Berliner Denkmalbox

12.10.2018 15:00

Berliner Denkmalbox Feedback
Berliner Denkmalbox
Bild: Landesdenkmalamt Berlin

Kulturerhalt ist nicht nur das Anliegen von Konservatoren und Archäologen, sondern auch Aufgabe der kulturellen Bildung. Besonders wichtig ist es, die nachwachsende Generation frühzeitig für das Kulturelle Erbe zu begeistern. Das Landesdenkmalamt Berlin nimmt diese Aufgabe seit vielen Jahren sehr ernst. Wir unterstützen zum Beispiel das Jugendprojekt „werkstatt denkmal“, das der Verein Denk mal an Berlin e.V. zusammen mit Berliner Regionalmuseen seit 2004 regelmäßig zum Tag des offenen Denkmals durchführt. Dafür erhielt der Denkmalverein 2010 die Ferdinand-von-Quast-Medaille, den Berliner Denkmalpreis.

Die Themen der Denkmalpflege bieten idealen Stoff für den Unterricht. Von Geschichte bis Geographie, vom Kunstunterricht bis zum Wandertag – in vielen schulischen Bereichen können Bau-, Boden- und Gartendenkmale optimale Ansatzpunkte für den Unterricht sein.

Trotzdem ist es bisher nicht gelungen, das Thema Denkmalpflege dauerhaft im Unterricht zu verankern – zu voll sind die Lehrpläne, zu viel Stoff muss abgearbeitet werden. Es blieb bei einzelnen Aktionen und Initiativen denkmalinteressierter Lehrkräfte.

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 gab den Impuls, mit der Berliner Denkmalbox einen neuen Weg der Denkmalvermittlung zu beschreiten. Voraussichtlich 2019 wird die Berliner Denkmalbox erscheinen.

Zielstellung und Basis

Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin wurde seit Ende 2017 die Denkmalbox entwickelt. Das Besondere der Berliner Denkmalbox: Die umfangreichen Unterrichtsmaterialien gehen ganz speziell auf die Anforderungen von Lehrkräften und Schülern ein. Die Denkmalbox bietet erstmals fertige Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer, um das Thema „Kulturelles Erbe“ direkt und ohne Zusatzaufwand in den Unterricht zu integrieren. Ziel ist es, die Lernenden für das kulturelle Erbe zu sensibilisieren – die Schülerinnen und Schüler sollen mit offenen Augen Berlin entdecken und Interesse für das Kulturerbe entwickeln. Ein solches Interesse kann sich letztlich auch in der Berufswahl der Heranwachsenden wiederspiegeln – schließlich wendet sich die Berliner Denkmalbox an Teenager.

Basis für die neu entwickelten denkmalpädagogischen Unterrichtsmaterialien sind die aktuellen Rahmenlehrpläne für Berlin und Brandenburg. Damit soll die Einbindung der Unterrichtsmaterialien ins Curriculum erleichtert werden. Gemäß den Rahmenlehrplänen liegt der Schwerpunkt nun auf Kompetenzvermittlung statt wie früher auf Wissensvermittlung. Darauf ist auch die Denkmalbox ausgerichtet.

Inhalt

Die Berliner Denkmalbox gliedert sich in drei Themenbereiche:

  • Denkmale der Industrialisierung (7. / 8. Klasse)
  • Denkmale des Nationalsozialismus (9. / 10. Klasse)
  • Stätten des Eisernen Vorhangs (11. / 12. Klasse)

Jeder Themenbereich ist als ganze Unterrichtsreihe nutzbar, doch die Lehrkräfte können auch einzelne Arbeitsblätter, Erwartungshorizonte und Informationsmaterialien spezifisch einsetzen. Die Verwendung der Unterrichtsmaterialien des jeweiligen Themenbereichs kann individuell angepasst werden. Die Lehrkräfte finden Anregungen für Wandertage, eine einzelne Unterrichtsstunde oder auch für eine mehrwöchige Unterrichtsreihe.

Die Denkmalbox findet in verschiedenen Fächern Einsatzmöglichkeiten: Geschichte, Kunst, Deutsch oder im Ergänzungskurs Studium und Beruf.

Inhaltlich steht nicht der Denkmalbegriff im Vordergrund. Stattdessen sollen die Schülerinnen und Schüler die Denkmale als lebendige Orte wahrnehmen, die historisch und aktuell Bedeutung haben und gleichzeitig auch Lust zum Erkunden und eigenen Lernen machen. Beispielsweise sind die Lernenden dazu aufgefordert, ihre sozialen und Medienkompetenzen zu stärken, indem sie sich den Denkmalen auf kreativem Wege nähern und ihr angeeignetes Wissen aktiv anwenden – im Klassenraum und bei Denkmalexkursionen. Beispielsweise nutzen die Lernenden einen Welterbe-Antrag als Quelle, oder sie setzen sich vor Ort aktiv mit einem Denkmal auseinander. Die Schülerinnen und Schüler fertigen Denkmal-Begründungen, Online-Teaser und kreative Konzepte zur Umnutzung von Denkmalen an.