British Forces Network (BFN)

Deutschlandhaus
Deutschlandhaus
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

British Forces Network (BFN), später British Forces Broadcasting Service (BFBS), ehem. Deutschlandhaus

Theodor-Heuss-Platz 5/7 in Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Westend
Bauzeit / -Geschichte: 1929-30 von Heinrich Straumer

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollte für die Angehörigen der Britischen Streitkräfte ein Radiosender eingerichtet werden. Am 29. Juli 1945 ging British Forces Network (BFN) in Hamburg erstmals auf Sendung. Es handelte sich um ein Hörfunkprogramm, das Nachrichten, Unterhaltung, Musik, Hörspiele und Features beinhaltete.

Im November 1945 kam Sergeant Ken Scarrott nach Berlin, um dort eine Hörfunkanlage zu installieren. Zuerst sendete man auf mehreren Feldern in Ruhleben. 1946 wurde in der Anlage der Deutschen Reichspost in der Stallupöner Allee 19-21 ein Sender eingerichtet. Ein eigenes Programm wurde nicht gestaltet, sondern es wurden lediglich die in Hamburg produzierten Sendungen übertragen.

1953 wurde die Sendestation im Hamburg geschlossen und nach Köln in die Räume des WDR verlegt. Der Stab hatte sich von 200 auf 40 Mitarbeitern reduziert. Es wurde nunmehr leichte Unterhaltung geboten, Kultursendungen waren zweitrangig. Zukünftig sollten an den großen Standorten der Streitkräfte, in Herford und in Berlin, eigene Studios entstehen.

Ab 1961 wurde aus dem Education Block (“Education Corps Centre”) der “Smuts Barracks” in Berlin-Spandau ein eigenes Programm gesendet. Finanziert wurde es aus dem “Berlin-Budget”, das den Senat zur Finanzierung verpflichtete. Kurze Zeit später wurde der inzwischen in “British Forces Broadcasting Service” (BFBS) umbenannte Sender in das Deutschlandhaus am Theodor-Heuss-Platz verlegt.

Das Deutschlandhaus war 1929-30 zusammen mit dem Amerikahaus, in dem ab 1946 der britische NAAFI Club beheimatet war, am südlichen Rand des Theodor-Heuss-Platzes (ehem. Reichskanzlerplatz) errichtet worden. Es geht auf die Initiative des Bauunternehmers Heinrich Mendelssohn (Berlinische Industrie-GmbH) zurück, der diesen Teil Charlottenburgs zu einem Zentrum des neuen Berlins umwandeln wollte.

Das Deutschlandhaus wurde als sechsgeschossiger, verputzter Stahlskelettbau, dessen Flachdach als Terrasse diente, konzipiert. Das Erdgeschoss ist mit Ladenflächen und großen Fenstern ausgestattet, während sich im ersten Geschoss Restaurants befinden. Die oberen Geschosse sind durch Büroräume geprägt.

Das Deutschlandhaus kann als Keimzelle des Deutschen Fernsehens bezeichnet werden. 1936 wurden hier die weltweit ersten Fernseh-Versuchssendungen von der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (ehemals Deutsche Reichspost) ausgestrahlt.
1954 wurde das Deutschlandhaus vom Sender Freies Berlin angekauft und in Fernsehstudios umgewandelt. Der letzte Standort des BFBS war der ehemalige Wärterblock des Kriegsverbrechergefängnisses in Spandau. Am 12. Dezember 1994 wurde der Sendebetrieb der britischen Streitkräfte in Berlin eingestellt.