Berlin will Sanierungsstau bei Straßen langsam auflösen

Berlin will Sanierungsstau bei Straßen langsam auflösen

Autofahrer in Berlin sind genervt von den vielen Baustellen. Diese lassen sich auch Sicht der Verkehrssenatorin nicht vermeiden. Und allein mit Geld sei es nicht getan.

Arbeiter auf Baustelle

© dpa

In Berlin gibt es momentan viele Baustellen. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

Berlin (dpa/bb) - Mit mehr Geld und Personal will das Land Berlin den Zustand seiner oft löchrigen Straßen verbessern. Das könne aber nicht auf einen Schlag geschehen, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) am Montag bei der Vorstellung der größten Projekte in den nächsten Jahren. «Es ist über 20 Jahre deutlich zu wenig investiert worden», meinte sie. Durch den Sparkurs seien «Schulden an der Infrastruktur» angehäuft worden. Das dürfe «nie wieder» passieren.
Berlin geht jetzt zahlreiche mehrjährige Projekte an. Es geht um die Sanierung von Brücken, Hauptstraßen, Tunneln sowie Abschnitten von Bundesstraßen und Autobahnen. Hinzu kommen Arbeiten entlang der Berliner Gewässer. So soll die Panke bis zum Jahr 2025 «naturnah umgestaltet» werden, «sie wird dann mäandern», sagte die Leiterin Projektmanagement in der Abteilung Tiefbau, Katrin Vietzke. Der Fluss fließt 17,6 Kilometer auf Berliner Gebiet, oft durch befestigte Ufer eingezwängt.
Zu den kostspieligsten Vorhaben gehören Abriss und Neubau der Salvador-Allende-Brücke, die die Spree im Stadtteil Köpenick überquert. Die Brücke ist vom sogenannten Betonkrebs befallen und deshalb nicht mehr zu retten. Für den Ersatz sind 37 Millionen Euro veranschlagt, Mitte 2021 soll das Bauwerk fertig sein.
Im Doppelhaushalt 2018/2019 sind nach Günthers Worten die bisherigen Mittel zur Unterhaltung bestehender Verkehrswege um 25 Prozent auf 52 Millionen Euro jährlich erhöht worden. Davon gehen allein 33 Millionen Euro in das Programm gegen Schlaglöcher.
Nach Worten von Günther sind mehr Baustellen nicht zu vermeiden. Das werde auch häufiger zu Einschränkungen im Verkehr führen. Um den Sanierungsstau aufzulösen, seien mehr Planungs- und Baukapazitäten nötig, sagte sie. Das Personal in der Verwaltung für den Tiefbau werde gerade um 45 Stellen aufgestockt, das seien zehn Prozent. Es sei aber nicht einfach, die Fachkräfte zu finden. Die Baustellen «im Terminplan abzuarbeiten», sei schwierig, weil zum Teil zu wenig Facharbeiter zur Verfügung stünden, berichtetet Vietzke.
Der Leiter der Abteilung Tiefbau, Lutz Adam, sagte, es müssten zahlreiche Projekte parallel angegangen werden, weil eben so viel in den vergangenen 20 Jahren versäumt worden sei. «Wir müssen anfangen, sonst kommt es zu Einschränkungen im Verkehr auch ohne Baustelle», fügte er hinzu. Die oft langen Bauzeiten erklärte er damit, dass man die komplette Sperrung von Straßen vermeiden wolle. Das schrittweise Sanieren führe «zu erheblich längeren Bauzeiten».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 26. März 2018