wurde die Berliner Einheitspolizei als endgültige Exekutive geschaffen.

Berlin: 1 Polizeibeamter auf 346 Einwohner
London: 1 Polizeibeamter auf 306 Einwohner
Hamburg: 1 Polizeibeamter auf 271 Einwohner
Petersburg: 1 Polizeibeamter auf 199 Einwohner

1852
Schutzmannschaft Brandenburger Tor

Schutzmannschaft am Brandenburger Tor

Einstellungsbedingung für die Schutzmannschaft war von nun an die Ableistung einer neunjährigen Militärdienstzeit, davon 5 Jahre im Range eines Unteroffiziers.

Die Uniformen wurden dem nunmehr militärisch geprägten Erscheinungsbild angepasst.

Neben den fünf lokalen Abteilungen entstanden überörtliche Fachhauptmannschaften: Marktpolizei, Sittenpolizei, Strom- und Schifffahrtpolizei und das öffentliche Fuhrwesen.

1854
Präsidium, Alexanderplatz

Polizeipräsidium am Alexanderplatz

Die Schutzmannschaft wurde eine eigenständige Abteilung im Berliner Polizeipräsidium. Die Kriminalpolizei erreichte ebenfalls diesen Status. Daneben existierten die Abteilungen “Allgemeine Dienstangelegenheiten”, “Bauangelegenheiten”, “Sicherheitsangelegenheiten” und “Fremdenangelegenheiten”. Diese Organisationsgliederung blieb bis zum Beginn der Weimarer Republik konstant.

1866
Grüne Minna

Grüne Minna

 Einführung des Gefangenentransportwesens. Es handelte sich um einen grünen Pferdefuhrwerkswagen mit Luftschlitzen, der später im Volksmund “Grüne Minna” genannt wurde.

1873

Bildung der Verkehrspolizei: Die Schutzmänner wurden scherzhaft “Weiße Mäuse” genannt, weil sie mit weißen Mützen ausgestattet wurden, um sie bei schlechter Witterung kenntlicher zu machen.

1891

Einführung des TÜV für das Fuhrwerkswesen. In dieser Zeit nahm der Fuhrwerksverkehr so stark zu, dass eine Kontrolle der Fahrzeuge notwendig wurde, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Diese Kontrolle wurde durch die Schutzmänner wahrgenommen, die den kontrollierten Gespannen einen begehrten “Buntstempel” auf die Kennzeichnung klebten. Die Bezeichnung “Buntstempel” rührt daher, weil die Aufkleber von Jahr zu Jahr eine andere Farbe bekamen, um sie aus der Ferne besser kontrollieren zu können.

1902
Pickelhaube Polizei

Pickelhaube

 Gründung der ersten Mordkommission.

1906
Hundestaffel

Hundestaffel

Das erste Verkehrskommando entstand, um die hohen Anforderungen des Straßenverkehrs meistern zu können.

Stündlich passierten z.B. den Potsdamer Platz ca. 1.700 Fuhrwerke und 300 Straßenbahnzüge.

Die neu gegründete Hundestaffel bildete die ersten Hunde für die Polizeiverwendung aus.