Berlin informiert zum Coronavirus

Weitere Informationen unter: berlin.de/corona

Wissen Sie, was- Auswirkungen auf die Hirnentwicklung

Daumen

Wissen Sie, was das frühzeitige Nutzen digitaler Medien mit der Hirnentwicklung ihres Kindes macht?

Im Kleinkindalter hat das menschliche Gehirn die größte Plastizität und Formbarkeit. Es werden viele neuronale Verschaltungen, Synapsen genannt, gebildet.

Dafür braucht das Gehirn aber körperliche Bewegungen, um die ersten Funktionsmodule des Klein- und Großhirns reifen zu lassen. Diese sorgen dafür, dass wir uns bewegen, sprechen, denken, uns orientieren und kreativ sein können. All diese Informationen werden in der Hirnrinde gespeichert.

Beim Spielen, Bewegen und Herumtollen, bewegen sich unsere Kinder dreidimensional. Dabei können sich die Raumkoordinaten in die Hirnrinde einbrennen, wie auf einer CD.

Beim Ausführen motorischer Bewegungen, Fingerspielen oder einem Purzelbaum zum Beispiel, verankern sich kognitive Funktionen. Das heißt also, dass ein Kind bei der Hirnentwicklung persönliche Ansprache oder auch Bewegungen braucht, um sich optimal entwickeln zu können. Die vorgebahnten Hirnrindenfelder unterstützen die späteren Lernerfolge beim Lesen, Schreiben und Rechnen.

Dies kann bei der Entwicklung nicht durch nur ein einfaches Handy- oder Tablet-Wischen ersetzt werden, denn so fehlt dem Gehirn ein wichtiger Baustoff für die Entwicklung.

Auch wirken die Signale eines Handyspiels in zu hoher Frequenz auf das Kind ein. Wenn ein Feuerwerk aus bunten Bildern und Animationen auf das kindliche Gehirn einströmt, kann es zu Reizüberflutungen führen. Eine frühzeitige Nutzung von Handy und anderen digitalen Medien kann beim Kind später sogar Sucht, Angststörungen und lebenslang geminderte Lern- und Denkfähigkeit hervorrufen.

Weiterführende Empfehlung: www.diagnose-media.org

Quelle: Interview mit Prof. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt, geführt von Ralf Wurzbacher in der Tageszeitung junge Welt, 19./20.Januar 2019, Nr.16

Text: Marion Sperber