Radfahrer werden oft zu dicht überholt

Radfahrer werden oft zu dicht überholt

Fahrradfahrer werden in Berlin laut einer aufwendigen «Tagesspiegel»-Untersuchung häufig viel zu dicht von Autofahrern überholt.

Eine Radfahrerin auf der Straße

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Eine Radfahrerin weicht von einem zugeparkten Radweg auf die Fahrbahn aus. Foto: A. Heinl/Archiv

Laut gängiger Rechtsprechung müssten Autos, Laster oder Motorräder dabei mindestens einen Seitenabstand von 1,5 Metern einhalten - dieser Abstand werde jedoch in mehr als jedem zweiten Fall (56 Prozent) unterschritten, berichtet das Blatt (Samstag) unter Berufung auf einen eigenen Test. «In 18 Prozent der Fälle betrug der Abstand sogar weniger als einen Meter.»
Die Zeitung hatte 100 Fahrradfahrer aus allen Berliner Bezirken zwei Monate lang mit Abstandssensoren ausgestattet. Die Radler legten laut Angaben in dem Zeitraum insgesamt mehr als 13 000 Kilometer zurück, 17 000 Überholvorgänge flossen in die Auswertung ein. Den Überholabstand kontrolliert die Polizei in Berlin laut dem Bericht bisher nicht.
Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) sagte dem «Tagesspiegel», es müsse ein konkreter Sicherheitsabstand in der Straßenverkehrsordnung verankert werden. Sie befürworte zudem höhere Bußgelder. Laut Angaben werden für Überholmanöver mit zu geringem Seitenabstand bisher 30 Euro fällig.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. Dezember 2018