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Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - Februar 2021

Neu unter Denkmalschutz

Postmoderne am Gendarmenmarkt

Bildvergrößerung: Otto-Nuschke-Haus
Otto-Nuschke-Haus
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Aufgrund ihrer geschichtlichen, künstlerischen sowie städtebaulichen Bedeutung hat das Landesdenkmalamt Berlin die Bauten und die Platzgestaltung der 1980er Jahre des Gendarmenmarkts unter Denkmalschutz gestellt.

Der Gendarmenmarkt wie er sich heute präsentiert ist mit all seinen Elementen ein hervorragend überliefertes Zeugnis eines städtebaulichen Großprojektes der DDR. Zugleich bietet er viele Facetten – die Dome aus dem 18. Jahrhundert, Schinkels Schauspielhaus, das Schiller-Denkmal von Reinhold Begas – und die Bauten und Baumaßnahmen, die am ‚Platz der Akademie‘ zu DDR-Zeiten hinzukamen. Zum neuen Schutzgut gehören auch mehrere Bauten an der südlichen, östlichen und westlichen Platzseite.

Die 1976 begonnenen und bis in die 1980er Jahre ausgeführten Planungen umfassten den Wiederaufbau des Konzerthauses und der beiden Dome, die Neugestaltung der gesamten Freifläche und die Rückgewinnung des Platzraumes durch hochwertig gestaltete Neubauten. Der Platz und seine bauliche Einfassung bildeten das umfangreichste Bauprogramm zur Wiedergewinnung und Neuinterpretation eines historisch bedeutsamen Platzes in der Hauptstadt der DDR.

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Institut für Hygiene und Mikrobiologie

Bildvergrößerung: Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Ansicht Krahmerstraße
Institut für Hygiene und Mikrobiologie
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Das Landesdenkmalamt Berlin hat das Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Charité in Lichterfelde unter Denkmalschutz gestellt. Der Forschungs- und Bildungsbau entstand 1969-74 im Auftrag der Freien Universität Berlin. Der Entwurf stammt von den bekannten Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel.

Die außen und innen sehr gut erhaltene Gesamtanlage ist denkmalwert aus künstlerischen, historischen und städtebaulichen Gründen. Zusammen mit dem nahe gelegenen Klinikum Steglitz (heute das Hauptgebäude des Charité Campus Benjamin Franklin, gebaut 1961-68, Baudenkmal seit 2012) und den mittlerweile außer Betrieb genommenen Zentralen Tierlaboratorien gegenüber (sogenannter Mäusebunker, gebaut 1971-81) bildet es eine einzigartige Gruppe von jüngeren Forschungs- und Gesundheitsbauten am Teltowkanal.

Hermann Fehling und Daniel Gogel zählen zu den bedeutendsten Exponenten der Berliner „Scharounschule“. Durch die Verwendung ausdrucksstarker Formen schufen sie skulpturhaft wirkende Figuren, die dabei doch die Nutzung im Inneren abbilden und unterstützen. Von gleichfalls hohen Qualitätsansprüchen zeugt der Umgang mit dem bewusst in Szene gesetzten Beton.

Weitere Infos und Bildergalerie mit wunderbaren Einblicken auch ins Innere des Instituts

Last Call: Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin

Bildvergrößerung: Studienpreis Berlin Grafik Titelbild
Jetzt bewerben!
Bild: Landesdenkmalamt Berlin

Letzte Chance für Bewerberinnen und Bewerber des Studienpreises des Landesdenkmalamtes Berlin – am 15. Februar ist Einsendeschluss.

Der Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin würdigt und fördert die Beschäftigung an Universitäten und Hochschulen mit der Berliner Denkmallandschaft. Er wird jährlich an bis zu drei herausragende Bachelor- und Masterarbeiten verliehen, die sich auf die Berliner Denkmallandschaft beziehen und für die Berliner Denkmalpflege relevante Themen behandeln.

Jeder Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Teilnahmeberechtigt sind alle Universitäten und Fachhochschulen im In- und Ausland. Eine Eingrenzung auf bestimmte Disziplinen oder Fachgebiete besteht nicht – ausschlaggebend ist allein die thematische Ausrichtung der Arbeit.

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Workshop zum Olympiagelände Berlin

Bildvergrößerung: Olympiastadion nach der Sanierung
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Reuss

Der Workshop „Das Olympiagelände Berlin – Erbe, Nutzung, Vermittlung“ am 8. Juni 2021 widmet sich den Herausforderungen im Umgang mit dem Olympiagelände Berlin. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Landessportbund Berlin organisiert. Mit Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport, und Gerry Woop, Staatssekretär für Europa.

Über Teilnahmemöglichkeiten wird informiert, sobald die entsprechenden Rahmenbedingungen absehbar sind.

Jung, aber Denkmal – Es geht weiter!

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Nikolaiviertel, Arkaden an der Rathausstraße
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Dank der bisherigen Erfolge unseres Formats „Jung, aber Denkmal“ soll es auch in diesem Jahr weitere Veranstaltungen in dieser Reihe geben. Im Frühjahr starten wir mit dem Nikolaiviertel und der Altstadtplatte (7. April 2021 ab 19.00 Uhr). Die Veranstaltung wird wie gewohnt als Livestream über unseren Youtube-Kanal übertragen.

Das Nikolaiviertel, dessen Wiederaufbau 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt fertiggestellt wurde, überraschte mit seinen historisierenden bis postmodernen Fertigteilfassaden und entwickelte sich rasch zum touristischen Stadtquartier im Herzen Berlins. Seit 2017 steht der Neubau des Nikolaiviertels unter Denkmalschutz. Ausgehend von diesem Projekt soll der Blick bei “Jung, aber Denkmal” auf weitere sogenannte „Altstadtplatten“ – innerstädtische Plattenbauten in städtebaulich und architektonisch angepasster Gestaltung – in Berlin gelenkt werden. Wie steht es hier um Erhaltungswürdigkeit und Erhaltungschancen?

Einführung: Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin
Anschließend Podiumsdiskussion
Moderation: Kirsten Angermann, Architekturhistorikerin
Weitere Informationen folgen.

Am 10. November 2021 folgt die nächste Veranstaltung in dieser Reihe – zu einem jungen Gartendenkmal. Weitere Infos folgen. Wir hoffen sehr, dass dieser zweite Termin in 2021 wieder mit Publikum stattfinden kann.

Fest steht, dass alle diese Veranstaltungen auch zukünftig immer zusätzlich als Livestream auf unserem Youtube-Kanal angeboten werden sollen.

Wer die vergangenen Veranstaltungen zum Thema „IBA 1984/87“ und „ICC Berlin“ sehen möchte, kann die Aufzeichnungen auf Youtube jederzeit anschauen
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Denkmaltag 2021 verschoben

Verschoben ist nur aufgehoben – der gemeinsame Denkmaltag des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischem Landesmuseum und des Landesdenkmalamtes Berlin muss aufgrund der aktuellen Situation auf das Frühjahr 2022 verschoben werden.
Wir sind optimistisch, dass der ursprünglich schon für 2020 geplante erste gemeinsame Denkmaltag dann endlich stattfinden kann, und zwar am vorgesehenen Standort, der Technischen Hochschule Wildau.
Weitere Informationen folgen.

„Sinnlich & Sinnvoll“ – Tag des offenen Denkmals in Berlin 2021

Kath. St.-Judas-Thaddäus-Kirche
Kath. St.-Judas-Thaddäus-Kirche, Innenraum mit Orgel
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Der Tag des offenen Denkmals findet bundesweit am 12. September 2021 statt, in Berlin am gesamten Wochenende vom 11. bis 12. September. Das Motto für Berlin lautet: „Sinnlich & Sinnvoll“. Denkmale endlich wieder mit allen Sinnen zu erleben, real und vor Ort, nicht nur am Bildschirm – danach besteht nach den vielen Corona-Monaten eine ganz große Sehnsucht.

Denkmale sprechen alle Sinne an, nicht nur die Augen: Man riecht das alte Holz im Dachstuhl, fühlt die kühlere Temperatur oben auf dem Turm oder tief unten in Kellergewölben und Bunkern, kann die Holzmaserung im Beton ertasten oder spüren, wie der Klang einer Orgel den ganzen Kirchenraum zum Vibrieren bringt. Denkmalbesuche sind ein rundum sinnliches Erlebnis.
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Einer unserer Sinne wird beim Tag des offenen Denkmals 2021 besonders angesprochen – das Gehör. Die Landesmusikräte von Berlin und anderen Bundesländern haben die Orgel zum Instrument des Jahres 2021 erklärt und ein Orgeljahr mit umfangreichem Programm vorbereitet

Der Tag der Orgel findet in Berlin nicht zufällig genau am Tag des offenen Denkmals statt (12. September). Wir werden im Programm auf die zahlreichen Orgel-Angebote besonders eingehen.

Neu im Landesdenkmalamt Berlin

Jonathan Bratz

Jonathan Bratz studierte Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin. Dabei beschäftige er sich mit denkmalpflegerischen und stadthistorischen Themen. Seine Bachelorarbeit (über die funktionalistische Company-Town Zlín im östlichen Mähren) und seine Masterarbeit (über das städtebauliche Ensemble der vier Alberghi Suburbani im römischen Garbatella-Viertel) schrieb er am Fachgebiet für Denkmalpflege bei Prof. Dolff-Bonekämper. Die Recherchen zu seiner Masterarbeit waren mit einem dreimonatigen Aufenthalt im Herbst 2019 an der Sapienza-Universität in Rom verbunden. An der dortigen Fakultät für Architektur hatte er bereits 2017 ein Auslandssemester verbracht. Neben dem Studium war er von 2017 bis 2019 als Werkstudent bei der Bundesstiftung Baukultur in Potsdam tätig und arbeitete dort an der Erstellung der Baukulturberichte mit. Seit Februar 2021 ist Herr Bratz als Vertretung von Frau Lieback in der Städtebaulichen Denkmalpflege tätig.

Brit Münkewarf

Brit Münkewarf studierte Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt „Denkmalpflege und historische Bauforschung“ an der Universität zu Köln und schloss ihr Masterstudium 2018 mit einer Arbeit zum kollektiven Gedächtnis als Entwurfsparameter bei Oswald Mathias Ungers ab, die mit dem Masterpreis Architektur der Stiftung für Kunst und Baukultur Britta und Ulrich Findeisen ausgezeichnet wurde. Während ihres Studiums arbeitete sie als Kunst- und Kulturvermittlerin für die Stiftung Schloss und Park Benrath und als wissenschaftliche Hilfskraft im Ungers Archiv für Architekturwissenschaft. Anschließend war sie als Projektreferentin für die Stiftung Digitale Chancen im Bereich Social Media tätig. Seit dem 01.12.2020 ist Brit Münkewarf als neue Volontärin in der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin.

Neu erschienen: wohnen 60 70 80

Im Rahmen des Projekts „wohnen 60 70 80. Junge Denkmäler in Deutschland“ der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL) wurde erstmals ein bundesweiter Überblick zu bedeutenden Wohngebäuden und Siedlungen der Nachkriegs- und Postmoderne erstellt.

Die gleichnamige Publikation stellt zahlreiche eindrucksvolle Gebäude der 1960er, 1970er und 1980er Jahre vor – darunter private Wohnungsbauten, staatliche Repräsentationsbauten, Beispiele der Stadtreparatur, Klein- und Großsiedlungen, Hochhausbauten, Großwohnkomplexe und Experimentalbauten mit neuen Bautechnologien und Baumaterialen. Die Gebäude erzählen anschaulich die Geschichte des Bauens und Wohnens in der jungen Bundesrepublik und der DDR. Erarbeitet wurde das Projekt mit Film, Ausstellung und Buch von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Inventarisation der VDL. Zielgruppe der Publikation ist nicht nur das Fachpublikum, sondern insbesondere die breite interessierte Öffentlichkeit.

Der Film:
Neben einer Wanderausstellung samt Infozeitung entstand auch ein kurzer Film – Dr. Bernhard Kohlenbach, ehemaliger Mitarbeiter der Inventarisation des Landesdenkmalamtes Berlin, stellt den Ernst-Thälmann-Park in Berlin vor. Hier geht’s zum Film

Instagram:
Außerdem können Freunde und Fans der Wohnarchitektur der 60er/70er/80er-Jahre auf Instagram unter dem #vdl_denkmalpflege in den nächsten Tagen und Wochen eine virtuelle Reise durch Deutschland machen.

Die Publikation:
„wohnen 60 70 80. Junge Denkmäler in Deutschland“
Deutscher Kunstverlag, 224 Seiten, ISBN: 978-3-422-98154-6
Preis: 39,90 Euro

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Terminkalender 2021

Alle Termine unter Vorbehalt.

Lietzenseepark
Lietzenseepark
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Wir beginnen mit Absagen – danke Corona!

GartenForum Glienicke:
Die Veranstaltungen am 25. Februar und am 5./6. März wurden abgesagt. Das komplette Programm des GartenForums einschließlich der Fortbildungen und aktuellen Infos für das erste Halbjahr 2021

  • Jung, aber Denkmal: Nikolaiviertel und Altstadtplatte, 7. April (Livestream)
  • Fachfortbildung in Kooperation mit der Architektenkammer Berlin: Denkmalpflege vor Ort – Lietzenseepark, 20. April
  • Die Welt im Garten – Aspekte der Weltkultur vermittelt anhand historischer Gärten (Gartenforum Glienicke), 22. April
  • 100 Jahre Lietzenseepark, Entwicklung – Erhaltung und Restaurierung – Perspektiven (Gartenforum Glienicke), 27. Mai, Vorträge und Führung: Dr. Dietmar Land (freier Landschaftsarchitekt), Karen Andreas (LDA) und Klaus Lingenauber (bis Ende 2020 Gartendenkmalpfleger im LDA)
  • Welterbetag, 6. Juni
  • Workshop „Das Olympiagelände Berlin – Erbe, Nutzung, Vermittlung“, 8. Juni
  • Weiterbildung Gartendenkmalpflege, Wegebau und Wegepflege in historischen Gärten unter veränderten Anforderungen (Gartenforum Glienicke), 11.-12. Juni
  • Tag des offenen Denkmals in Berlin 2021 „Sinnlich & Sinnvoll“, 11. und 12. September
  • Abschlussveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals, 12. September im Roten Rathaus
  • Jung, aber Denkmal, 10. November (Thema und Details folgen)
  • Verleihung der Ferdinand-von-Quast-Medaille, 9. Dezember

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