Bodendienstleister beantragt Schutzschirmverfahren

Bodendienstleister beantragt Schutzschirmverfahren

Der Bodendienstleister Wisag Ground Service Tegel (WGST), der am Flughafen Tegel aktiv ist, sucht angesichts der Corona-Pandemie Rettung in einem Schutzschirmverfahren. «In den kommenden drei Monaten wird das Management versuchen ein neues Geschäftsmodell für die WGST zu entwickeln mit dem Ziel, für einen Teil der Belegschaft eine Perspektive zu schaffen», teilte die Wisag-Gruppe auf Anfrage mit. Die Mitarbeiter erfuhren demnach am Freitag auf einer Betriebsversammlung in Berlin, dass der Antrag eingereicht worden sei.

Flughafen Berlin-Tegel

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Passagiere stehen am Flughafen Berlin-Tegel vor der Sicherheitskontrolle Schlange.

Das Schutzschirmverfahren schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen weiter verantwortlich lenken und selbstständig sanieren.
Der Gewerkschaft Verdi zufolge sind von dem Schritt rund 350 Beschäftigte betroffen. Verdi erwarte, dass die vereinbarten Tarifverträge umgesetzt würden. Angaben zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter machte die Gruppe dagegen nicht. Details könne man vorerst nicht nennen, da man erst am Anfang des Prozesses stehe.
Hintergrund des Antrags seien der weltweit drastisch eingebrochene Luftverkehr und die geplante Schließung des Flughafens Tegel. Am 31. Oktober soll nach jahrelangen Verzögerungen der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld in Betrieb gehen und Tegel wenige Tage später schließen.
Die Wisag hatte bereits vor zwei Wochen angekündigt, etwa 800 von 1500 Stellen bei den Berliner Gesellschaften abzubauen. Man wolle prüfen, mit dem Antrag auf ein Schutzschirmverfahren «zumindest einem Teil der betroffenen Mitarbeiter eine neue Perspektive zu geben», hieß es nun von dem Bodendienstleister. Der Betrieb werde bis auf Weiteres regulär fortgeführt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 25. Juli 2020 08:26 Uhr

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