Auf einer Fläche von insgesamt 12.000 m² verfügt das ICC über rund 80 Räume und Säle, die zusammengenommen Kapazitäten für 20.000 Personen bieten. Der größte dieser Räume ist Saal 1. In ihm finden 5000 Personen Platz – diese Größe war außergewöhnlich und wurde hier erstmals deutschlandweit realisiert. Aber nicht nur deshalb ist der Saal ein wahres Raumwunder, denn: Durch herunterklappbare Zwischenwände kann die Größe des Saals flexibel variiert werden. Es gibt zum einen die horizontale Aufteilung von Parkett- und Rangzone, zum anderen gibt es aber auch die Möglichkeit, ausgewählte Rangzonen durch ein von der Decke herunterzulassendes Element abzutrennen. Die größtmögliche und eine technisch wie statisch faszinierende Veränderung aber spielt sich zwischen den Sälen 1 und 2 ab. Sie liegen sich gegenüber und werden durch eine Bühnenanlage getrennt. Diese kann bei Bedarf hoch- oder heruntergefahren werden. Im hochgefahrenen Zustand entsteht ein riesiges Auditorium, welches mehrere
tausende zusätzliche Zuhörende zulässt. In der Technikdecke befinden sich herunterfahrbare Kugellautsprecher, Scheinwerfer und Lichtbänder. Die Kabinen für Simultanübersetzungen sind bandförmig in die Decke integriert.
Das Raumwunder – Saal 2
Mit Platz für rund 4.000 Personen ist Saal 2 der zweitgrößte Raum im ICC. Wie der gegenüberliegende Saal 1 ist auch er ein echtes Raumwunder, das sich an die verschiedensten Veranstaltungsformate anpassen lässt. Wird die Tribüne einmal nicht benötigt, kann sie in kurzer Zeit unter das Dach gezogen werden. So entsteht im Handumdrehen ein großzügiger Saal mit elegantem Parkett für feierliche Anlässe. Da er für Empfänge und Festessen besonders beliebt war, erhielt er den Spitznamen Bankettsaal. Früher speisten, tanzten und feierten hier jährlich Bundespräsidenten, Kanzler und Minister aus Bonn während des Berliner Presseballs. Neben Banketten fanden in Saal 2 auch Ballettaufführungen, Musikfestivals und normale Konferenzen statt – die Veranstaltungen waren so vielfältig, wie die Möglichkeiten des Saales.
Auf die Plätze – Kongressstühle
Ganz im Sinne der Schaffung eines Gesamtkunstwerkes wurden auch die Kongressstühle von Ralf Schüler eigens für das ICC entworfen. Der Architekt selbst beschreibt den patentgeschützten Kongresssessel, der in tausendfacher Ausführung im ICC aufgestellt wurde, als „Heimatpunkt“. Er ist bis ins Detail durchdacht und auf den Kongressbetrieb zugeschnitten. An jedem der überaus bequemen Sessel ist eine ausklappbare Tischplatte an der Rückenlehne befestigt, die mit technischen Elementen ausgestattet ist. Dazu gehören eine individuell einstellbare Tischlampe, Lautsprecher mit Lautstärkereglern und ein Bedienfeld für die Übersetzungsanlage, die in einer von acht verschiedenen Sprachen eingestellt werden konnte. Die Armlehnen der Kongressstühle sind mit Kopfhörern und einer Wortmeldetaste mit Signallampe ausgestattet. Trinkglas-Halter und Aschenbecher durften ebenfalls nicht fehlen, um den „Heimatpunkt“ der 1970er-Jahre komplett zu machen.