Carsharing: Vor- und Nachteile des Gemeinschaftsautos

Carsharing: Vor- und Nachteile des Gemeinschaftsautos

Carsharing erspart Autofahrern eine Menge Ärger und Kosten. Aber es hat auch Nachteile.

Carsharing boomt

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Ein Vierteljahrhundert ist Carsharing in Deutschland alt, doch erst seit wenigen Jahren steigen die Kundenzahlen sprunghaft.

Warum Menschen zum Carsharing wechseln, liegt auf der Hand: Es bietet mehr Vorteile. Nur in wenigen Fällen wären Verbraucher mit dem eigenen Auto besser beraten als mit einer Mitgliedschaft in einer Carsharing-Organisation, wie die folgende Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile zeigt.

Vorteile von Carsharing

Carsharing spart die Anschaffungskosten

Zu den kostspieligsten Faktoren eines Autos im Privatbesitz gehören die Anschaffungskosten. Nicht selten sind schon für einen neuen Kompaktwagen an die 20.000 Euro zu zahlen. Solche Kosten fallen beim Carsharing nicht an, denn die Autos sind im Besitz des Anbieters. Teilnehmer müssen nur für die Fahrzeugnutzung sowie einen geringen Mitgliedsbeitrag zahlen.

Carsharing lastet Autos optimal aus

Ein Auto im eigenen Besitz wird in den meisten Fällen äußerst ineffizient genutzt. Im Durchschnitt ist das Fahrzeug an 23 Stunden am Tag ein «Stehzeug», das nicht gebraucht wird, seinem Besitzer aber trotzdem hohe Fixkosten verursacht. Das ist beim Carsharing anders- gut ausgelastete Autos sind ständig unterwegs.

Carsharing spart Fixkosten

Zu den beim Privatauto zu schulternden Fixkosten gehören die Kfz-Steuern, die Aufwendungen für Versicherung, Wartung und Reparaturen sowie der Wertverlust. Die je nach Fahrzeug zwischen 150 bis 500 Euro Fixkosten pro Monat muss der Besitzer allein aufbringen. Beim Carsharing werden die Fixkosten dagegen gleichmäßig auf die Schultern aller Nutzer verteilt. Daher fallen sie für den einzelnen entsprechend gering aus. Sie sind bereits in die Nutzungsgebühr eingerechnet.

Carsharing erspart Stress mit TÜV oder Reparaturen
Privates Carsharing
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Um Inspektions- und Reparaturtermine in der Werkstatt muss sich kein Carsharing-Teilnehmer kümmern. Solche für die meisten Autofahrer lästigen Dinge erledigt der Anbieter.
Teilnehmer müssen sich auch nicht um ein Ersatzfahrzeug bemühen: Ist ein Pool-Auto in der Werkstatt und kann nicht ausgeliehen werden, nehmen sie einfach ein anderes.

Carsharing hat eine flexibles Angebot

Beim Privatauto sind Besitzer nach dem Kauf festgelegt. Sie fahren immer dasselbe Auto, bis sie es wieder verkaufen.
Teilnehmer beim Carsharing sind dagegen flexibel und können frei aus der Fahrzeugpalette des Anbieters auswählen: etwa am Montag einen Kleinwagen, am Mittwoch für den Einkauf im Baumarkt einen Transporter und für den Ausflug am Wochenende einen Roadster.

Carsharing-Fahrzeuge sind meist auf dem neuesten Stand

Da die Pool-Fahrzeuge intensiv genutzt werden, wird ein Carsharing-Anbieter seinen Fuhrpark ständig erneuern. Das führt dazu, dass die Flotte in der Regel auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Carsharing spart Platz

Je nach Größe der Organisation teilen sich 15 bis 20 Nutzer ein Auto. Das spart gerade in den engen Innenstädten Platz. Weil die Teilnehmer auch ihr Fahrverhalten ändern und sich vor allem für Transporte sowie für mittlere und weite Fahrstrecken ein Auto ausleihen, geht insgesamt die Verkehrs- und damit auch die Umweltbelastung durch Lärm und Abgase zurück.

Nachteile bei Carsharing

Carsharing-Leihstation ist nicht immer in der Nähe

Carsharing setzt ein gewisses Maß an Flexibilität voraus. Nicht jeder Verbraucher hat eine Leihstation um die Ecke und muss daher erst zu Fuß, per Fahrrad, Bus oder Taxi zum Leihfahrzeug gelangen. Unter Umständen ist bei großer Nachfrage auch nicht jedes Wunschauto zu jedem Termin verfügbar. Wer größten Wert auf individuelle Unabhängigkeit legt, ist dann mit dem eigenen Auto besser beraten.

Carsharing ist für Pendler nicht geeignet

Wer für den täglichen Berufsweg auf das Auto angewiesen ist, fährt mit dem eigenen Wagen oder mit privat organisierten Fahrgemeinschaften besser. Carsharing wird auch über die Nutzungsdauer abgerechnet. Während der Arbeit, bei der das Carsharing-Auto auf dem Parkplatz vor der Firma steht, würden sonst unnötig hohe Nutzungsgebühren anfallen.

Carsharing eignet sich nur bedingt für Autofans

Carsharing fällt denjenigen Verbrauchern leichter, deren Verhältnis zum Auto eher rational statt emotional geprägt ist. Ein von vielen gemeinsam genutztes Auto ist in erster Linie ein nützliches Verkehrsmittel und kein emotional aufgeladenes Statussymbol oder gar Fetisch. Wer beim Autofahren darauf Wert legt, sollte sich besser ein eigenes Auto kaufen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 16. Mai 2019