Grundlagen des Denkmalschutzes

denkmalgeschützes Gebäude in Alt-Buckow
Bild: Bezirksamt Neukölln

Was sind Denkmale?

Denkmale erinnern an die Vergangenheit und regen Menschen dazu an, ihre Herkunft zu hinterfragen und daraus gewonnene Erkenntnisse zu nutzen, um ihre Gegenwart zu gestalten.

Diese historischen Zeugnisse werden in zwei Kategorien unterteilt:

  • In der Natur entstandene Denkmale heißen Naturdenkmale (beispielsweise sehr alte Bäume oder Versteinerungen). Sie fallen in den Aufgabenbereich des Natur- und Umweltamtes.
  • Vom Menschen geschaffene Denkmale sind Kulturdenkmale, dazu zählen Bauwerke, Gartenlandschaften, Technikrelikte und archäologische Funde. Hierfür ist die Denkmalbehörde zuständig.

Kulturdenkmale sind nicht nur alte Schlösser und Burgen, auch Wohnhäuser und Industriebauten der Moderne können unter Schutz stehen, wenn Sie von besonderer Bedeutung sind.

Die Kriterien für die Bedeutung von Denkmalen lassen sich in vier Kategorien teilen:

  • Historische Bedeutung (Fand an diesem Ort ein besonderes Ereignis statt? Lebte hier eine bedeutende Persönlichkeit?)
  • Künstlerische Bedeutung (Ist das Denkmal in einer besonderen künstlerischen Form gestaltet? Stammt das Denkmal von einem besonderen Architekten, Künstler oder Auftraggeber?)
  • Wissenschaftliche Bedeutung (Hat sich die Wissenschaft in technischer wie in
    historischer Hinsicht mit dem Denkmal beschäftigt? Gibt es Publikationen über das Denkmal? )
  • Städtebauliche Bedeutung (Steht das Denkmal in einem besonderen stadträumlichen Zusammenhang?)

Es geht also demnach nicht nur um die Schönheit eines Objektes, sondern auch um seinen dokumentarischen Wert. Zudem muss das zu erhaltende Gut auch im Erhaltungsinteresse der Allgemeinheit liegen. In diesem Fall spricht man von der Denkmalwürdigkeit eines Objektes. Hier ist der Fachmann/ die Fachfrau für eine möglichst objektive Bewertung gefragt.

Wie entsteht der rechtliche Denkmalstatus?

In Berlin werden Denkmale nachrichtlich in die Denkmalliste aufgenommen. D.h. die Denkmalfachbehörde (Landesdenkmalamt/ Inventarisation) stellt die Denkmalfähigkeit eines Objektes fest, begründet diese und nimmt das Objekt in die Denkmalliste auf. Will der Eigentümer dagegen Widerspruch einlegen, muss er einen rechtsverbindlichen Bescheid abwarten, in dem der Denkmalstatus relevant ist.
Zum jetzigen Zeitpunkt gilt das Denkmalschutzgesetz Berlin von 1995 mit seinen aktuellen Änderungen.

Was steht unter Denkmalschutz?

  1. Grünanlagen, die als Gartendenkmale in der Denkmalliste erfasst sind.
  2. Gebäude, die als Einzeldenkmale erfasst sind.
    Diese sind in ihrem Erhaltungszustand innen wie außen so ursprünglich, dass sie von besonderer Bedeutung sind. So weit vorhanden, fallen bei der
    Unterschutzstellung auch Zubehör und Ausstattung in den Bereich des Denkmalschutzes.
  3. Gebäude und Flächen, die als Denkmalbereiche geführt werden.
    Der Denkmalbereich soll sicherstellen, dass die Struktur und Ansicht einer Anlage erhalten bleibt.
    Der Denkmalbereich kann als Ensemble formuliert sein. Dabei handelt es sich um eine historisch oder städtebaulich-gestalterisch gewachsene Einheit, die als Zeugnis für eine bestimmte geschichtliche Entwicklung oder städtebauliche Gegebenheit an einem Ort wirkt. Denkmale im Ensemble können den Status eines Einzeldenkmals haben. Sie können aber auch konstituierender Bestandteil des Ensembles sein und damit aufgrund ihrer äußeren Erscheinung Ensembleschutz genießen. Vereinzelt gibt es im Ensemble auch Gebäude, die vom Denkmalschutz ausgenommen sind und lediglich unter Umgebungsschutz fallen.
    Ist der Denkmalbereich als Gesamtanlage formuliert, dann handelt es sich um eine Mehrheit baulicher Anlagen, die durch einen inneren Funktionszusammenhang gekennzeichnet sind. Bei einer Gesamtanlage ist jedes Objekt auch ein Einzeldenkmal.
  4. Objekte und Anlagen, die sich in unmittelbarer Umgebung eines eingetragenen Denkmals befinden fallen unter Umgebungsschutz. Der Radius des Umgebungsschutzes ist nicht amtlich festgelegt, sondern liegt im Ermessen der Denkmalschutzbehörde. Grundlage für den Umgebungsschutz ist § 10 des DSchG Bln. Hier heißt es, dass die Umgebung eines Denkmals nicht verändert werden darf, wenn dadurch das Erscheinungsbild und die Eigenart des Denkmals beeinträchtigt werden. Baumaßnahmen in der Umgebung von
    Denkmalen bedürfen daher in der Regel einer denkmalrechtlichen Genehmigung.

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie ein Denkmal haben, dürfen Sie nur mit Genehmigung der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde und ggf. der Bauaufsichtsbehörde:

  • sein Erscheinungsbild verändern,
  • es ganz oder teilweise beseitigen,
  • von seinem Standort oder Aufbewahrungsort entfernen,
  • instandsetzen,
  • wiederherstellen
  • oder in seiner Nutzung verändern.
    D.h. alle Veränderungen an einem Baudenkmal sind genehmigungspflichtig!

Um zu wissen, ob Ihr Gebäude unter Denkmalschutz, Bereichsschutz oder Umgebungsschutz fällt, informieren Sie sich bitte bei der zuständigen Denkmalschutzbehörde.

Gern können Sie Ihr Objekt auch in der Denkmalliste Berlin suchen oder auf der Denkmalkarte Berlin nachsehen, ob sich Ihr Grundstück in der Nähe eines Denkmals befindet.

Denkmalliste Berlin
Denkmalkarte Berlin