Vorsicht vor Taschendieben!

Hand greift in Jackentasche mit Aktionslogo (Taschendiebstahlpiktogramm) unten links
Bild: ProPk/TransLink, South Coast British Columbia/Kanada

Beschmutzer-Trick, Rempel-Trick, Geldwechsel-Trick...

…sind die bekanntesten Maschen der in unserer Stadt ihr Unwesen treibenden Taschendiebe. Und immer wieder gelingt es ihnen, den Bürgern und Besuchern Berlins mit flinken Fingern und einer raffinierten Arbeitsweise Bargeld, Schmuck und Scheckkarten aus Geldbörsen, Bekleidung und Taschen zu entwenden.

Meist gehen sie hierbei arbeitsteilig vor. Während ein Täter das Opfer ablenkt, nutzt der zweite Täter die Unaufmerksamkeit aus, greift zu und übergibt das erlangte Gut an eine dritte Person, die sich anschließend von dem eigentlichen Tatgeschehen entfernt.

Zahlreiche Möglichkeiten für die Begehung von Taschendiebstählen bieten sich dem Täterkreis an: überall, wo viele Menschen zusammen kommen, wo Gedränge entsteht, werden auch Taschendiebe nicht weit sein. So können Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsbummel und Besuche von Veranstaltungen weniger erfreulich enden.

Berlinweit ist zentral das LKA 261 für die Bekämpfung des Taschendiebstahls zuständig.

Wie gehen die Täter vor? Tricks von A-Z

  • Abdeck-Trick

    Die Täter suchen Gasträume von Gastronomiebetrieben auf und treten an die an Tischen sitzenden Gäste heran, die ihr Handy oder die Geldbörse vor sich auf dem Tisch abgelegt haben. Mit einer/einem über den Wertgegenstand gehaltenen Spendenliste/ Stadtplan oder Bettelzettel, bitten sie die Gäste um eine Spende und entwenden dabei den auf dem Tisch liegenden Wertgegenstand.

  • Antanz-Trick

    Der Täter geht spontan auf sein Opfer zu und beginnt vor und mit ihm zu tanzen. Den dabei entstehenden Körperkontakt nutzt der Dieb, um Wertgegenstände zu entwenden.
  • Begrüßungs- und Umarmungs- Trick

    Der Täter geht spontan auf sein Opfer zu, begrüßt und umarmt es freudig. Dabei ertastet der Dieb zeitgleich die Lage der Wertgegenstände in der Bekleidung des Opfers und nutzt die körperliche Nähe, um diese zu entwenden.

  • Beschmutzer-Trick

    Der Dieb oder sein Mittäter beschmutzt sein Opfer gezielt mit z.B. Senf oder Ketchup und ist in der weiteren Folge bei der Reinigung der Bekleidung behilflich. So hat er die Gelegenheit, Taschen nach Wertgegenständen abzutasten und diese zu entwendet.

  • Bettel-Trick

    Kinder halten Ihnen in Lokalen ein Schild vor oder tollen auf der Straße um Sie herum, während eines die Ablenkung ausnutzt, um nach der auf dem Tisch liegenden Geldbörse oder in die Handtasche zu greifen.

  • Blockier-Trick

    Der Täter geht vor dem Opfer und verlangsamt seinen Gang oder bleibt unvermittelt stehen. Ein zweiter Täter geht hinter dem Opfer, läuft auf dieses auf und nutzt den entstandenen Körperkontakt, um Wertgegenstände aus der Kleidung oder mitgeführten Behältnissen des Opfers zu entwenden.

  • Blumen-Trick

    Ein Fremder begrüßt Sie freundschaftlich, umarmt Sie, steckt Ihnen eine Blume an und entwendet derweil Ihr Portemonnaie.

  • Drängel-Trick

    Der Täter bedrängt sein Opfer von hinten bzw. seitlich oder das Opfer wird von mehreren Tätern in die Zange genommen. Durch den Körperkontakt begünstigt, können Täter nun Wertgegenstände aus den Taschen des Opfers entwenden.

  • Geldwechsel-Trick

    Der Täter bittet sein Opfer eine Geldmünze zu wechseln. Dieses sucht hilfsbereit in der Geldbörse nach Wechselgeld. Dabei entwendet der Dieb unbemerkt Geldscheine aus dem Geldscheinfach der Börse.

  • Handydiebstahl – Trick

    In der Regel benutzen der oder die Täter einen bestimmten Gegenstand um Sie abzulenken und dabei Ihr auf dem Tisch liegendes Handy/Smartphone abzudecken, um es unbemerkt entwenden zu können.

  • Hochhebe-Trick

    Der Täter hebt sein Opfer spontan an, um dessen Gewicht abzuschätzen. Dabei entwendet der Dieb die Wertsachen aus den Gesäßtaschen.

  • Hotel-Trick

    Diebe begeben sich in Hotelrestaurants und entwenden Wertgegenstände oder Handtaschen von Hotelgästen, die ihre Behältnisse während ihres Ganges zum Frühstücksbuffet am Tisch zurückgelassen haben. Darüber hinaus entwenden „Hoteltäter“ auch abgestellte Handgepäckstücke von Hotelgästen in Empfangs- und Lobbybereichen.

  • Nachläufer – Trick

    Der Täter beobachtet das spätere Opfer bereits im Geldinstitut am Geldautomaten und erspäht die Geheimnummer der Geldkarte. Er oder ein Mittäter entwenden dann das abgehobene Bargeld und die Geldkarte, um im Anschluss weitere, unberechtigte Verfügungen am Geldautomaten durchzuführen.

  • Rempel-Trick

    Sie werden im Gedränge angerempelt, auf (Roll-)Treppen von den Tätern in die Zange genommen oder beim Ein- und Aussteigen auflaufen gelassen und bestohlen.

  • Restaurant-Trick

    Der Taschendieb setzt sich an einen Tisch und platziert seinen Stuhl direkt hinter einem Stuhl, über dessen Stuhllehne Jacke oder Handtasche eines Restaurantbesuchers gehängt wurde, so dass er durch seine eigene, über die Stuhllehne gehängte Jacke, in die Taschen der Jacke oder in die Tasche des Opfers greifen und Wertgegenstände entwenden kann.

  • Rolltreppen-Trick

    Der Täter betätigt die Notstoppeinrichtung an einer Rolltreppe, so dass diese plötzlich stehen bleibt. Die Irritation nutzend, drängt sich der zweite und/oder dritte Täter von hinten an die Rolltreppennutzer heran oder vorbei. Dabei werden diese bestohlen.

  • Schlüsseldiebstahls – Trick

    Diese Begehungsweise wird überwiegend in bürgerlichen Wohngegenden angewandt. Während ein Täter vom Opfer unbemerkt die Wohnungsschlüssel entwendet, begibt sich ein zweiter Täter mit dem Schlüssel in die Wohnung des Opfers und entwendet dort Bargeld und Wertgegenstände. Der Wohnungsschlüssel wird dann vom Täter dem Opfer wieder zugespielt oder am Tatort hinterlassen.

  • Schmucktrick

    Es handelt sich um einen Trick, in dessen Verlauf der Täter den echten, am Körper getragenen Goldschmuck seines Opfers gegen unechten Schmuck austauscht. Dabei treten die Täter an ihr Opfer heran und bitten um eine Auskunft (z.B. Frage nach dem Weg zum nächsten Krankenhaus). Zum Dank dafür legt der Täter dem Opfer eine Kette um den Hals oder um das Handgelenk. Gleichzeit löst er den echten Schmuck des Opfers. Oft wird der Diebstahl der echten Schmuckstücke vom Opfer erst später bemerkt.

  • Spendenlisten-Trick

    Es handelt sich um eine spezielle Art des Abdecktricks. Die Täter gehen dabei offen vor und treten an Passanten unter Vorhalten einer Spendenliste für eine fiktive, wohltätige Organisation heran. Dabei gehen die Täter meist aufdringlich vor und verdecken dem Opfer mit der Spendenliste bewusst die Sicht zu seinen, am Körper getragenen Wertgegenständen. Selbst nach einer möglichen Geldspende treten die Täter danach noch einmal an den Spendenden heran, um die Börse oder das Handy aus der Oberbekleidung oder Handtasche zu stehlen.

  • Sport- und Fußball-Trick

    Der Täter spricht sein Opfer zu einem sportlichen Themenfeld an und zeigt ihm unaufgefordert typische Kampfsport- oder Fußballtricks. Dabei sucht er die körperliche Nähe und berührt sein Opfer absichtlich, indem er mit seinen Beinen zwischen dessen Beinen agiert oder sich mit seinen Beinen in dessen Beinen einhakt. Den Moment der Ablenkung nutzt der Dieb, um Wertgegenstände zu entwenden.

  • Stadtplan-Trick

    Der Täter befragt sein Opfer unter Vorhalten eines Stadtplans nach dem Weg. Während der Befragte auf den Stadtplan schaut und Auskunft gibt, wird er bestohlen.

  • Supermarkt-Trick

    Taschendiebe begeben sich in Supermärkte und selektieren dort unauffällig Kunden, die ihre Tasche am Einkaufswagen befestigt haben. In einem günstigen Moment greift der Täter in die Tasche und entwendet die Geldbörse oder ein zweiter Täter spricht das Opfer an und bittet um Hilfe bei der Suche nach einer bestimmten Ware. Dadurch wird das Opfer abgelenkt. Der zweite Täter kann unbemerkt die Börse aus der Tasche entwenden. Der Diebstahl wird dann oft erst an der Kasse bemerkt.

  • Taschenträger-Trick

    Der Täter bietet den späteren Opfern, die meist vom Einkaufen nach Hause kommen höflich an, beim Tragen der Einkaufstaschen behilflich zu sein. Bereitwillig überlässt das Opfer dem Dieb die Taschen, in dem sich auch meist die Geldbörse befindet. Dieser trägt die Taschen bis vor die gewünschte Wohnungstür und entwendet die Geldbörse.

Aktuelle Begehungsweise

  • Abdeck-Trick zum Nachteil von Autofahrern: Täter treten mit einem Stadtplan oder einer U-Bahnkarte meist an die Beifahrerseite von Fahrzeugen heran, die im Stau stehen oder an einer roten Ampel halten müssen. Während der Fahrzeugführer das Fenster öffnet, beugt sich der Täter in den Fahrgastraum und verdeckt mit dem Plan abgelegte Wertgegenstände auf dem Beifahrersitz oder Mittelkonsole. Dabei entwendet der Täter die unter dem Plan befindlichen Wertsachen.

Tricks als Bilder im pdf-Format

Rempeltrick

PDF-Dokument (1.4 MB)

Restaurant-Trick

PDF-Dokument (1.4 MB)

Beschmutzer-Trick

PDF-Dokument (1.5 MB)

Supermarkt-Trick

PDF-Dokument (1.1 MB)

Stadtplan -Trick

PDF-Dokument (1.5 MB)

Nachläufertrick

PDF-Dokument (1.0 MB)

Handydiebstahl

PDF-Dokument (1020.5 kB)

Taschendiebe nutzen das Gedränge

PDF-Dokument (1.1 MB)

Taschendiebe nutzen die Unaufmerksamkeit

PDF-Dokument (950.4 kB)

So können Sie sich schützen

  • Wertsachen sollten Sie nicht in außenliegenden Taschen, Hand-/ Herrentaschen oder in Rucksäcken aufbewahren.
  • Innen-, Bauch- und die vorderen Hosentaschen sind schwer zugängliche und somit sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten.
  • Taschen und Rucksäcke sollten immer geschlossen sein und möglichst an der Körpervorderseite und unter dem Arm geklemmt getragen werden.
  • Insbesondere bei Einkaufsgetümmel und Menschenansammlungen sollten Sie auf mitgeführte Taschen verzichten.
  • Stellen bzw. hängen Sie Gegenstände nie unbeaufsichtigt ab (im Einkaufswagen, unter dem Tisch/an der Stuhllehne im Restaurant).
  • Seien Sie wachsam und misstrauisch, wenn Sie bedrängt, beschmutzt oder abgelenkt werden.
  • Legen Sie Bekleidung nie mit Wertsachen an der Garderobe oder über den Stuhl ab.
  • Zeigen Sie keine hohe Bargeldsummen und seien Sie bei und nach Bargeldabhebungen besonders aufmerksam.

Schwerpunktkarten Taschendiebstahl

Link zu: Schwerpunktkarten Taschendiebstahl
Bild: Polizei Berlin

Jeweils zum Monatsanfang veröffentlicht die Polizei Berlin Kartenmaterial, aus dem die aktuellen örtlichen Schwerpunkte hervorgehen. In den rot markierten Bereichen der Karten kam es im letzten Monat vermehrt zu Taschendiebstählen.Weitere Informationen

Informationen zum Download

Flyer Taschendiebstahl deutsch - englisch

PDF-Dokument (1.2 MB)

Flyer Taschendiebstahl deutsch - französisch

PDF-Dokument (1.2 MB)

Flyer Taschendiebstahl deutsch - ialienisch

PDF-Dokument (1.2 MB)

Flyer Taschendiebstahl deutsch - spanisch

PDF-Dokument (1.2 MB)

Flyer Taschendiebstahl deutsch - polnisch

PDF-Dokument (1.2 MB)

Flyer Taschendiebstahl deutsch - russisch

PDF-Dokument (1.2 MB)

Flyer Taschendiebstahl deutsch - türkisch

PDF-Dokument (1.2 MB)

Faltblatt: Schlauer gegen Klauer!

PDF-Dokument (1.4 MB)

Verhalten im Schadensfall

Erstatten Sie auf jeden Fall eine Strafanzeige bei einer Polizeidienststelle. Die Polizei kann nur handeln, wenn ihr Straftaten bekannt werden. Neben der Anzeige sollten Sie im Diebstahlsfall noch weitere Schritte unternehmen, um mögliche Folgeschäden zu verhindern:

Verlust von Kredit- oder EC-Karte

  • Bei Verlust von Kredit- oder EC-Karte sollten Sie die Karten sperren lassen (zum Beispiel über die neue bundeseinheitliche Rufnummer 116 116 ). Sie sollten auch für alle innegehabten Kreditkarten die dazugehörigen Nummern notiert haben und diese separat, außerhalb der Geldbörse, aufbewahren. Die Kreditkarten-Firmen fragen die Nummern ab.

Verlust von Ausweispapieren

* Wenn Ausweispapiere abhanden gekommen sind, finden Sie weiterführende Informationen bei” www.berlin.de, z.B. bei Verlust von Personalausweis, Reisepass, Führerschein und Fahrzeugschein bzw. Zulassungsbescheinigung Teil I .

Handy weg?

  • Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg z. B. hat in der Rubrik “PC & Telefon / Mobilfunk” zusammengestellt, was Sie veranlassen sollten, wenn Ihnen Ihr Handy gestohlen worden ist (z.B. Sperre der SIM-Karte), damit der Täter nicht auf Ihre Kosten telefonieren kann. Sie sollten sich Ihre IMEI-Nummer des Mobiltelefons notieren (Tastencode: Stern-Raute-null-sechs-Raute), welche später nicht nur für die Sperrung sondern auch für die Einleitung einer polizeilichen Sachfahndung von Nöten ist. Diese ist in den meisten Fällen 15-stellig und beginnt bei deutschen Handys in der Regel mit einer 3 oder 4.
  • Mehr erfahren Sie auch unter www.polizei-beratung.de.