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Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - November 2020

1. Aus aktuellem Anlass

Die aktuellen Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf das Landesdenkmalamt Berlin (LDA) und seine Arbeit.

Telefonisch sind wir teilweise nur eingeschränkt erreichbar.

Alle Vor-Ort-Veranstaltungen, die dieses Jahr noch stattfinden sollten, wurden abgesagt. Dies betrifft
  • Archäologentag (war geplant für 4. November 2020)
  • Verleihung der Ferdinand-von Quast-Medaille (25. November 2020, mehr dazu siehe unten)
  • Die Veranstaltung “Jung, aber Denkmal: ICC Berlin” (9. Dezember 2020) findet ohne Publikum als Livestream statt (mehr dazu siehe unten).
  • Die Führungen über die Grabungen am Molkenmarkt entfallen bis auf Weiteres. Statt dessen gibt es eine digitale “360-Grad-Tour” (mehr dazu siehe unten).

Die Messe Leipzig hatte die “denkmal” abgesagt (war geplant 5. bis 7. November 2020).

Für die viele Zeit, die Sie nun vielleicht zu Hause verbringen, haben wir in diesem Newsletter einige Anregungen.

2. Einladung zum Livestream: "Jung, aber Denkmal: ICC Berlin"

Bildvergrößerung: Internationales Congress Centrum ICC
Internationales Congress Centrum ICC
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Das Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin ist ein Denkmal der Superlative. 1973-79 nach Plänen von Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte im Auftrag des Landes Berlin errichtet, war es seinerzeit nicht nur „Schaufenster des Westens“, sondern auch eine Landmarke West-Berlins. Heute gilt das ICC als einer der Höhepunkte der High-Tech-Architektur – doch wie sieht seine Zukunft aus?

In der Reihe “Jung, aber Denkmal” widmen das Landesdenkmalamt Berlin und die Architektenkammer Berlin dem ICC und seiner Zukunft eine Veranstaltung mit hochkarätiger Besetzung.

Programm:

Ursulina Schüler-Witte, Architektin des ICC, und Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut leiten in das Thema ein.

Über die Frage der zukünftigen Nutzung diskutieren:

  • Christine Edmaier, Architektin, Präsidentin der Architektenkammer Berlin und Mitglied im Landesdenkmalrat Berlin
  • Ramona Pop, Bürgermeisterin von Berlin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe
  • Dr. Ralf Ruhnau, Präsident der Baukammer Berlin
  • Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert, Professorin für Architekturgeschichte an der TU Berlin

Moderation: Kirsten Angermann, Architekturhistorikerin
Termin: Mittwoch, 9. Dezember 2020, 18:00 Uhr
Medienpartnerschaft: moderneREGIONAL

Einladung und Programm zum Download

Hier der Link zum Livestream
Die Aufzeichnung der Veranstaltung wird anschließend hier auf dem Youtube-Kanal des LDA verfügbar sein.

Anders als zunächst geplant und angekündigt, kann die Diskussion nicht mit Publikum vor Ort in der Urania stattfinden.

3. Die Quadriga im Bundestag: offene Schau-Werkstatt

Bildvergrößerung: Eröffnung der Schau-Werkstatt zur Quadriga im Deutschen Bundestag, Oktober 2020
Eröffnung der Schau-Werkstatt
Bild: DBT/Junophoto, Julia Nowak

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor gehört zu den populärsten Bildwerken in Deutschland. Ursprünglich geschaffen hat sie 1793 der Bildhauer Johann Gottfried Schadow. Im Jahr 1942 wurde vorsorglich eine Schutzabformung der Quadriga angefertigt – glücklicherweise, denn während des Zweiten Weltkrieges wurde das Original stark beschädigt. Aus der Abformung entstanden ab 1957 Gipsmodelle, aus denen die Nachbildung entstand, die seitdem das Brandenburger Tor bekrönt.

Die Gipsmodelle der Viktoria und ihrer vier Pferde befanden sich bisher in unterschiedlichen Erhaltungszuständen in Depots des Landesdenkmalamtes Berlin. Da diese Modelle dem Original von 1793 näher kommen als die 1958 fertiggestellte Nachbildung, die sich heute auf dem Brandenburger Tor befindet, soll nun der Ur-Zustand gesichert werden.

Die offene Schau-Werkstatt im Mauer-Mahnmal im Deutschen Bundestag führt erstmalig alle Modell-Teile zusammen – sie werden dokumentiert, restauriert und zusammengesetzt. Vor Ort können Besucherinnen und Besucher die Arbeit an den Gipsabformungen live miterleben. Diese sollen wie der abschließend angefertigte 3-D-Scan als Grundlage für künftige Arbeiten an der Quadriga dienen.

Am Ende des auf zwei Jahre angelegten Projektes wird die Quadriga in Originalgröße zu sehen sein – eine einmalige Gelegenheit, das Kunstwerk in voller Größe direkt vor Augen zu haben. Zusätzlich wird in den Räumen eine Ausstellung mit historischen Aufnahmen zur Geschichte der Quadriga präsentiert.

Und da war sie aus Gips: Die Rekonstruktion der Quadriga vom Brandenburger Tor
30. Oktober 2020 – 30. Oktober 2022
Ort: Mauer-Mahnmal im Deutschen Bundestag, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Schiffbauerdamm (Eingang an der Spree), 10117 Berlin
Geöffnet bisher Di – So 11 – 17 Uhr (kein Restaurierungsbetrieb am Wochenende und an Feiertagen), achten Sie bitte auf aktuelle Hinweise (Corona)
Eintritt frei

Ein Kooperationsprojekt der Gipsformerei – Staatliche Museen zu Berlin, des Landesdenkmalamtes Berlin und des Deutschen Bundestages

Die Eröffnung der Schauwerkstatt fand am 29. Oktober 2020 statt (siehe Foto). Es sprachen:
  • Miguel Helfrich, Leiter der Gipsformerei – Staatliche Museen zu Berlin
  • Andreas Kaernbach, Kurator der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages
  • Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator Berlin
  • Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
    Weitere Informationen

4. Preisträger der Ferdinand-von-Quast-Medaille 2020

Ferdinand-von-Quast-Medaille aus Bronze, Vorderseite
Ferdinand-von-Quast-Medaille
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Die Ferdinand-von-Quast-Medaille, den Berliner Denkmalpreis, erhalten in diesem Jahr:

  • Förderverein Invalidenfriedhof e.V.
    Amtierender Vorsitzender: Dr. Klaus-Henning von Krosigk
    Geschäftsführer: Hans Joachim Jung
  • MITRA Lomonossow-Schulen gGmbH
    Geschäftsführerin: Marina Burd
    Schulkoordinator: Dr. Alexander Ott

Wir gratulieren den Preisträgern zur diesjährigen Auszeichnung mit der Ferdinand-von-Quast-Medaille 2020 und danken ihnen herzlich für ihr Engagement für die Denkmalpflege.

Leider entfällt in diesem Jahr die traditionelle öffentliche Preisverleihung im Roten Rathaus. Diese soll 2021 nachgeholt werden.

Förderverein Invalidenfriedhof e.V.

Bildvergrößerung: Grabmal Diezelsky Invaliden-Friedhof Berlin
Grabmal Diezelsky auf dem Invaliden-Friedhof
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Gesine Sturm

Der 1992 gegründete Förderverein Invalidenfriedhof e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Invalidenfriedhof (ein Denkmal von nationaler Bedeutung) wieder zu einer würdigen Stätte der Erinnerung und Besinnung zu machen. Er ist der wichtigste Partner der Gartendenkmalpflege bei der Restaurierung und Instandsetzung des Friedhofes.

MITRA Lomonossow-Schulen gGmbH

Bildvergrößerung: Lomonossow-Schule Marzahn
Lomonossow-Schule Marzahn
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Die MITRA Lomonossow-Schulen gGmbH hat 2015-18 in Biesdorf das leerstehende Hauptgebäude der Ehem. Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische, Wuhlgarten, saniert und zur Internationalen Schule umgenutzt. Dank der intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten gelang die schwierige Aufgabe, die sehr spezifischen Richtlinien für Schulbauten mit den Anforderungen der Denkmalpflege in Einklang zu bringen.

5. Deutscher Preis für Denkmalschutz 2020

Steglitz-Zehlendorf Nikolassee Potsdamer Chaussee Studentendorf Schlachtensee
Studentendorf Schlachtensee
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Anne Herdin

Die Genossenschaft Studentendorf Schlachtensee eG und der Berliner Architekt Winfried Brenne erhalten 2020 den Deutschen Preis für Denkmalschutz. Vergeben wird dieser jährlich vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK). Die Genossenschaft erhält die Silberne Halbkugel für ihr langjähriges Engagement zur Erhaltung des Studentendorfs Schlachtensee. Winfried Brenne wird mit dem Karl-Friedrich-Schinkel-Ring für sein herausragendes Lebenswerk geehrt.

Die Genossenschaft Studentendorf Schlachtensee eG hatte sich 2002 gegründet, um die damals akut gefährdete Anlage (1959-64) zu erhalten. Das Bau- und Gartendenkmal ist Zeugnis des Aufbruchs nach der Nazidiktatur. Mit Hilfe großzügiger Förderung aus den USA entstand ein Ort, wo Demokratie gelernt und frei gelebt werden sollte. Die Architektur von Hermann Fehling, Daniel Gogel und Peter Pfankuch fördert das gemeinschaftliche und selbstbestimmte Agieren der jungen Menschen. Dank des jahrelangen Einsatzes der Genossenschaft konnte das Studentendorf in mehreren Etappen saniert und behutsam auch unter ökologischen Gesichtspunkten modernisiert werden.

Winfried Brenne ist als ausgewiesener Experte für Bauten der Klassischen Moderne international bekannt. Seit den 1970er Jahren saniert er die Siedlungen der Klassischen Moderne, erforscht ihre Besonderheiten und findet immer neue Wege, sie mit all ihren Details denkmalgerecht zu erhalten. Auch das Studentendorf Schlachtensee wurde unter seiner Leitung saniert. Mit seinem umfangreichen Fachwissen und nie erlahmendem Enthusiasmus ist Winfried Brenne dem Landesdenkmalamt Berlin seit Jahrzehnten ein unersetzlicher Partner. Dass die UNESCO 2006 sechs Berliner Siedlungen auf die Welterbe-Liste setzte, ist nicht zuletzt das Verdienst von Winfried Brenne.

Weitere Informationen

6. Neu: Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin

Altes Stadthaus - Sitz des Landesdenkmalamtes
Altes Stadthaus
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Das Landesdenkmalamt lobt ab 2021 einen Studienpreis aus. Der Preis soll die Beschäftigung an Universitäten und Hochschulen mit der Berliner Denkmallandschaft befördern. Er wird jährlich an bis zu drei herausragende Bachelor- oder Masterarbeiten verliehen, die für die Berliner Denkmalpflege relevante Themen behandeln. Jeder Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Über die Verleihung der Preise entscheidet das Landesdenkmalamt Berlin.

Teilnahmeberechtigt sind alle Universitäten und Fachhochschulen im In- und Ausland. Eine Eingrenzung auf bestimmte Disziplinen oder Fachgebiete besteht nicht – ausschlaggebend ist allein die thematische Ausrichtung der Arbeit.

Weitere Informationen erhalten Sie demnächst auf unserer Webseite.

7. Neuerscheinungen

Die Königstraße im Wandel der Zeit – Archäologie und Geschichte einer Berliner Hauptstraße

Bildvergrößerung: Die Königstraße im Wandel der Zeit
Cover
Bild: hendrik Bäßler verlag, berlin

Die Ausgrabungen in den Straßenbereichen der alten Königstraße – der heutigen Rathausstraße – und mehrerer angeschlossener Hausgrundstücke sowie im Keller des mittelalterlichen Berliner Rathauses in den Jahren 2009–2016 stellen einen großen Glücksfall für die Archäologie Berlins und Brandenburgs dar. Neben einer Vielzahl herausragender und unvermutet gut erhaltener Befunde aus der Zeit der mittelalterlichen Stadtwerdung bis hin zur flächigen Zerstörung der Altstadt in den Bombenhageln des Zweiten Weltkriegs und der Beräumung in den nachfolgenden Jahren sind es zahlreiche Funde, die bereits während der Untersuchungen vor Ort Aufsehen erregten. Für Furore sorgte in der Öffentlichkeit der Skulpturenfund »Entarteter Kunst« im Kellerschutt des Hauses Nr. 50, der nach zügiger Restaurierung in kürzester Zeit wissenschaftlich untersucht und publiziert werden konnte. Auch andere Sonderfunde standen bereits im Rampenlicht, zum Beispiel zwei üppig bemalte Majolikaschalen des 16. Jahrhunderts aus Italien und ein kleiner Porzellankürbis aus China (mit abnehmbarem Deckel und einer Liebesszene en miniature im Innern) aus der Zeit um 1700. ​Der Band dokumentiert die Funde der mittelalterlichen Keramik, der Tonpfeifen, der Eisenfunde, der Objekte aus organischen Materialien, der Lederfunde, der Steinfunde und der Fundmünzen. Darüber hinaus behandelt ein kurzer Beitrag die Fund- und Forschungsgeschichte des »Berliner Skulpturenfundes«.

Die Königstraße im Wandel der Zeit. Archäologie und Geschichte einer Berliner Hauptstraße. Teil 3 Die Funde 1
Zahlreiche Autorinnen und Autoren; Schriftleitung: Michael Hofmann
Herausgeber: Landesdenkmalamt Berlin
Reihe: “Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin”, Band 54
352 Seiten, 23,5 × 29,7 cm, Hardcover, mit zahlreichen Abbildungen und Fundzeichnungen
hendrik Bäßler verlag, berlin 2020
ISBN 978-3-945880-58-6
Euro 29,90
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag

Der ungesehene Barth – Fotos und Zeichnungen von Erwin und Jürgen Barth aus dem Archiv des Landesdenkmalamts Berlin

Bildvergrößerung: Cover Barth-Publikation 2020
Cover
Bild: hendrik Bäßler verlag, berlin

Erwin Barth (1880–1933) prägte als Gartendirektor maßgeblich die Gartenkunst Charlottenburgs und später ganz Berlins. Anlässlich seines 140. Geburtstags wird sein Schaffen anhand unveröffentlichter Fotos, Skizzen und Zeichnungen aus dem Bestand des Landesdenkmalamtes Berlin betrachtet sowie Erwin Barths innovative Nutzung der Fotografie. Seinem Sohn Jürgen Barth (1911–2001), Professor an der Technischen Universität Berlin, ist eine sehr persönliche Dokumentation des väterlichen Werks zu verdanken, die er mit dem Wiederaufbau Berlins in Zusammenhang brachte. Eine Auswahl aus diesem Nachlass verdeutlicht die große Bandbreite im Werk Erwin Barths vom Privatgarten bis zum Volkspark, vom Pflanzendetail bis zur Parkausstattung und zeigt seine Begabung, Besonderheiten in Landschaften und Gärten zu sehen.

Der ungesehene Barth. Fotos und Zeichnungen von Erwin und Jürgen Barth aus dem Archiv des Landesdenkmalamts Berlin
Autoren: Dr. Leonie Glabau und Dr. Dietmar Land
Herausgeber: Landesdenkmalamt Berlin
Reihe: „Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin“, Band 53
144 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-945880-62-3
henrik bäßler verlag berlin 2020
Euro 19,90
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag

Ingenieurbauführer Berlin

Bildvergrößerung: Ingenierbauführer Berlin
Cover
Bild: Michael Imhof Verlag

Ingenieurbaukunst in Berlin – das ist das Erbe von Generationen von Baumeistern und Bauingenieuren. Sie sorgten für das Funktionieren der Metropole, schufen die Tragwerke großartiger Architektur, und oft prägten ihre Werke auch direkt das Gesicht der Stadt. Ihre weltweit beachteten Industriebauten, Kraftwerke und Gasanstalten, markanten Brücken, Tunnel und Bahnhöfe oder auch Stätten für Kultur, Sport und Vergnügen sind zu Meilensteinen der Bau- und Kulturgeschichte Berlins geworden.
Reich bebildert und auch für den interessierten Laien verständlich, werden 111 Berliner Ingenieurwerke vorgestellt – vom gotischen Dachstuhl der Spandauer St.-Nikolai-Kirche über das Neue Museum, die AEG-Turbinenhalle und das Shellhaus bis hin zu Fernsehturm, Velodrom und Sony Center. Ergänzende Einführungen weiten den Blick auch auf verlorene Bauten, Themenfenster vertiefen das Verständnis einzelner Aspekte.
Der Ingenieurbauführer lädt ein, Berlin als Standort international bedeutender Konstruktionskunst zu entdecken und deren spannende Spuren lesen zu lernen.

Ingenieurbauführer Berlin
Autoren: Werner Lorenz, Roland May, Hubert Staroste unter Mitwirkung von Ines Prokop
400 Seiten, 309 Farb- und 377 SW-Abbildungen
Michael Imhof Verlag, Petersberg 2020
ISBN 978-3-7319-1029-9
Euro 29,95
Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag

8. 360-Grad-Tour durch die Ausgrabungen am Molkenmarkt

Bildvergrößerung: Cover 360-Grad-Tour
360-Grad-Tour
Bild: Collage bpk-Bildagentur / Jan Totzek, Polyvista

Die beliebten Führungen über die archäologischen Grabungen am Molkenmarkt müssen bis auf Weiteres entfallen. Zum Ausgleich steht ab sofort eine virtuelle 360-Grad-Tour mit faszinierenden Aufnahmen zur Verfügung. Sie beantwortet häufig gestellte Fragen rund um das Molkenmarkt-Projekt.

Hier geht’s zur 360-Grad-Tour

Eine Webseite zu den Grabungen am Molkenmarkt ist in Vorbereitung.

9. Denkmalvermittlung digital: Webseite Denkmal Europa

Denkmal Europa - Workbook
Denkmal Europa - Workbook

Die im vergangenen Jahr mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnete Website DENKMAL EUROPA, ein Beitrag der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland zum Europäischen Kulturerbejahr 2018, versteht sich als digitales Geschichtsbuch, liefert historische Fakten, erzählt Geschichten, regt an zu kreativen Projekten und stellt aktuelle Forschungsprojekte der Wissenschaft vor.

DENKMAL EUROPA führt sowohl Kinder im Vorschulalter als auch Jugendliche in der Mittelstufe auf eine interdisziplinäre und partizipative Art und Weise durch ganz verschiedene Zeitalter der europäischen Geschichte. Sie versteht sich als Methoden- und Inspirationsschatz mit Wissensbausteinen und Impulsen für Lehrende, Eltern und Großeltern: Graphic Novels, Toolbox-Ideen, Vermittlungsansätze sowie dokumentierte Praxisbeispiele für Denkmal-Projekte geben zahlreiche Anregungen für die Vermittlung von Denkmalpflege an Kinder und Jugendliche.

Hier geht’s zu DENKMAL EUROPA

Neu entwickelt wurde nun ein Workbook mit vielen verschiedenen Inhalten rund um das Thema Denkmalpflege und interaktiven Anregungen, wie Geschichte vor der eigenen Haustür erlebt werden kann. Das Workbook gibt es kostenfrei zum Download oder gedruckt zum Bestellen für 9,50 Euro pro Exemplar.

10. „Alliierte in Berlin – das Architekturerbe“

Bildvergrößerung: Ehem. Verwaltungsbau der SMAD in Karlhorst
Ehem. Verwaltungsbau der SMAD in Karlhorst
Bild: Mila Hacke

Eigentlich wollten wir auf eine Foto-Ausstellung von Mila Hacke in der Urania hinweisen. Sie zeigt dort Aufnahmen zum Thema „Alliierte in Berlin − das Architekturerbe”. Doch kurz nach der Eröffnung am 24. Oktober 2020 wurde die Ausstellung wieder geschlossen (Corona). Wir hoffen, dass sie im Dezember wieder zu sehen sein wird – achten Sie auf aktuelle Hinweise der Urania .

Ein Teil der Ausstellung ist auch auf andere Weise zu sehen:
Die Fotos vom Erbe der Alliierten speziell in Karlshorst entstanden mit Förderung des Landesdenkmalamtes Berlin. Sie flossen ein in die neue Webseite Orte der sowjetischen Besatzungsmacht, die der Kulturring Berlin e.V. / Geschichtsfreunde Karlshorst erstellt hat.

11. Neu im Landesdenkmlamt Berlin

Dr. Jens Henker

Jens Henker studierte Ur- und Frühgeschichte sowie Mittelaltergeschichte und Geographie an der HU Berlin. Danach promovierte er über die mittelalterliche und neuzeitliche Geschichte eines vollständig archäologisch untersuchten Dorfes in der Niederlausitz (Klein Görigk). Nach der Leitung verschiedener Projekte bei Grabungsfirmen, u. a. der Freilegung eines Steinkellers auf der Stadtwüstung Freyenstein, arbeitete er in DFG-geförderten Drittmittelprojekten. Dazu gehörte u. a. das von 2009 bis 2014 am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege angebundene Projekt zur Siedlungsentwicklung im ländlichen Raum im hohen und späten Mittelalter. Zudem führte er kleinere Lehrveranstaltungen an der HU und FU Berlin durch. In den letzten Jahren war er im Auftrag des Landesdenkmalamtes Berlin maßgeblich an der Neufassung des Verzeichnisses der Berliner archäologischen Fundstellen und Funde beteiligt. Jens Henker ist Mitglied der Archäologischen Gesellschaft in Berlin und Brandenburg sowie der Deutschen Gesellschaft der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Seit September 2020 ist er Referent für Bodendenkmalpflege im Landesdenkmalamt Berlin und tritt die Nachfolge von Michael Hofmann an, der demnächst in den Ruhestand gehen wird.

Christina Schulenburg

Christina Schulenburg studierte Kunstgeschichte in Wien und Dresden und schloss 2009 in Wien mit Auszeichnung ab. Im selben Jahr begann sie als kunstgeschichtliche und denkmalpflegerische Assistentin im Berliner Architekturbüro west zu arbeiten. Bis 2015 betreute sie in dieser Funktion Bauprojekte im Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz sowie im Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten und wirkte bei der Erstellung von mehreren Denkmalpflegeplänen und Dokumentationen mit, wodurch sie Erfahrung in der Berliner Großstadtdenkmalpflege sammelte. Parallel zur Bürotätigkeit studierte Christina Schulenburg zwischen 2013 und 2015 Denkmalpflege an der TU Berlin. Im Anschluss an den Masterstudiengang begann sie 2015 ein wissenschaftliches Volontariat im LWL – Amt für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, bis sie 2017 als Fachreferentin in der Bau- und Kunstdenkmalpflege im Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege eingestellt wurde. Seit Oktober 2020 ist Christina Schulenburg als Gebietsreferentin in der praktischen Bau- und Kunstdenkmalpflege verantwortlich für die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln sowie die Denkmalbereiche Hansaviertel und Karl-Marx-Allee.

Karen Andreas

Karen Andreas studierte Landschaftsarchitektur an der TU Dresden mit dem Schwerpunkt Gartendenkmalpflege und historische Pflanzenverwendung. Nach drei Jahren Planungstätigkeit in einem Landschaftsarchitekturbüro begann sie bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ein wissenschaftiches Volontariat in der Abteilung Gärten. Aus dem Volontariat heraus übernahm sie für zwei Jahre vertretungsweise eine Stelle als wissenschaftiche Mitarbeiterin in der Abteilung Gärten und danach für fünf Jahre vertretungsweise die Parkleitung vom Park Babelsberg in Potsdam. In den letzten vier Jahren hat Frau Andreas im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf im Fachbereich Grünflächen Restaurierungs- und Wiederherstellungsmaßnahmenin Gartendenkmalen geplant und geleitet und außerdem die Belange der öffentlichen Gartendenkmale als Untere Denkmalschutzbehörde vertreten.
Frau Andreas tritt die Nachfolge von Klaus Lingenauber an, der zum Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird.

12. LDA bei Youtube (oder: Es gibt auch noch gute Nachrichten!)

Bildvergrößerung: Bild vom Youtube-Kanal des LDA
Screenshot
Bild: Landesdenkmalamt Berlin

Seit September 2020 besitzt das Landesdenkmalamt Berlin einen eigenen Youtube-Kanal. Anlass waren die Filme, die wir zum Tag des offenen Denkmals hatten produzieren lassen. Landeskonservator Dr. Rauhut führt digital durch das Alte Stadthaus, unseren Dienstsitz, und durch den Flughafen Tegel.

Womit wir nicht gerechnet hatten: Rund um die Schließung von TXL erreichte unser Tegel-Film über 100.000 Aufrufe. Das übertrifft unsere kühnsten Erwartungen und ermutigt uns, in Zukunft verstärkt Filme zur Denkmalvermittlung einzusetzen. Nächster Beitrag wird die Aufzeichnung der ICC-Veranstaltung am 9. Dezember 2020 sein (siehe oben).

Sehr gefreut haben wir uns auch, dass unser Youtube-Kanal innerhalb kürzester Zeit mehrere Hundert Abonnenten verzeichnete.

Schauen Sie doch auch mal rein!

Bleiben Sie gesund!

Sonst endet der Newsletter meist mit einer Übersicht über die kommenden Termine. Aber abgesehen vom Berlin-Brandenburger Denkmaltag am 7. Mai 2021 in Wildau und dem Tag des offenen Denkmals am 11. und 12. September 2021 können wir derzeit keine Termine verlässlich ankündigen. Bitte achten Sie auf aktuelle Hinweise in den Medien und auf unserer Webseite – und auf den nächsten Newsletter.

Wir hoffen, Sie sind und bleiben gesund. Für die kommende Zeit wünschen wir Ihnen alles Gute!