Karl-Marx-Allee und Interbau 1957 repräsentieren in einmaliger Weise die unterschiedlichen Ausprägungen von Architektur und Städtebau nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum einer durch Kriegszerstörungen gezeichneten und geteilten Metropole wurden neue moderne Stadtlandschaften geschaffen. Nur in Berlin erfolgte die umfassende Neuordnung nach ganz unterschiedlichen, politisch motivierten, städtebaulichen Leitbildern. Ihnen gemeinsam ist der ganzheitliche Ansatz, der Wohnen mit Bildungs-, Freizeit- und Kultureinrichtungen vereint. Die Gebiete repräsentieren ganz unterschiedliche Modelle eines „besseren Lebens“ und des „schöneren Wohnens“ für breite Bevölkerungsschichten. Hervor sticht die hohe Konzentration an architektonisch und konzeptionell hervorragenden Einzelbauten, an bedeutenden Bildungs- und Kultureinrichtungen und die außergewöhnliche Qualität der Freiraumgestaltung mit gemeinschaftlich nutzbaren Angeboten sowie der hohe Anteil an bildender Kunst im
öffentlichen Raum.
Als gemeinsames UNESCO-Welterbe vorgeschlagen wurden die beiden Bauabschnitte der Karl-Marx-Allee (KMA 1 und KMA 2) zwischen Proskauerstraße und Otto-Braun-Straße sowie die Ensembles der Interbau 1957. Die KMA 1 liegt in Friedrichshain-Kreuzberg, die KMA 2 und das im Rahmen der Interbau 1957 entstandene Hansaviertel, die Hansaschule und die Kongresshalle befinden sich in Mitte. Das ebenfalls im Rahmen der Interbau 1957 gebaute Corbusierhaus liegt in Charlottenburg-Wilmersdorf. Zusammen sind die Gebiete mehrere Hektar groß.