Streik im Nahverkehr ohne Chaos: S-Bahnen etwas voller

Streik im Nahverkehr ohne Chaos: S-Bahnen etwas voller

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat am Freitagmorgen in Berlin zu volleren S-Bahnen geführt - das große Chaos ist aber ausgeblieben.

Warnstreik im Nahverkehr in Berlin und Brandenburg

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09.10.2020, Berlin: Keine Person befindet sich an der Tram-Haltestelle am Alexanderplatz.

«Die Züge sind zurzeit etwas stärker ausgelastet als zu den Hauptverkehrszeiten an anderen Werktagen», teilte die Deutsche Bahn am Morgen mit. Regionalzüge und die S-Bahn waren von dem Arbeitskampf nicht betroffen. Die Gewerkschaft Verdi hatte in den vergangenen Tagen stets betont, möglichst früh über die Aktionen zu informieren, so dass sich Fahrgäste auf die Ausfälle einstellen können. In der Hauptstadt sollten am Freitag (09. Oktober 2020) Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) von 3.00 Uhr morgens an für 24 Stunden im Depot bleiben.

Brandenburger Verkehrsbetriebe streiken bis Mittag

In Brandenburg waren der Gewerkschaft zufolge der Verkehrsbetrieb Potsdam, Regiobus Potsdam-Mittelmark, die Havelbus Verkehrsgesellschaft sowie die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel betroffen. Hier sollte der Warnstreik bis zum Mittag andauern.

Verdi: Menschen haben sich gut auf den Streik eingestellt

Im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Berlin und Brandenburg wird seit den frühen Morgenstunden des Freitag wieder gestreikt. «Es fährt keine Bahn, kein Bus und keine U-Bahn der BVG», sagte der Verdi-Sprecher von Berlin-Brandenburg, Andreas Splanemann. Die Warnstreiks seien ruhig und ohne Zwischenfälle angelaufen. Die Unmutsäußerungen von Fahrgästen hätten sich «in Grenzen gehalten». Die Menschen hätten sich offensichtlich gut auf die Warnstreiks eingestellt, sagte Splanemann. Laut BVG sind gut zwei Millionen Fahrgäste betroffen, die täglich den Berliner Nahverkehr nutzten.

Verdi fordert bundesweit einheitliche Bezahlung im Nahverkehr

Hintergrund der Warnstreiks ist die Forderung des Verdi-Bundesverbands nach einer bundesweit einheitlichen Tarifregelung für die rund 87 000 Beschäftigten im ÖPNV. Tarife im Nahverkehr werden derzeit in den 16 Bundesländern einzeln ausgehandelt. Derzeit laufen etwa Verhandlungen unter anderem in Berlin. Weil sich deshalb die Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Regionen aus Sicht der Gewerkschaft zu weit auseinander entwickelt haben, sollen die regionalen Regelungen um eine bundesweite ergänzt werden.

Bundesweite Aktionen in dieser Woche

Bereits Ende September war es deshalb bundesweit zu einem Warnstreik gekommen, auch Berlin und Brandenburg waren betroffen. In dieser Woche folgten Aktionen in NRW, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Bremen. Neben Berlin und Brandenburg ist am Freitag auch Bayern betroffen.
Störung im Nahverkehr
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Störungen im Nahverkehr

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 9. Oktober 2020 10:36 Uhr

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