Comenius Garten

Bildvergrößerung: Comenius-Denkmal in der Gartenanlage des Böhmischen Dorfes
Bild: Bezirksamt Neukölln von Berlin

Auf der Fläche des heutigen Comenius-Gartens war seitens des Bezirks ursprünglich der Neubau einer Turnhalle als Ergänzung zur angrenzenden Grundschule vorgesehen. In Anbetracht der defizitären Freiflächensituation des Gebietes rund um den Richardplatz wurden die Überlegungen laut, auf der am Böhmischen Dorf gelegenen Freifläche einen Garten nach den überlieferten Vorstellungen des Universalgelehrten und letzten Bischofs der Böhmischen Brüdergemeinde, Johann Amos Comenius (1592-1670), zu errichten. Nachdem für die geplante Turnhalle ein Ersatzstandort gefunden war, wurde im Hinblick auf den 400. Geburtstag von Comenius am 28.03.1992 in den Jahren 1987/88 mit den Planungen für das Projekt Comenius-Garten als Philosophen- und Schulgarten, der auch als öffentlich zugängliche Grünanlage nutzbar sein sollte, begonnen.

Der Entwurf basiert auf der Idee, die Auffassung der Lehre Comenius räumlich umzusetzen. Anhand von Motiven eines aus dem Werk des Comenius gebildeten “Lebensweges” sollen die örtlich vorhandenen, unterschiedlichen sozialen Einrichtungen wie z. B. Kindergarten, Grundschule und Seniorentagesstätte, aber auch der südlich des Karl-Marx-Platzes gelegene “Böhmische Gottesacker” gestalterisch über einen Pfad miteinander verbunden werden. Die unterschiedlichen Räume des Gartens werden durch Pflanzen gebildet, deren Größe vom Kraut bis zum Baum reicht.

Zum 400. Geburtstag Comenius stiftete die damalige tschechoslowakische Regierung darüber hinaus ein Denkmal von Comenius, welches ebenfalls seinen Platz im Comenius-Garten fand und von Alexander Dubcek enthüllt wurde. Träger des Comenius Gartens ist der Förderkreis Böhmisches Dorf.

Ins Neuköllner Paradies werden Besucher einbezogen: Kitas haben eigene Beete, Obst wird gemeinsam geerntet – falls die Steppkes Kirschen und Co. nicht vorzeitig abreißen.

Der Park zeigt den Lebensweg des Menschen. Liebevoll angelegt ist er mit Skulpturen, Teich (“Weltmeer”), Wasserbecken, Beeten, Wiese und Bach (“Lebensquell”). Jeder Bereich ist nach Comenius-Werken benannt. Da ist der Walnussbaum, der für die “Schule des vorgeburtlichen Lebens” steht.

Veilchenbeet, Rosenhain, Wiesenteppich, Irrgarten, Arzneigarten und der Pavillon, genannt “Seelenparadies”, zeigen das Grundschulater. Eine von Kindern gerne für Tänze genutzte Bühne und eine Galerie sind die “Lateinschule”, die auf einem dreieckigen Podest am Eingang stehenden Geräte Teleskop, Spiegel und Mikroskop die Akademie. Außerhalb des Parks setzt sich der Lebensweg fort bis zum Böhmischen Gottesacker.

Telefonische Anfragen unter 686 61 06.

Entwurf 1987/92: Cornelia Müller, Elmar Knippschild, Jan Wehberg (Garten- und Landschaftsarchitekten)

Weitere Informationen

Lage im Böhmischen Dorf unweit Karl-Marx-Straße
Richardstr. 35

Führungen sind nach telefonischer Vereinbarung möglich unter:
Tel.: (030) 686 61 06 – Hr. Vierck
Homepage / E-Mail

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