LKA KTI 5 - Erkennungsdienst

Das Dezernat des polizeilichen Erkennungsdienstes umfasst Aufgaben der erkennungsdienstlichen Datenerhebung und –pflege, incl. DNA-Analyse-Datei, der daktyloskopischen Spurensuche, -sicherung und -auswertung, der Personenidentifizierung, der zentralen Lichtbildstelle und Gesichtserkennung, auf dem Sektor der Foto- und Medientechnik die Studio- und Spurenfotografie und digitale Bildbearbeitung sowie Tätigkeiten im Bereich des Verkehrsskizzen- und Kartendienstes.

LKA KTI 51 - ED-Aufnahme / Check-in

Personenerkennung
Bild: Polizei Berlin

Zur Identifizierung einer Person bzw. eines Spurenverursachers oder zur schnelleren Aufklärung zukünftiger Straftaten wird bei Tatverdächtigen eine sogenannte „erkennungsdienstliche Behandlung“ durchgeführt, wobei entsprechend der Zielrichtung Personalien und Personenbeschreibung erfasst, Finger- und Handflächenabdrücke aufgenommen sowie Lichtbilder von der Person gefertigt werden. Erkennungsdienstliche Behandlungen können berlinweit in mehreren Aufnahmestellen durchgeführt werden, die über die spezielle technische Ausstattung verfügen.

Die Koordination der Maßnahmen und die Qualitätskontrolle des erlangten Datenmaterials erfolgen rund um die Uhr durch den Check-In des Erkennungsdienstes, der elektronisch mit den Aufnahmestellen verbunden ist und Personen anhand ihrer Fingerabdrücke trotz falscher oder verweigerter Personalien identifizieren kann, sofern sie in der Vergangenheit bereits erkennungsdienstlich behandelt wurden.

LKA KTI 52 - ED-Material-Verwaltung / DNA-Analyse-Datei

Die personenbezogenen Daten aus erkennungsdienstlichen Behandlungen können unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen in erkennungsdienstlichen Sammlungen gespeichert werden, um in Zukunft eine schnellere Identifizierung der Person bzw. die Zuordnung einer Fingerspur vom Tatort zu ermöglichen. Für die Speicherung und Verwaltung der Personalien, Personenbeschreibungen, Fingerabdrücke und Fotos steht das EDV-System BIDAVIS (Bilddaten Verarbeitungs- und Informationssystem) zur Verfügung, das jedem befugten Polizeibeamten in Berlin ermöglicht, Fotos und Fingerabdrücke von Tatverdächtigen an einem berechtigten PC-Auskunftsplatz abzurufen und auszudrucken.

Bei Zweifeln an der Richtigkeit von Personalien wird das aufwändige sogenannte „Personenfeststellungsverfahren“ durchgeführt, bei dem Personenstandsurkunden eingesehen und Zeugen befragt werden.

In der DNA-Analyse-Datei werden zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten mit erheblicher Bedeutung die Personalien und DNA-Identifizierungsmuster von Tatverdächtigen gespeichert, um eine Zuordnung von DNA-Spuren an zukünftigen Tatorten zu ermöglichen (siehe auch unter „DNA-Analytik“).

LKA KTI 53 / 54 - Daktyloskopische Auswertung

Die Auswertung aller stadtweit gesicherten daktyloskopischen Spuren sowie deren Suche und Sicherung an Laborspurenträgern obliegt speziell ausgebildeten Daktyloskopen.

Nach Ausschluss tatneutraler Personen als berechtigte Spurenverursacher werden die tatrelevanten Spuren anschließend teilautomatisiert recherchiert oder mit erkennungsdienstlichem Material konkreter Tatverdächtiger verglichen und im Erfolgsfalle zweifelsfrei identifiziert.

Den Daktyloskopen steht bei ihrer Arbeit das leistungsfähige EDV-System AFIS (Automatisiertes Fingerabdruck-Identifizierungs-System) zur Seite, das einen teilautomatisierten Abgleich von Fingerabdruckspuren mit bereits gespeicherten Fingerabdrücken von Tatverdächtigen erlaubt, die anlässlich zurückliegender Straftaten erkennungsdienstlich behandelt wurden und als Ergebnis einer Recherche eine Liste von Personen ausgibt, deren Fingerabdrücke den Spuren am ähnlichsten sind. Die eigentliche Identifizierung des Spurenverursachers bleibt die Aufgabe eines Daktyloskopen, der die gespeicherten Fingerabdrücke dieser Personen einzeln mit der Spur vergleichen muss. Für Spuren, die von der Handfläche des Spurenverursachers stammen, besteht diese Recherchemöglichkeit analog.

Durch schnelle und effiziente Arbeit kann der Bereich Daktyloskopie somit innerhalb kürzester Zeit wichtige Täter- und Ermittlungsanhalte zur Aufklärung einer Straftat geben.

LKA KTI 55 -Lichtbildstelle / Zeugeneinsichtnahmen / Gesichtserkennung

Lichtbildvorzeigedatei
Bild: Polizei Berlin

In dieser Dienststelle werden Täterlichtbilder für berechtigte Bedarfsträger zusammengestellt, Lichtbildvorlagen für Ermittlungszwecke mittels BIDAVIS erzeugt. In der Lichtbildvorzeigedatei versuchen Opfer und Zeugen auf einem Computerbildschirm Fotos von Personen, die der Täterbeschreibung am ehesten entsprechen, festzustellen (Zeugeneinsichtnahme). Die Einsichtnahme ist auch wohnortnah bei mehreren Polizeidienststellen im Stadtgebiet möglich.

Mit Hilfe eines Computerprogramms erfolgt bei der Gesichtserkennung anlassbezogen der Abgleich eines unbekannt gebliebenen Straftäters gegen den erkennungsdienstlichen Lichtbildbestand.

LKA KTI 56 - Studio- und Spurenfotografie, digitale Bildbearbeitung/Digitaldruck und Verkehrsskizzen/Kartendienst

Fotostudio
Bild: Polizei Berlin
In der digitalen Bildbearbeitung werden Tatortbilder, daktyloskopische Spuren, Schuh- und Reifenspuren sowie verschiedenste elektronische Daten aus Überwachungskameras verarbeitet. Die Bild- und Druckausgabe erfolgt an modernsten Digitaldrucksystemen, die Printmedien zur schnellen gerichtsverwertbaren Beweissicherung oder zu dokumentarischen Zwecken in besonders hoher Qualität nach industriellem Standard erzeugen.

Ein umfangreiches Aufgabengebiet stellt die Studiofotografie dar, die der Aufnahme von Beweismitteln und der fotografischen Sicherung von Spuren von menschlichen Körpern dient. Zunehmend gewinnt auch die Sichtbarmachung schwieriger daktyloskopischer Spuren mittels digitaler Technik an Bedeutung.
Der Verkehrsskizzen- und Kartendienst fertigt mittels technischer Zeichnungen die Grundlage zur digitalen Verkehrsunfallaufnahme und stellt weiterhin individuelle Karten nach regionalen Gliederungen her.