Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - Mai 2020

Aus aktuellem Anlass

Wegen der Corona-Krise sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes Berlin nach wie vor nur eingeschränkt erreichbar. Für sehr wichtige und eilige Anliegen an uns nutzen Sie bitte folgende E-Mail-Adresse: Landesdenkmalamt Berlin

Bis auf Weiteres entfallen die Führungen über den Molkenmarkt. Für andere Veranstaltungen, die ausfallen mussten, suchen wir nach Ersatzterminen. Und einige Events können doch stattfinden – mehr dazu finden Sie unten.

Wir hoffen, Sie sind und bleiben gesund. Für die kommende Zeit wünschen wir Ihnen alles Gute!

Einladung zum Livestream am 25. Mai 2020: Die Internationale Bauaustellung 1984/87

Bildvergrößerung: IBA '87, Wohnhof Am Tegeler Hafen 28/32
IBA 1984/87, Wohnhof in Tegel
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

In der Reihe „Jung, aber Denkmal“ stellt das Landesdenkmalamt Berlin am 25. Mai 2020 die Internationale Bauausstellung 1984/87 in Berlin (West) vor, die Architekturgeschichte geschrieben hat. Mit dem Anliegen, die Stadt zu reparieren, wurden damals Altstadtviertel behutsam erneuert und Neubauquartiere auf historischem Stadtgrundriss entworfen. Ein repräsentativer Querschnitt der im Rahmen der IBA entstandenen Bau- und Gartendenkmale steht inzwischen unter Denkmalschutz. Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut gibt dazu einleitend einen Überblick.

Die IBA 1984/87 ging bewusst von der bestehenden Stadt aus und entwickelte sie weiter. Kann diese Haltung für das wachsende Berlin 2020 ein Vorbild sein? Darüber diskutieren Denkmalpfleger, Stadtplaner und Verantwortliche aus der Politik:
  • Ephraim Gothe, Stellvertretender Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit in Berlin-Mitte
  • Prof. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin München, Leitung Referat für Stadtplanung und Bauordnung
  • Dr. Cordelia Polinna, Geschäftsführende Gesellschafterin von URBAN CATALYST GmbH
  • Dr. Andreas Salgo, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

Moderation: Kirsten Angermann, Architekturhistorikerin

Eine Veranstaltung des Landesdenkmalamtes Berlin und der Architektenkammer Berlin in Kooperation mit der Berlinischen Galerie und moderneREGIONAL

Termin: Montag, 25. Mai 2020, 20 Uhr bei Ihnen zu Hause

Hier geht’s zum Livestream aus der Urania

Einladung zum Livestream am 7. Juni 2020: UNESCO-Welterbetag

Vielfalt der Moderne – Moderne der Vielfalt

Bildvergrößerung: Wohnstadt Carl Legien
Wohnstadt Carl Legien
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Ausgehend von den sechs Berliner „Siedlungen der Moderne“, die auf der Welterbeliste stehen, gestalten das Landesdenkmalamt Berlin und die Triennale der Moderne am 7. Juni 2020 einen besonderen Welterbetag. Die sechs Siedlungen der 1920er Jahre stehen exemplarisch für eine Zeit radikaler Umbrüche in Architektur und Städtebau, Kunst und Gesellschaft. Die gefundene schöpferische Vielfalt ist ebenso Thema der Veranstaltung wie die Bandbreite und Kontinuität der sich daraus entwickelten Ideen und Formen der Nachkriegsmoderne. Unter dem Motto “Vielfalt Moderne | Moderne Vielfalt” berichten Partner*innen des Netzwerks über ihre Projekte.

Livestream ab 11.00 Uhr – vorläufiges Programm:
  • Grußwort: Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa Berlin
  • Einführung: Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin
    *Mit Beiträgen von Hanna Düspohl (treppe b), Dr. Thomas Flierl (Hermann Henselmann Stiftung), Thomas Krüger (TICKET B), Günter Schlusche (Gesellschaft zur Erforschung des Lebens und Wirkens deutschsprachiger jüdischer Architekten), Fabian Schrader (GRIPS Theater). Durch die Veranstaltung führen Ben Buschfeld (Tautes Heim) und Robert K. Huber (bauhaus reuse) u.a.

Das vollständige Programm finden Sie demnächst auf der Seite der Triennale der Moderne. Hier gelangen Sie am 7. Juni 2020 um 11.00 Uhr dann auch zum Livestream.

Zusätzliche Informationen bei Facebook .

Weitere digitale Angebote der insgesamt 46 deutschen Welterbestätten finden Sie auf der Seite der Deutschen UNESCO .

Aktueller Stand: Mäusebunker und Institut für Hygiene und Mikrobiologie

Bildvergrößerung: Sogenannter "Mäusebunker", Berlin-Steglitz
Sogenannter "Mäusebunker", Berlin-Steglitz
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Marianna Klix

Das Landesdenkmalamt Berlin hat die Denkmalbedeutung der Zentralen Tierlaboratorien (“Mäusebunker”) von Gerd und Magdalena Hänska und des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Architektengemeinschaft Fehling & Gogel erkannt. Das Ergebnis der Prüfung durch das Landesdenkmalamt belegt die geschichtliche, künstlerische, städtebauliche und wissenschaftliche Bedeutung beider Bauwerke.

Die Zentralen Tierlaboratorien von Gerd und Magdalena Hänska und das Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Architektengemeinschaft Fehling & Gogel werden weit über die Berliner Stadtgrenzen hinaus als hervorragende Exponenten und Schlüsselwerke einer ‚brutalistischen‘ Gestaltungsauffassung anerkannt. Die Aufnahme der beiden zusammengehörigen Gebäude in institutions- und architekturgeschichtliche Publikationen zeigt die nachhaltige Beschäftigung der Fachdisziplinen mit diesen außergewöhnlichen Großbauten.

Das Landesdenkmalamt hat daher die Denkmalbedeutung der beiden Lehr- und Forschungsgebäude nach § 2 DSchG geprüft und dargestellt. Die Zentralen Tierlaboratorien und das Institut für Hygiene und Mikrobiologie wurden 1966/67 als zusammengehörige Forschungs- und Lehrgebäude des Humanmedizinischen Zentrums der Freien Universität konzipiert und 1969-81 ausgeführt. Eingebettet in den südlichen Ausläufer des parkartig angelegten Freiraums am Westufer des Teltowkanals bilden sie mit dem Klinikum Steglitz eine einzigartige Gruppe von jüngeren Forschungs- und Lehrgebäuden in der Berliner Bildungslandschaft, die in einem engen funktionalen und räumlichen Zusammenhang stehen. Sie sind herausragende Beispiele einer in Sichtbeton ausgeführten Architektur der 1960er und -70er Jahre.

Dabei zeigen die beiden Forschungsbauten in ihrem Zusammenspiel in einem einzigartigen Nebeneinander zwei unterschiedliche Spielarten dieser Entwurfshaltung. Dem kraftvollen Bau der Zentralen Tierlaboratorien mit seinen geböschten Wänden, den Betonfertigteilplatten der Fassaden und den vorgestreckten Lüftungsrohren begegnet das geplante Institut für Hygiene und Mikrobiologie auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit bewegten Formen und Konturen.

Es liegt eine Empfehlung des Landesdenkmalrats Berlin vom 22.11.2019 vor, welche die Erhaltung dieser Bauten zum Inhalt hat.

Bereits vor Prüfung der Denkmalbedeutung hatte die Charité für den weiteren Ausbau des Campus Benjamin Franklin Abrissanzeigen eingereicht. Damit stehen sich zwei öffentliche Interessen gegenüber, die abgewogen und nach Möglichkeit in Einklang gebracht werden müssen. Hierzu steht das Landesdenkmalamt mit allen Beteiligten im engen Austausch.

Die Herausforderung wird darin bestehen, eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der universitären Nutzung mit einer weitestgehenden Bewahrung des herausragenden und identitätsstiftenden architektonischen Erbes, mit dem die Universität im Bereich des Wissenschaftsbaus aufwarten kann, zu verbinden.

Stadt und Universität schätzen die Werte der Berliner Wissenschaftstopographie, die geprägt ist durch charakteristische und international bedeutende Bauzeugnisse. Dementsprechend sehen wir uns in der Verantwortung, alle Prozesse zu unterstützen, die einen angemessenen Umgang mit diesem wertvollen Baubestand fördern können.

Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und das Landesdenkmalamt Berlin sind zu diesen Fragen im engen Austausch mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung und der Charité, was die Entwicklung von möglichen Nachnutzungskonzepten anbelangt, durch die eine nachhaltige und ressourcenschonende Weiternutzung bestehender Bauten erreicht werden kann.

Neu unter Denkmalschutz

Die Technische Chemie der TU Berlin

Bildvergrößerung: Institut für Technische Chemie der TU Berlin
Institut für Technische Chemie der TU Berlin
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Thorsten Dame

Das Landesdenkmalamt Berlin hat das Institut für Technische Chemie der TU Berlin, den Franz-Fischer-Bau, unter Denkmalschutz gestellt.

Durch die stark gestiegene Zahl der Studierenden und die Etablierung neuer Forschungsbereiche entstand in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre ein neuer Campus auf der Nordseite der Straße des 17. Juni. Der 1963-68 errichtete Bau wurde von Willy Kreuer (1910-84) entworfen, damals selbst Professor für Entwerfen an der Fakultät für Architektur der TU Berlin.

Für den funktionalen und typologischen Aufbau des Institutsgebäudes wählte Willy Kreuer einen ‚Breitfuß-Bautyp‘. Er gliederte ihn in einen zweigeschossigen Sockelbau mit Sonderräumen für die Lehre längs zur Straße des 17. Juni und einer quer darauf aufgesetzten Hochhausscheibe für die Forschung mit einem sich in sechs über dem Sockel aufgehenden Geschossen wiederholendem Raumprogramm. Die Fassade wurde mit Kunststoff-Tafeln verkleidet.

Der Bau gehört zu einer Gruppe außergewöhnlich qualitätvoller Gebäude auf dem Campus der Technischen Universität Berlin. Er ist von hoher geschichtlicher, künstlerischer, städtebaulicher und wissenschaftlicher Bedeutung und bis heute weitgehend unverändert überliefert. Sein typologischer und konstruktiver Aufbau zeichnet die komplexen Funktionen nach und bietet für Forschung und Lehre eine hocheffiziente Baustruktur. Als Schlüsselwerk des renommierten Architekten und einflussreichen Hochschullehrers Willy Kreuer gliedert das Institut für Technische Chemie den über die Straße des 17. Juni gespannten Campus der Technischen Universität und akzentuiert den einzigartigen Stadtraum im Übergang zum Ernst-Reuter-Platz. Es ist ein herausragender Baustein der reichen Berliner Forschungslandschaft und ein wertvolles Zeugnis der westdeutschen und Westberliner Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte.

Berliner Mauer in Pankow

Bildvergrößerung: Teil der Berliner Mauer (Hinterlandsicherungsmauer), Pankow
Teil der Berliner Mauer (Hinterlandsicherungsmauer), Pankow
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Christina Czymay

Große Teile der Berliner Mauer wurden bereits ab 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Man könnte meinen, dass in Berlin kein Mauerrest unentdeckt geblieben ist, doch immer wieder mal tauchen noch Teile der ehemaligen Grenzsicherungsanlage auf. So auch im Februar dieses Jahr am Bahndamm in der Maximilianstraße in Pankow, als interessierte Bürger die Denkmalschutzbehörden auf ein rund 70 Meter langes Stück Mauer aufmerksam machten. Zusammen mit der Stiftung Berliner Mauer konnte ermittelt werden, dass die Betonplattenwand zur einstigen Vorfeldsicherung der Staatsgrenze der DDR zu Westberlin gehörte.

Die am ursprünglichen Standort verbliebenen 12 Meter der originalen Hinterlandsicherungsmauer hat das Landesdenkmalamt Berlin Anfang April 2020 unter Denkmalschutz gestellt.

Die Denkmalbehörden hatten zuvor keine Kenntnis darüber, dass es sich bei diesen Mauerteilen um eine Hinterlandsicherungsmauer der Berliner Mauer handelte. Die Mauerteile wurden sichtbar, als Rodungsarbeiten für die Vorbereitung einer Wohnbebauung durchgeführt wurden.

Die erhaltenen Reste der Hinterlandsicherungsmauer sind von gesellschaftsgeschichtlicher und wissenschaftlicher Bedeutung, da sie einen Teil der planmäßig modernisierten Grenzbefestigung der „dritten Generation“ der Mauer in der zweiten Hälfte des 1960er Jahre darstellen. Im Vergleich zu der ersten Mauer-Version wurde diese vonseiten der DDR in ihrer Funktion “optimiert” und dann Mitte der 1970er Jahre durch die „Grenzmauer 75“ abgelöst.

Die verbliebenen etwa 12 Meter Hinterlandsicherungsmauer am Bahndamm der Maximilianstraße / Dolomitenstraße sind ein denkmalwerter Bestandteil des Denkmalbereichs (Gesamtanlage) Berliner Mauer im Bezirk Pankow.

Smuts Barracks & ehem. Train-Kaserne in Spandau - Schutzguterweiterung der Gesamtanlage

Bildvergrößerung: Smuts Barracks, ehem. Train-Kaserne, Berlin-Spandau
Smuts Barracks Spandau
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Christina Czymay

Mit dem Reichsfestungsgesetz von 1873 entstanden Pläne, in der dünn besiedelten Spandauer Wilhelmstadt umfangreiche militärische Anlagen zu errichten. Schon 1881 konnte ein Festungsgefängnis fertiggestellt werden, Kasernengebäude folgten wenige Jahre später. Ihren Namen erhielt die Train-Kaserne in der Wilhelmstr. 25-30 nach dem Feldmarschall Jan Christiaan Smuts – Smuts Barracks. Als Gesamtanlage stand sie bereits unter Denkmalschutz.

Das Landesdenkmalamt Berlin hat das Schutzgut der Gesamtanlage nun erweitert. Ende April 2020 wurden zusätzlich die durch die britische Besatzungsmacht errichtete Bauten aufgrund ihrer hohen gesellschaftsgeschichtlichen Bedeutung aufgenommen. Es handelt sich dabei um Teile eines in den 1980er Jahren errichteten Munitionsdepots mit Schutzzaunanlage und einen aus den 1960er Jahren stammenden Schießstand.

Der Schießstand ist ein wichtiges Dokument der militärischen Besatzung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg, wie auch der auf dem Tempelhofer Feld für die amerikanische Besatzungsmacht errichtete und bereits denkmalgeschützte Schießstand.

Das Munitionsdepot ist zusammen mit der Schutzzaunanlage ein charakteristisches Beispiel für die fortwährende militärische Modernisierung der Anlagen durch die Besatzungsmächte.

Umfangreiche Restaurierungsarbeiten in der Herz-Jesu-Kirche (Prenzlauer Berg)

Bildvergrößerung: Herz-Jesu-Kirche, Restaurierung 2019
Herz-Jesu-Kirche, Prenzlauer Berg
Bild: Annette Sturm

Die katholische Herz-Jesu-Kirche in Prenzlauer Berg gilt als eines der Hauptwerke ihres Architekten Christoph Hehl (1847-1911). In einer sehr kurzen Bauzeit wurde die Kirche 1897-98 im neoromanischen Stil erbaut. Von außen verrät der Bau noch nicht, welche Pracht er birgt – doch im Innern entfaltet sich ein in Berlin einzigartiges Raumkunstwerk.

Besonders beeindruckend ist die raumhohe Geschlossenheit der figürlichen und ornamentalen Architekturfassung und ihre leuchtende Farbigkeit. Die raumumfassenden Decken- und Wandmalereien im byzantinischen Stil stammen vom Kunstmaler Friedrich Stummel (1850-1919) und seinem Schüler Karl Wenzel (1887-1947).

Eine charakteristische Besonderheit ist die Verwendung von Silikatfarben der Keim B-Technik. Die Maltechnik sorgte für eine besonders stabile Bindung der Pigmente an den Untergrund und ist eine Ursache für den guten Erhaltungszustand der Malereien. Die Nimben der Heiligenfiguren wurden zudem vergoldet und verleihen dem Raum im einfallenden Tageslicht eine ausdrucksvolle Strahlkraft. Heute besitzt die Herz-Jesu-Kirche einen der ältesten, authentisch überlieferten Innenräume.

2018 begannen bereits die ersten Restaurierungen im Bereich der Kuppel und der angrenzenden Flächen. Aufbauend auf umfangreichen Voruntersuchungen erfolgte die Reinigung, Schließung von Schäden in der Putz- und Malschicht sowie der Ergänzung von Malereien, ebenso wurden die Goldauflagen wiederhergestellt.

Ab Mai 2019 folgte die Konservierung und Restaurierung im Bereich des Mittelschiffs. Im Fokus lagen hier die Malereien der zweiten Ausmalungsphase (1926-27) durch Stummels Schüler Wenzel. Eine besondere Herausforderung stellte die Restaurierung der Fensterlaibungen im Obergaden dar – durch Verdunklung und auch den Verlust der Malschicht wurde an zahlreichen Stellen erfolgreich gefestigt, gekittet, entsalzt, gereinigt und die Malschicht nach Bestand geschlossen.

Im Frühjahr 2020 begann nun der dritte Abschnitt der laufenden Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen. Sie widmen sich den Querschiffen.

Weitere Maßnahmen neben der Restaurierung der Wand- und Deckenmalereien: Die Brüstung der Orgelempore aus Sandstein wurde wiederhergestellt, ein neues Lichtkonzept für das Kirchenschiff entwickelt und umgesetzt. Auch die Ölgemälde mit dem Kreuzweg Jesu wurden erfolgreich konserviert und restauriert. Abschließend sollen noch die Deckenmalereien im Bereich der Orgel folgen.

Die umfangreichen Maßnahmen in der Kirche wurden mit Fördermitteln des Landesdenkmalamtes Berlin und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) unterstützt.

Weitere Informationen zur Geschichte der Herz-Jesu-Kirche

„Was wissen wir über die ersten Berliner?“ - Colloquiums-Beiträge online

Bildvergrößerung: Friedhof an der St. Petri-Kirche
Friedhof an der St. Petri-Kirche
Bild: Claudia Melisch

Wegen der Corona-Krise konnte das für den 14. März angesetzte internationale Colloquium „Was wissen wir über die ersten Berliner?“ leider nicht öffentlich, sondern nur im Kreis der Referierenden stattfinden. Einige der Vorträge sind nun online verfügbar. Die Beiträge stellen erste Ergebnisse vor, die im Rahmen des Projektes zur Ausgrabung am Petriplatz gewonnen werden konnten.

Das internationale Forscherteam versuchte anhand der 3.200 Gräber, die bei der Ausgrabung am mittelalterlichen Petriplatz im Zentrum Berlins gefunden worden waren, mehr über die Herkunft der “ersten Berliner” zu erfahren. Die gefundenen Skelette werden seit einigen Jahren wissenschaftlich erforscht. Ziel der Veranstaltung war es, bisherige Ergebnisse auszutauschen und nächste Projektschritte und -ziele zu besprechen.

Das Landesdenkmalamt Berlin förderte gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin 2013/14 die Projektvorphase. Diese diente der Suche und Erprobung der Methoden und des Probenmaterials. Inzwischen wird auf der ehemaligen Grabungsfläche kräftig gebaut – an dieser Stelle entsteht gerade das Archäologische Haus.

Weitere Informationen und Videos der Beiträge

Einladung zur Ausstellungseröffnung: „Ausgeschlossen – Archäologie der NS-Zwangslager“

Bildvergrößerung: Ausstellungskatalog "Ausgeschlossen" 2020
Ausstellungskatalog "Ausgeschlossen" 2020
Bild: be.bra verlag

Aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung der Zwangslager in Berlin und Brandenburg plante das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin gemeinsam mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum und dem Landesdenkmalamt Berlin die Ausstellung „AUSGESCHLOSSEN – Archäologie der NS-Zwangslager“. Wegen der geltenden COVID 19-Regelungen konnte die Ausstellung nicht schon wie geplant im April 2020 eröffnen. Die Ausstellung wird nun am 25. Mai im Dokumentationszentraum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide eröffnet. Im Anschluss wird sie im Pauli-Kloster in Brandenburg zu sehen sein.

Der Begleitband zur Ausstellung erschien bereits im April:

Juliane Haubold-Stolle, Thomas Kersting, Claudia Theune, Christiane Glauning, Andrea Riedle, Franz Schopper, Karin Wagner, Axel Drecoll (Hg.): AUSGESCHLOSSEN – Archäologie der NS-Zwangslager, Berlin, Brandenburg 2020. Erschienen im bebra-Verlag, ISBN 978-3-89809-177-0, 24,00 €
Weitere Informationen zur Publikation

Aus der Verlagsankündigung:
“Kämme, Löffel und Stacheldraht – archäologische Funde erzählen vom Leben in den Zwangslagern, die zwischen 1933 und 1945 ein wichtiges Herrschaftsinstrument des NS-Regimes waren. Seit den 1990er Jahren werden an ehemaligen Lagerstandorten in Berlin und Brandenburg archäologische Grabungen durchgeführt und massenweise Funde geborgen. Dieser reich bebilderte Band zeigt viele dieser Dinge zum ersten Mal. Über 300 Objekte in sieben Kapiteln geben einen Einblick in das komplexe System der Zwangslager, in ihre archäologische Überlieferung sowie die Arbeit der zeithistorischen Archäologie.”

Neuerscheinung: Verzeichnis der Berliner archäologischen Fundstellen und Funde in Spandau

Bildvergrößerung: Archäologische Fundstellen Spandau
Cover
Bild: Landesdenkmalamt Berlin; Staatliche Museen zu Berlin

Neu erschienen ist der 3. Teil des Verzeichnisses der Berliner archäologischen Fundstellen und Funde, nun für den Bezirk Spandau.

Henker, Jens:
Verzeichnis der Berliner archäologischen Fundstellen und Funde. Teil 3. Der frühere Bezirk Spandau.
Berliner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte, Neue Folge, Band 24.
Berlin 2020.

Die Reihe wird vom Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz herausgegeben. Die Herausgeber des Bandes sind Matthias Wemhoff, Christoph Rauhut und Karin Wagner.

Der Band wird in Kürze im Webshop der Staatlichen Museen zu Berlin zu erhalten sein. Band 1 und 2 sind dort ebenfalls erhältlich.

Spuren lesen und Berliner Geschichte entdecken: Straßenpumpen

Bildvergrößerung: Denkmalgeschützte Wasserpumpe in Berlin-Mitte
Denkmalgeschützte Wasserpumpe in Berlin-Mitte
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Christina Czymay

Gußeiserne „Plumpen“ – öffentliche Straßenbrunnen des 19. und 20. Jahrhunderts – lassen sich in Berlin noch recht häufig finden. Einige dieser Stadtmöbel sind als Baudenkmale erfasst, andere nicht. Diese sogenannten Schwengelpumpen dienen für die Notversorgung mit Grundwasser. Sie haben eigene Quellbohrungen und werden mit Muskelkraft betrieben.

Denkmalgeschützte Beispiele von Wasserpumpen aus der Zeit von ca. 1875 bis 1925 befinden sich heute noch in Friedrichshain (Frankfurter Allee, vor Nr. 100), in Friedrichshagen (Scharnweberstraße, vor Nr. 13) und in Mitte (Chausseestraße, vor Nr. 33; Zinnowitzer Straße) und ein letzter erhaltener Rohrbrunnen in der Wöhlertstraße (vor Nr. 18). Zahlreiche öffentliche Straßenbrunnen lassen sich außerdem im Altbezirk Wedding finden: in der Badstraße, im Humboldthain, zwei in der Malplaquetstraße sowie in der Putbusser Straße (vor Nr. 5) und in der Bristolstraße.

Insgesamt gibt es in Berlin 2070 Notwasser-Straßenbrunnen, 10 historische Exemplare stehen unter Denkmalschutz. Viele dieser historischen Straßenbrunnen wurden anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins 1987 instandgesetzt. Aufgabe der meist dunkelgrün lackierten Straßenmöbel ist es, im Katastrophenfall und für den Zivilschutz Grundwasser fördern zu können, unabhängig vom funktionsfähigen und betriebsbereiten Wassernetz. In Westberlin wurde 1969 zur Notwasserversorgung ein Brunnenständer in einheitlicher technischer Gestaltung und moderner Form entwickelt.

Tag des offenen Denkmals 2020 in Berlin

Quastmedaillen 2018 2019 Bötzow Brauerei
Bötzow Brauerei
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Der Tag des offenen Denkmals findet in Berlin am 12. und 13. September statt (bundesweit am 13. September). Das Motto 2020 lautet bei uns „Denk_mal nachhaltig!”. Es greift ein Problem auf, das brennend aktuell ist – und zugleich ein Thema, bei dem sich die Denkmalpflege von ihrer besten Seite zeigen kann. Denn die Erhaltung von Bau- und Gartendenkmalen beinhaltet einen sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen und ist eine Absage an die Wegwerfwirtschaft.

Wir wissen derzeit nicht, ob der Tag des offenen Denkmals in der gewohnten Form vor Ort stattfinden kann oder ob wir in die Welt des Digitalen ausweichen müssen. Darüber werden wir fortlaufend informieren.
Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals 2020 in Berlin

Die traditionelle Abschlussveranstaltung im Berliner Rathaus am Sonntag Abend entfällt.

Happy Birthday, Denkmalschutzgesetz Berlin

Vor 25 Jahren wurde das Berliner Denkmalschutzgesetz verabschiedet. Einstimmig beschlossen alle Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus am 24. April 1995 das noch heute gültige Gesetz

Zentrale Neuerungen waren:
  • Einführung des deklaratorischen Unterschutzstellungsverfahrens und der Denkmalliste
  • Einrichtung von Unteren Denkmalschutzbehörden in allen Bezirken
  • Zusamenfassung der bis dahin zersplitterten Organisationseinheiten für Bau-, Boden- und Gartendenkmale, Bildung des Landesdenkmalamtes Berlin als zentrale Fachbehörde

Das LDA wird also im Jahr 2020 25 Jahre alt. In Coronazeiten verzichten wir zwar auf eine große Party, über Gratulationen und Glückwünsche freuen wir uns aber trotzdem.