Berlin informiert zum Coronavirus

Weitere Informationen unter: berlin.de/corona

Wissen Sie, was das frühzeitige Nutzen digitaler Medien mit der emotionalen Entwicklung ihres Kindes macht?

Himpelchen

Emotionale Intelligenz umfasst die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und entsprechend zu handeln, das heißt auch die eigenen Gefühle zu regulieren und ein stabiles Selbstwertgefühl zu entwickeln. Emotionale Intelligenz beeinflusst Lernerfolg, Kommunikation und das Führen von harmonischen Beziehungen.
Babys müssen die Regulation ihrer Emotionen erst lernen. Das ist wichtig, damit sie ihr Handeln später selbst bestimmen können und nicht von Emotionen überwältigt oder blockiert werden. Besonders in Gruppen wie Familie, Kindergarten, Schule oder im späteren Berufsleben ist die Kontrolle der eigenen Emotionen wichtig, damit das Miteinander funktioniert.
Bei der Regulation von Gefühlen ist das Baby anfangs gänzlich auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Durch die feinfühlige Interaktion mit den Eltern erlernt das Baby die Vielfalt von Gefühlen und schrittweise auch die selbstständige Regulation dieser Gefühle, das heißt diese auch kontrollieren zu können. Diese Entwicklung beginnt schon sehr früh, mit dem ersten Lächeln des Babys, wenn Mama oder Papa es anschauen. Wichtig ist hier neben dem Körperkontakt und der Stimme der Eltern besonders der Blickkontakt zwischen Kind und Bezugsperson.
Schon Säuglinge nehmen die Reize akustischer und visueller Signale von Videoclips oder Filmen wahr. Kinder werden von digitalen Medieninhalten stark emotional in Anspruch genommen, durch die realistische Darstellung und weil mehrere Sinneskanäle gleichzeitig beansprucht werden. Im Gegensatz zu einem Bilderbuch liefern Filme fertige Bilder in einer schnellen Abfolge, die das Kind verarbeiten muss. Bei einem Bilderbuch entstehen die Bilder erst „im Kopf“ des Kindes. Belastende Eindrücke können dabei ausgeblendet werden, Bilder überblättert oder vom Kind Rückfragen gestellt werden. Ein Buch passt sich der Geschwindigkeit des Kindes an. Hinzu kommt, dass Kinder im Vorschulalter noch nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können und Spielfilmhandlungen noch nicht überblicken können. Eine mediale Reizüberflutung kann bei Kindern zu Einschlafstörungen, Konzentrationsstörungen bis hin zu Störungen in der Sprachentwicklung führen.
Auch die regelmäßige Nutzung von Smartphones durch die Eltern kann sich negativ auf die emotionale Entwicklung von Kindern auswirken, da sie die Interaktion und den Blickkontakt zwischen Eltern und Kind unterbricht und Eltern (emotional) abgelenkt sind. So stört auch eine häufige Nutzung direkt nach der Geburt die Ruhe und Aufmerksamkeit gegenüber dem Kind und kann bei Säuglingen zu einer Verwirrung führen. Die Nutzung von digitalen Medien durch die Eltern während der Betreuung ihrer Kinder kann bei Säuglingen zu Fütter- und Einschlafstörungen führen.

Tipps:
  • Reduzieren Sie die Smartphone-Nutzung auf die Zeiten, in denen Ihr Säugling schläft oder ihr Kind betreut ist.
  • Vermeiden Sie die Nutzung von Smartphones in Bring- und Abhol-Situationen in der Kita – hier braucht Ihr Kind Ihre volle Aufmerksamkeit.
  • Nutzen Sie gemeinsame Wartezeiten oder Fahrten in der BVG als gemeinsame Zeit mit Ihrem Kind, zum Beispiel indem Sie Fingerspiele spielen, sich gemeinsam Geschichten ausdenken oder gemeinsam ein Buch anschauen.
  • Wenn Ihr Kind größer wird und digitale Medien nutzt, schauen sie sich kurze Filme gemeinsam an und machen Sie daraus ein gemeinsames Ritual. Wichtig ist, dass das Filmeschauen eine gemeinsame Erfahrung ist.

Mehr Informationen zum Thema Medienutzung und Kinder erhalten Sie unter: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Infoset/PDF/MPFS_Infoset_FrueheKindheit_2016.pdf

Wibke Wonneberger
Känguru – hilft und begleitet