Deutsche Bahn und GDL setzen Tarifverhandlungen fort

Deutsche Bahn und GDL setzen Tarifverhandlungen fort

Im Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat in Berlin die dritte Verhandlungsrunde begonnen. Die Konzernseite hatte am Wochenende angekündigt, der Gewerkschaft an diesem Montag ein Angebot machen zu wollen. «Auf der einen Seite geht es darum, die immensen Corona-Schäden mit zu bewältigen, aber gleichzeitig auch den Beschäftigten Sicherheit zu geben, Perspektiven zu bieten», sagte Personalvorstand Martin Seiler am Montagmorgen vor den Treffen. Er stellte zudem eine «moderate Lohnerhöhung» in Aussicht.

Seiler deutete an, dass das Angebot in der Größenordnung des Abschlusses ausfallen könnte, den die Bahn bereits mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im vergangenen September geschlossen hat. «Wir werden uns in diese Richtung bewegen», sagte er. Die Einigung mit der EVG sieht unter anderem eine Lohn- und Gehaltssteigerung von 1,5 Prozent ab dem kommenden Jahr vor sowie eine Beschäftigungsgarantie seitens der Bahn.
Die GDL äußerte sich am Montag zunächst nicht zu den Aussagen des Personalvorstands. Die Gewerkschaft fordert in den Verhandlungen unter anderem 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1300 Euro. GDL-Chef Claus Weselsky hatte in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass ein Abschluss wie mit der EVG für ihn nicht in Frage komme. Wenn das Bahn-Management eine 1,5 Prozent-Lösung wolle, sei Streik programmiert, hatte er bei der vorigen Tarifrunde Ende April gesagt.
«Wer in diesen Zeiten ernsthaft über Streik spricht, der verkennt die Situation draußen», sagte Seiler. Die Beschäftigten erwarteten Lösungen, die Reisenden wollten wieder verreisen. «Jetzt geht es darum, solidarisch, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 17. Mai 2021 11:14 Uhr

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