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Viele Bahnstrecken nach Sturm weiterhin gesperrt

Der Sturm «Xavier» ist längst abgezogen, die Folgen sind aber noch am Freitag (06. Oktober 2017) zu spüren. In den Bahnhöfen in Berlin wimmelt es von gestrandeten Menschen. Nur langsam läuft der Zugverkehr wieder an.
Passagiere in einer S-Bahn
Wartende Passagiere in einer S-Bahn. © dpa

Auch am Tag nach dem Sturm «Xavier» sind viele Reisende und Berufspendler aus Berlin nicht mit der Bahn ans Ziel gekommen. Die Schäden an den Trassen waren so groß, dass nicht alles auf einmal repariert werden konnte. So lief der Regionalverkehr in Brandenburg und Berlin nur langsam wieder an. Von Berlin sollte nach Angaben der Deutschen Bahn den ganzen Freitag kein einziger Zug nach Hamburg und Hannover fahren. Die Strecken waren noch an mehreren Stellen unterbrochen.

Reisende verbrachten Nacht in Hotelzügen

Im Berliner Hauptbahnhof sammelten sich am Vormittag Tausende Menschen, die nicht aus der Hauptstadt wegkamen, weil zunächst kein einziger Zug fuhr. Viele Menschen hatten die Nacht zu Freitag in bereitgestellten Zügen im Tiefgeschoss des großen Bahnhofes verbracht. Mietwagen waren am Freitag so gut wie ausgebucht, einzelne Reisende versuchten, mit Taxis auch in weiter entfernte Städte zu kommen. Erst gegen Mittag fuhren vereinzelt wieder Züge - aber nur Richtung Süden.

Strecken werden auf Schäden untersucht

Die Bahnstrecken wurden mit Hubschraubern abgeflogen, um einen Überblick über die Sturmschäden zu bekommen, wie eine Sprecherin berichtete. Außerdem seien überall fahrbare Hebebühnen unterwegs, um heruntergerissene Stromleitungen wieder instand zu setzen.

Anhaltende Einschränkungen bei Regional- und S-Bahn

Starke Einschränkungen gab es auch im Regionalverkehr und bei der S-Bahn. Zwar verkehrten bei der S-Bahn auf fast allen Strecken Züge, viele Linien blieben aber unterbrochen und wurden teils durch Bussen ersetzt. Mindestens 40 Bäume seien in die Gleise gestürzt, sagte ein Sprecher.

Die Ringbahn S41/42 fuhr am Nachmittag wieder auf dem Abschnitt von Gesundbrunnen bis Hermannstraße, der südliche und östliche Ring werde aber durch die S9 und S46 größtenteils abgedeckt. Die S85 fiel noch komplett aus. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen fuhren am Freitag in Berlin wieder fast störungsfrei.

Im Regionalverkehr waren die meisten Strecken noch nicht wieder frei. Es waren lediglich Züge der Linie RE 1 von Magdeburg nach Genthin und Fürstenwalde nach Frankfurt (Oder) unterwegs, außerdem die RE 3 von Stralsund nach Eberswalde sowie von Berlin nach Lutherstadt Wittenberg, die RE 6 von Hennigsdorf nach Velten und die RE 18 von Cottbus nach Ruhland.

Feuerwehr beseitigt Äste und Bäume

Die Feuerwehr zählte bis zum frühen Freitagnachmittag rund 2300 Einsätze wegen des Sturms. Beim Großteil habe es sich um umgestürzte Bäume gehandelt. Auch lose Dachziegel oder umherfliegende Absperrungen riefen die Einsatzkräfte auf den Plan. Rund 400 unerledigte Aufträge hatten die Feuerwehrleute noch vor sich.

Rund 1200 Feuerwehrleute waren bis Freitagmorgen, etwa 1000 andere im Tagesverlauf im Dienst. Noch immer gingen rund 60 Anrufe pro Stunde über die Notrufnummer 112 ein, sagte ein Sprecher. «Wenn die Leute den ein oder anderen Ast selbst wegräumen, hilft uns das sehr.» Die Feuerwehr ist nur für die Beseitigung von Hindernissen auf Haupt- und Nebenstraßen zuständig, bei Parks sind Bezirksämter, bei Gärten die Eigentümer gefragt.

Auf den Straßen lägen zum Teil noch große Äste und Bäume, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Es herrsche immer noch ein Ausnahmezustand. Das Auto stehen lassen müsse man aber nicht: «Einfach vorsichtig fahren», empfahl der Sprecher.

Lange Schlangen am Hauptbahnhof

Die Menschen am Hauptbahnhof warteten zum Teil bis zu einer Stunde, bis sie an einem Schalter an die Reihe kamen. Die Auskunft lautete am Vormittag allerdings immer gleich: «Es fährt derzeit kein Zug. Wann sich das ändert, können wir noch nicht sagen».

Die Stimmung war im großen Bahnhof trotz der Probleme weitgehend ruhig und gelassen. Nur Touristen und ältere Reisende waren ratlos, weil sie nicht wussten, wie sie ihre Ziele erreichen sollten. Mehrere Schulklassen warteten auf ihre Heimfahrt. «Ich will hier nicht noch eine Nacht verbringen. Ich will eine Dusche», sagte ein Mädchen, das seit Donnerstagabend zusammen mit Mitschülern in einem Zug übernachtet hatte.

Die Bahn hatte den Zugverkehr vor dem Höhepunkt des Sturms in den gefährdeten Gebieten eingestellt. Besonders betroffen waren neben Berlin und Brandenburg noch Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Eine Tote und mehrere Verletzte durch umgestürzte Bäume

Das Sturmtief hatte mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet. In Berlin-Tegel kam die Journalistin und Politik-Expertin Sylke Tempel ums Leben. Die 54 Jahre alte Chefredakteurin der Zeitschrift «Internationale Politik» (IP) wurde von einem umstürzenden Baum getroffen, nachdem sie ihr Auto verlassen hatte, um ein Hindernis aus dem Weg zu räumen.

Zwei Frauen, die sich ebenfalls in dem Fahrzeug befanden, wurden verletzt. Weitere Unfälle mit Verletzten gab es in Köpenick und in Plänterwald in Treptow. Auch dort kippten Bäume auf Autos. In Brandenburg starben vier Menschen.

Flamingos im Zoo durch Unwetter getötet

Im Zoo wurden 18 Flamingos von herabfallende Äste getötet. «Wir sind sehr traurig mitteilen zu müssen, dass wir trotz aller Vorkehrungen Tiere verloren haben», erklärte der Zoo am Freitag. Die große Gruppe der insgesamt 80 Flamingos hätte sich am Donnerstag nicht in ihre Stallungen bewegen lassen. Normalerweise brauche es dafür mehrere Tage Vorlauf, auch weil die Tiere sehr sensibel seien.

Zoo und Tierpark wegen Aufräumarbeiten geschlossen

Für Aufräumarbeiten blieben der Zoo und der Tierpark im Ostteil der Stadt am Freitag geschlossen. Der Zoo berichtete von Schäden durch umgestürzte Bäume, etwa beim Streichelzoo, an einem Zaun und der Außenanlage der Elefanten. Im Tierpark mit seinem großen Baumbestand seien nahezu alle Wege unpassierbar. Am Samstag wollten beide Zoos wieder öffnen.

Auch das Deutsche Technikmuseum meldete Schäden im Museumspark, die behoben werden müssten. Aus Sicherheitsgründen bleibe dieses Gelände bis mindestens Dienstag geschlossen. Das Museum sei aber uneingeschränkt zugänglich, hieß es.

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Aktualisierung: 6. Oktober 2017

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(Bilder: dpa; Sightseeing Point Berlin; Deutsche Bahn AG; VIZ Berlin)