Testfahrten für automatisiertes Fahren

Testfahrten für automatisiertes Fahren

Die Testfahrten der TU Berlin mit automatisierten und vernetzten Autos sollen bald auch auf verkehrsintensive Zeiten ausgeweitet werden. «Bislang fahren wir nur in Zeiten, in denen wenig Verkehr herrscht», sagte der Leiter des Projekts, Sahin Albayrak, von der Fakultät Elektrotechnik und Informatik an der Technischen Universität. «Ginge es nach mir, würden wir umgehend auch zur Rush-Hour fahren, aber wir brauchen noch etwas Zeit.»

Vor rund einem Monat haben die Fahrten im Berliner Straßenverkehr begonnen. Fünf Testautos sind seither auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz unterwegs. Unterschieden wird bei der Technik zwischen automatisiertem und völlig autonomem Fahren. Automatisiert bedeutet, dass der Computer das Auto fährt, ein Mensch aber das Geschehen überwacht.
Beim autonomen Fahren ist ein Mensch im Auto nicht mehr nötig. Zwei der Autos sind derzeit technisch so ausgerüstet, dass sie künftig auch automatisiert fahren können.
Rund 100 Sensoren entlang der Strecke sammeln Infos über den Verkehr, Ampelschaltungen, Wetter und die Beschaffenheit der Fahrbahn und geben diese an die Fahrzeuge weiter. Die größten Herausforderungen seien derzeit noch die beiden großen Kreisverkehre Großer Stern und Ernst-Reuter-Platz. «Das sind Situationen, für die wir die Systeme noch trainieren müssen», sagte Albayrak.
Das Projekt diene auch dazu, rund um das Thema in Berlin ein Netzwerk aus Unternehmen und Forschungsgruppen zu etablieren, «die in diesem High-Tech-Bereich neue Lösungen entwickeln». «Unsere Automobilindustrie investiert derzeit viel Geld in die Entwicklung von elektrischen Antrieben», sagte Albayrak. Sie müsse aufpassen, dass sie bei der Weiterentwicklung des Autonomen Fahrens nicht den Anschluss verpasse. Dafür bräuchte es deutlich stärkere Kooperationen zwischen Unternehmen, Zulieferern und Forschungseinrichtungen als bislang.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 27. Oktober 2019 08:43 Uhr

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