Informationen für Finder_innen

Wenn Sie eine verlorene Sache gefunden haben und mangels Hinweise nicht an die_den rechtmäßige_n Eigentümer_in zurückgeben können, zeigen Sie den Fund bitte unverzüglich in Ihrem Bürgeramt an (§ 965 Bürgerliches Gesetzbuch – BGB). Es sei denn, es handelt sich um einen Gegenstand, der nicht mehr als 10,00 € an Veräußerungswert hat, da so genannte Bagatellfunde nicht anzeige- bzw. abgabepflichtig sind.

Bei der Anzeige wird die Sache dann in einem Online –Suchprogramm registriert, damit Suchende so schnell wie möglich Kenntnis von dem Fund erhalten kann. Hierbei können Sie auch die Erklärung zu Ihren Fundrechten abgeben.

Bei verspäteter Anzeige der Fundsache sind die folgenden Fundrechte ausgeschlossen (§§ 971 und 974 BGB).

Das BGB sieht folgende Rechte für Sie als Finder_in vor:

1. Finderlohn:

Wenn sich die_der Suchende meldet und die Sache an sie_ihn zurückgegeben werden kann, können Sie von ihr_m einen Finderlohn beanspruchen. Dieser beträgt als gesetzlicher Mindestanspruch 5 % des Wertes der Sache. Ist die Sache mehr als 500,00 € wert, wird der Finderlohn von dem darüber hinausgehenden Mehrwert mit 3 % berechnet. (§ 971 BGB).

Zur Vereinfachung der Angelegenheit können Sie die Behörde mit dem Einzug des Finderlohns beauftragen, welcher Ihnen dann umgehend überwiesen wird. In diesem Fall müssten Sie bitte auch Ihre Bankverbindung mit angeben.

2. Eigentum:

Kann die Sache innerhalb der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist (6 Monate ab Anzeigedatum – § 973 BGB) der_m Eigentümer_in nicht wieder zurückgegeben werden, können Sie das Eigentum an der Sache für sich beanspruchen und vom Zentralen Fundbüro wieder abholen. Sie werden grundsätzlich nach Ablauf der Frist über die Möglichkeit der Abholung informiert.

Verzichten Sie entweder von vorn herein oder durch Nichtabholung auf das erworbene Eigentum, geht dieses Recht auf die Stadt Berlin über (§ 976 BGB). Sofern die Sache noch gebrauchsfähig ist, wird Sie dann gemäß
§ 979 BGB versteigert.

3. Auslagen:

Sind Ihnen im Zusammenhang mit der Ermittlung bzw. Lagerung der Fundsache Auslagen entstanden, können Sie sich diese von der_m Eigentümer_in erstatten lassen, da sie_er die_der Verursacher_in für Ihren ehrlichen Aufwand ist.

Am Schluss erhalten Sie als Nachweis über die Abgabe der Sache einen Ausdruck der Fundanzeige, mit dem Sie später Ihre Rechte geltend machen können. Ausnahmen von dieser Regelung sind Schlüsselfunde, bei denen keine Fundrechte geltend gemacht werden können. Hier reicht die Abgabe der Sache mit dem Hinweis auf Fundort und –zeit. Auch Funde in Behörden bzw. auf deren Gelände sowie in den Verkehrsmitteln lassen für Sie nur eingeschränkte Fundrechte zu (§ 978 BGB).
Hier ist ein Eigentumsanspruch ausgeschlossen und der Finderlohnanspruch ist halbiert, wenn die Sache mehr als 50,00 € an Wert hat.