Mohrenstraße: BVG streicht rassistischen Begriff aus Stationsnamen

Mohrenstraße: BVG streicht rassistischen Begriff aus Stationsnamen

Nach jahrelangen Debatten um die «Mohrenstraße» in Berlin soll der rassistische Begriff der gleichnamigen U-Bahnstation wegfallen.

  • Mohrenstraße in Berlin© dpa
    Das Schild zur Mohrenstraße, Ecke Friedrichstraße.
  • U-Bahnhof Mohrenstraße© BerlinOnline
  • Logo der BVG© dpa
    Ein Schild der Berliner Verkehrsbetriebe Gesellschaft (BVG).
Künftig soll die Haltestelle Glinkastraße nach dem russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857) heißen, wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am 03. Juli 2020 mitteilten. Die Umbenennung werde einige Wochen in Anspruch nehmen, solle aber noch in diesem Jahr erfolgen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Aus U-Bahnhof Mohrenstraße wird U-Bahnhof Glinkastraße

«Als weltoffenes Unternehmen und einer der größten Arbeitgeber der Hauptstadt lehnt die BVG jegliche Form von Rassismus oder sonstiger Diskriminierung ab», hieß es in der Mitteilung. «Aus Verständnis und Respekt für die teils kontroverse Debatte um den Straßennamen hat die BVG sich nun entschieden, ihn nicht weiter für die Benennung des U-Bahnhofs zu verwenden.»

Auch die Straße könnte umbenannt werden

Auch der Name der Straße selbst, der vermutlich auf dunkelhäutige Bewohner einstmals in der Gegend zurückgeht, ist seit Jahren ein Streitpunkt. Aktuell macht sich auch eine Petition für eine Umbenennung stark. Im Bezirk Mitte wird bereits geprüft, ob die Straße umbenannt werden soll. Wegen der erwünschten Beteiligung der Anrainer wird allerdings von einem längeren Prozess gesprochen.

U-Bahnhof wurde 1908 eröffnet

Die Station der Linie U2 heißt künftig komplett «U-Bahnhof Glinkastraße». Damit folge er dem Grundsatz, U-Bahnhöfe und Haltestellen so zu benennen, dass sie örtlich eindeutig zugeordnet werden können und eine Orientierungshilfe bieten. Der 1908 eröffnete U-Bahnhof hat eine lange Namensgeschichte hinter sich. Bis 1950 hieß er Kaiserhof, anschließend in Ost-Berlin bis 1986 Thälmannplatz und bis 1991 Otto-Grotewohl-Straße. Die angrenzende Mohrenstraße ist seitdem namensgebend.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 3. Juli 2020 21:44 Uhr

Weitere Meldungen